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Good Morning Vietnam

Die Nacht war etwas kurz und nicht sonderlich zufriedenstellend, aber teilweise bin ich ja selber Schuld, wenn ich erst so spät ins Bett gehe und teilweise spüre ich den Jetlag doch etwas. Mein Wecker klingelte schon gegen 6Uhr, aber den hätte ich eigentlich gar nicht gebraucht, da die nachbarliche Baustelle ohnehin keinen Schlaf mehr zugelassen hätte. Also machte ich meinen Weg hoch in den neunten Stock zum Frühstück, natürlich über die Treppe. Das stellte die erste Challenge dar, denn der morgendliche Geruch von der vietnamesischen Frühstücksküche inklusive der Hitze im Gebäude ließen mir beim Treppen steigen doch ganz schnell übel werden. Oben angekommen war der Geruch im klimatisiertem Raum zum Aushalten. Ich bin halt nicht jemand, der zum Frühstück schon Rindssuppe braucht. Ich entschied mich draußen zu frühstücken, trotz der Hitze, aber der Ausblick aus dem neunten Stock gehörte doch auch genossen. Ich genehmigte mir scrambled eggs und frisches Obst. Hier gibt es auch die Minibananen wie in Uganda, da habe ich meinem ehemaligen Tourguide und mittlerweile gutem Freund Jones, gleich ein Foto schicken müssen. Ich hatte zwar eigentlich noch keinen Hunger, aber Frühstück musste sein und war auch gut.

Anschließend marschierte ich mit meinem für den Tagesausflug gepackten Rucksack zwei Straßen weiter, zum Abholungsort. Dort traf ich gleich vier Deutsche an, wobei ich beschloss mich nicht gleich zu outen. Bald wurden wir von einer Dame mit Moped begrüßt, die unseren Tourguide für den Tag darstellen sollte, ihr Name war Lanh. Kurz nach ihr traf der klimatisierte 20 Sitzer Bus ein, der alle Tourgäste nach der Reihe einsammelte. Als ich einstieg, war er zirka halbvoll. Die restlichen Gäste wurden noch eingepackt, dann ließ Lanh ihren Roller stehen und stieg zu uns in den Bus ein. Sie erzählte uns sogleich ein paar Fakten über Vietnam. Kurz zusammengefasst: Der Verkehr hier ist verrückt, grün bedeutet fahren, gelb bedeutet schneller fahren und rot bedeutet, schauen ob die Polizei in der Nähe ist und ansonsten auch fahren. Das wichtigste beim Überqueren der Straßen, die magische Hand zu heben, die Augen zu zu machen und einfach zu gehen und nicht anzuhalten, die Mopeds würden um einen herumfahren. Übrigens gibt es in Vientam 100 Millionen Einwohner und 74 Millionen Mopeds. Warum? Weil diese viel günstiger und praktikabler als Autos sind.

Nach den ersten Fakten ließ uns Lanh etwas Ruhe bis zur Raststation. Ich schlief sofort ein, da das Geschunkel und der klimatisierte Bus perfekte Schlafbedingungen für mich darstellten. Bei der Raststation shoppte ich ein paar Souvenirs. Dann ging die Fahrt weiter nach Hoa Lu, zu einer alten Tempelanlage, wo einst die Kaiser lebten. Dazu erzählte uns Lanh etwas über die wichtigsten kaiserlichen Dynastien und wer bei der Thronfolge etwas nachhalf. Ich erspare euch hier die Einzelheiten, meine Erkenntnis als Kaiser war das wohl die gefährlichste Position zu dieser Zeit, wenn du nicht nur von anderen Ländern als Feind gesehen wirst, sondern auch die eigenen Leute hinter dir bzw. deinem Rang her sind.

Dort angekommen konnten wir wählen, ob wir per Bus oder per Rad zur Tempelanlage fahren wollten. Ich entschied mich natürlich für das Rad, was der Großteil der Gruppe genauso machte. Bei einer Tankstelle konnte jeder sein Rad auswählen, da waren sicher über 100 zur Auswahl. Lanh betonte einige Male wir sollten darauf achten ein gutes auszusuchen. Ich wählte das erst Beste, checkte den Luftdruck und die Bremsen und war zufrieden mit meiner Auswahl.

Die Tour verlief vielleicht insgesamt 30 Minuten war aber ganz witzig als ganze Gruppe auf den Straßen hier herumzufahren. An einer Tempelanlage machten wir einen kurzen Fotostopp bevor wir zum richtigen Tempel gelangten.

Dort begann es leider sofort so richtig zu schütten, sodass ich zum ersten Mal den Regenschutz für meinen neuen Rucksack testen konnte. Fazit: er hält was er verspricht. Lanh besorgte noch Ponchos für uns alle und so ging es natürlich auch mit dem Rad wieder retour bei leichtem Regen, gut, dass es nicht bergab ging, denn da hätte ich den Bremsen wohl doch nicht ganz vertraut.

