Am Weg zum Frühstück kam wieder mal ein kurzer Moment von Übelkeit in mir hoch, da es hier im Hotel im Eingangsbereich keine Klimaanlage gab. Die schwüle Luft mit den doch sehr deftigen Frühstücksgerüchen der vietnamesischen Küche sind für meinen Magen um halb 7 morgens etwas viel. Da bevorzuge ich den Geruch von Desinfketionsmittel, wenn ich daheim das Krankenhaus betrete. Heute war echt viel los beim Buffet, eine asiatische Reisegruppe hatte fast den ganzen Raum eingenommen. Nachdem ich meinen Reis mit Eierspeis verspeist hatte, holte ich mein Gepäck und wartete neben den Asiaten auf mein Taxi zum Flughafen.


Der Fahrer sprach wieder kaum Englisch also Zeit für meine Fotos und er konnte mit seiner Gangschaltung eindeutig nicht umgegehen. Plötzlich begann er immer wieder zu telefonieren, bis er schließlich das Auto am Straßenrand stoppte. Dann zog er das Handy raus und übersetzte mir per Google Übersetzer, dass der Motor ein Problem hätte und er kurz warten müsse. Ich wurde leicht nervös, denn ich wurde nur 2,5 Stunden vor Abflug abgeholt, ursprünglich waren 3,5 Stunden geplant. Er meinte der Flughafen sei nur noch 5 Minuten entfernt. Naja nach kurzer Zeit startete er das Auto wieder und setzte mich dann direkt vorm Flughafen ab. Dort wartete schon eine lange Schlange vor dem Check In für Vitnamese Airlines auf mich. Da wurde ich noch nervöser, denn der Flieger sollte schon in 1,5 Stunden abheben, so knapp zum Flughafen kommen, mag ich gar nicht. Zum Glück ging es relativ schnell voran, da wenigstens viele Schalter geöffnet hatten. Schlussendlich nahm ich 10 Minuten vor Boardingstart am Gate Platz. Diesmal war der Flug pünktlich und dauerte eine gute Stunde.


In Ho Chi Minh angekommen, holte ich meinen Rucksack ab und begab mich zum Ausgang, wo ich wieder von meinem Taxi abgeholt wurde. Das letzte Mal hier, dass jemand meinen Namen in die Höhe hält. Dieser brachte mich mit seinem Fahrzeug, das einen sehr interessant gepolsterten Himmel hatte, zum Hotel.

Es war erst kurz nach 12, somit war mein Zimmer noch nicht fertig. Von meinem Tourguide erfuhr ich jetzt, dass sich der geplante Start von 13:00 auf 15:00 verschoben hätte. Also bezog ich gegen 13:00 Uhr das Zimmer und beschloss die Zeit für meinen Blog zu nutzen, da ich gerade ohnehin nicht in die Hitze wollte. Mein Zimmer liegt übrigens im 8.Stock und zu meinem Bedauern kann ich hier wirklich nicht die Treppen nehmen, die Fluchttreppen befinden sich entweder außen oder sind innen hinter einer Tür ohne Türschnalle versteckt. Hier werde ich um das Lift fahren nicht drum herum kommen. Das Positive, er wirkt sehr modern, ist gekühlt und besteht aus sehr vielen Spiegel, da habe ich die ganze Fahrt Zeit zu versuchen ein cooles Bild zu schießen und bin abgelenkt. Mein Zimmer war der Wahnsinn auf den ersten Blick, aber es war eher so “außen hui, innen pfui”. Damit meine ich, dass es nicht sehr sauber war und nicht mal eine ganze Rolle Toilettenpapier war da. Aber ich bin ja nur noch zwei Nächte hier.



Außerdem entdeckte ich Gasmasken im Zimmer, also sowas habe ich auf keiner einzigen Reise bisher gesehen. Das finde ich schon etwas eigenartig.

Nachmittags wartete ich in der Lobby auf meinen Tourbus, den ich sofort an den Kanadiern erkannte. Sie waren überrascht, haben sich aber sehr gefreut mich wieder zu sehen. Sofort wurden die letzten Tage ausgetauscht. Die Dame aus der Blutspendezentrale war aber nicht mehr mit, sie hatte sich hingelegt nach dem anstrengenden Tag in den Cu Chi Tunnels, wo sie den Vormittag verbracht hatten. Es war echt nett sie wiederzusehen.
Erster Tourhalt war eine alte Post, wo man eine Postkarte schreiben konnte. Ich verstand die Begeisterung der ganzen Touristen nicht, da ich ja ohnehin fast immer Postkarten schreibe. Also stöberte ich etwas in den Souvenirläden herum, während die Kanadier eine Postkarte aufgaben. Eine Kathedrale konnten wir auch von außen beobachten, diese war aber halb in ein Gerüst eingepackt.



Dann gings weiter zum Unabhängigkeitspalast, wo wir von unserem Tourguide durch die einzelnen Stockwerke geführt wurden. Die Säulen, die sich außen befinden, sollen an Bambusstäbe erinnern. In den unterschiedlichen Räumen innen sah man immer wieder das Zeichen für “Happiness” versteckt und auch die kommunistische Fahne, in rot und gelb gehalten, mit den Symbolen Hammer (für die Arbeiter) und Sichel (für die Bauern) war oft zu sehen.






Das Highlight stellte für mich aber ein Carambol Billardtisch dar, wo ich dann ins Vergnügen kam den Kanadiern diese Sportart zu erklären. Sie hatten noch nie einen Tisch ohne Löcher gesehen. Auch mit dem Tourguide unterhielt ich mich kurz, der mir sogar einige bekannte Namen von vietnamesischen Spielern aufzählen konnte.

Das Gebäude verließen wir nachdem wir den Bunker und eine riesige Küche besucht hatten.






Der Abschluss der Tour fand auf dem Ben Thanh Markt statt, dem größten Markt hier in Ho Chi Minh. Wir liefen kurz durch, um einen Eindruck zu bekommen. Hier gab es sogar kleine “Restaurants” und wir sahen nicht so viele eklige Dinge, wie in Hue. Aber vielleicht hat uns unser Guide auch absichtlich nicht dort hingebracht. Dessen Englisch war leider nicht das beste, deshalb fragte ich hin und wieder bei den Kanadiern nach, was er jetzt gemeint hätte.






Dann wurde ich wieder zum Hotel gebracht. Leider hatte es in der Zwischenzeit zu regnen begonnen. Ich ging aber gar nichts aufs Zimmer, sondern gleich auf Restaurantsuche fürs Abendessen. Dabei traf ich beim Straßenüberqueren auf ein deutsches Paar. Der Verkehr hier war noch verrückter als in Hanoi oder die Straßen von dem Viertel in dem ich mich befand waren einfach größer. So eine stark befahrene Straße mit 4 Spuren ohne Ampel zu durchqueren ist echt eine Challenge. Deshalb hatte ich mich an die Deutschen angehängt. Sie erklärten mir dann, dass die Mopeds kein Problem sind, nur die Autos würden nicht anhalten.


Ich entschied mich heute wieder für indisches Essen und traf eine echt gute Auswahl. Das Restaurant war extrem hochwertig, super freundliches Personal, sogar der Chef kam an den Tisch und fragte nach, ob alles passt. Das Essen war ein Traum, ich liebe ja indisches Essen, da es hier so viele vegetarische Gerichte zur Auswahl gibt. Vorspeise und Nachspeise, ein Reispudding, waren auch inkludiert, wobei ich mich über den Reispudding nicht drüber getraut hätte ohne Erklärung vom Kellner, dass es sich um eine süße Nachspeise handeln würde. Ich schrieb dann sofort noch eine Googlebewertung für das Lokal.



Abschließend marschierte ich zurück ins Hotel, wo es an der Zeit war Postkarten zu schreiben. Ich war schon mal alleine über eine Stunde mit Adressen schreiben und Marken kleben beschäftigt, pro Karte 3 Marken. Ich erzähle lieber nicht wie viele Marken ich heute geklebt habe. Zur Abwechslung drehte ich kurz vor 12 das Licht ab.