Bei der Tempelanlage kam ich das erste Mal ins Gespräch mit einem älteren Mann, der mit seiner Frau unterwegs war. Sie waren Australier, er arbeitete bei Fedex und sie war Krankenschwester in einem KH. Wir hatten sofort ein Gesprächsthema, da er meinte, dass oft Pakte von Österreich bei ihnen falsch angeliefert wurden und genauso auch umgekehrt. Nach dem wir das Rad zurück gegeben hatten, gab es dort im oberen Stock ein Buffet für uns zum Mittag essen. Ich nahm neben meinen neuen Bekannschaften Platz und kam fast nicht zum essen, da wir uns so viel über unterschiedliche Reisen austauschten. Er stammte nämlich ursprünglich aus England, sein Vater war Engländer und seine Mutter Deutsche. Das Paar unternimmt zumindest alle zwei Jahre eine Europareise, wo die Verwandten besucht werden. Jetzt gerade befinden sie sich auf der Heimreise von Europa und beschlossen noch 5 Tage in Vietnam als Zwischenstopp zu machen. Die Gespräche waren echt toll, genauso wie die Buffetauswahl. Es gab viele vegetarische Gerichte, die ich fast alle probierte. Das Essen war wirklich gut.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus ein kurzes Stück zum Fluss Tam Coc, wo wir als nächstes kleine Ruderboote betreten sollten. Davor gab’s natürlich noch für jeden eine Schwimmweste zur Sicherheit. Da nur 2-3 Personen pro Boot zugelassen sind, wurde ich mit den beiden anderen Alleinreisenden in ein Gemeinsames gesteckt. Dabei stellte sich heraus, dass der eine ein Schweizer und der andere aus Malaysien war. Beide total nett, wir haben uns echt gut unterhalten. Noch dazu sprach der Schweizer verständliches Deutsch und war Koch in einem Krankenhaus. Also uns beiden ging der Gesprächsstoff nicht aus.

Das Boot wurde von einer einheimischen Dame mit ihren Füßen gerudert. Die Fahrt dauerte gut 1,5 Stunden, wobei es kurz leicht zu regnen begann, aber wir waren mit Regenschirmen bewaffnet, also alles kein Problem. Im Gegenteil der Regen vorhin hat sogar gut getan, da es nicht mehr ganz so schwül war, zumindest für kurze Zeit.

Am Ende der Tour gaben wir der Dame etwas Trinkgeld, bevor es zurück zum Bus ging. Trinkgeld geben ist hier mehr oder weniger Pflicht.

Der brachte uns zum letzten Halt für heute, Mua Cave oder Lying Dragon Mountain. Dort hieß es 500 Stufen hinauf für einen atemberaubenden Ausblick. Ich marschierte gemeinsam mit Martin, dem Australier, hoch, denn seine Frau ließ diese Aktivität aufgrund ihres Asthmas aus. Die Stufen an sich waren etwas rutschig, aber sonst voll okay.

Nur die Luftfeuchtigkeit setzte uns beiden ordentlich zu. Ich war froh über meine mitgenommen Wasserflasche. Wenn ich daheim eine Ganztagestour marschiere, schwitze ich nicht so, wie bei diesem kurzem Anstieg. Aber der Ausblick war all die Strapazen wert.

Ganz oben war noch eine liegende Drachenskulptur, die nicht ganz einfach zu erreichen war, da die Steine dort echt rutschig waren. Doch natürlich musste ich dort auch noch hin. Martin wartete in der Zwischenzeit auf mich, die Verschnaufpause hatte er auch nötig. Um ehrlich zu sein, wars der Anblick dann nicht wirklich wert, also hatte er nichts verpasst.

Der Weg hatte sich in der Mitte geteilt, es gab noch einen weiteren Hügel, den ich auch noch erklomm. Dabei verweigerte Martin aber und machte seinen Weg retour zum Bus. Nachdem ich oben angekommen war und ein paar Bilder gemacht hatte, trat auch ich den Abstieg zum Bus an.

Dort war dann irgendwie unklar, wo der eigentliche Treffpunkt der Gruppe gewesen wäre und wir mussten dann eine Stunde auf zwei Gruppenmitglieder warten, die ihre Kondition überschätzt hatten. Dafür bekam ich eine Einladung von Martin nach Australien. Er hätte ein Zimmer für mich, von wo aus ich Wale im Ozean beobachten könnte und er würde mir auch das Surfen beibringen. Jetzt muss Australien wohl doch auch noch auf meine Liste. Ich bin echt dankbar, dass ich immer so freundliche Menschen auf meinen Reisen antreffe.

Etwas verspätet begann die Fahrt zurück nach Hanoi, wo mir schon wieder sofort die Augen zufielen, aber ich hatte ja noch immer etwas Schlaf nachzuholen. In der Mitte gab es wieder eine kurze Toilettenpause, bevor wir dann gegen 20:00 in der Nähe vom Hotel verabschiedet wurden. Ich verließ den Bus mit den Deutschen und dem Schweizer. Beim Schweizer verabschiedete ich mich noch und marschierte dann alleine zu meinem Hotel. Eigentlich wäre ich ja schon ziemlich müde gewesen, aber da es Freitag Abend war, tummelte es sich so richtig in den Gassen. Also beschloss ich nur kurz meine Tasche umzupacken und begab mich dann noch auf eine Shoppingtour, Souvenirs und Wasser standen auf der Liste. Ich wurde schnell fündig und sogar einen Art Flohmarkt konnte ich entdecken, wo ich mich hindurch tümmelte.

Nach kurzer Zeit hatte ich aber genug von dem Trubel und begab mich mit einer Cola, die ich nun echt schon brauchte, da mein Kreislauf etwas mit der noch immer anhaltenden Hitze kämpfte, zum See. Wo ich mich mit Blick zur beleuchteten Brücke hinsetzte und den Abend ausklingen ließ.

Gegen halb 11 ging ich dann wieder retour zum Hotel, was schon super ohne Navi funktioniert. Dieses liegt echt gut und nahe an dem See. Im Hotel angekommen kämpfte ich mit der Klimaanlage, die irgendwie nicht so wollte wie gestern. Schlussendlich war es dann schon fast 2 bis ich ins Bett kam, war aber auch überhaupt nicht müde. Morgen steht dann eine Stadtbesichtigung von Hanoi an bei bis zu 34°C, das könnte spannend werden, die Wasserflaschen sind auf jeden Fall schon in den Rucksack gepackt.

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