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Abkühlung in den Ba Na Hills

Auch heute war wieder Abfahrt um 8 Uhr morgens, wobei ich mir zum Frühstück zum ersten Mal gleich mal einen Reis mit Gemüse gönnte. Hier gab es vom Buffett her allgemein sehr viel Auswahl von Obst über Reis- und Nudelgerichte, Bacon, Sausages, Pommes und auch einiges an kleinem Plundergebäck. Ich nahm mir zwei Stück Plundergebäck für die Tour heute mit, da ich diesmal ohne Essen gebucht hatte.

Wir waren wieder mit einem Kleinbus unterwegs und der heutige Tourguide war Sherlock. Also eigentlich heißt er nicht so, aber der Name wäre für uns leichter auszusprechen, deshalb Sherlock. Er war mit Abstand der witzigste Tourguide und erzählte während der Fahrt echt spannende Dinge, die ich bis jetzt noch nicht gehört hatte. Er erklärte uns einiges über die vietnamesische Sprache, zum Beispiel, dass das Wort Bo 13 verschiedene Bedeutungen haben kann, je nach Aussprache, aber die wichtigste sei die Variante in der das Wort Trinkgeld heißt. Außerdem bestehen die Wörter Wassermelone, Kokosnuss und Anannas auch aus den selben Buchstaben und unterscheiden sich nur an der Aussprache. Bei dem Wort danke sollte man auch vorsichtig sein, falsch ausgesprochen heißt es nämlich „halt die Klappe“. Da bleibe ich doch lieber bei „Thank you“.

Auch den Straßenverkehr brachte er uns etwas näher. Hier wird nicht zum Spaß gehupt, sondern das dient zur Kommunikation untereinander:

Einmal Beep = ich komme

zweimal Beep = Ich komme näher

dreimal Beep = ich überhole

Dauerton = geh mir aus dem Weg, du bist zu langsam

Mittlerweile glaube ich ja schon, dass es hier gar keine Rechtsvorangregel gibt. Die Leute fahren einfach in die Kreuzung rein und hupen sich halt zusammen. Die Transportwaren unterscheiden sich hier nicht großartig zu Uganda, auf den Mopeds wird einfach alles transportiert. Heute haben wir einen halben Entenstall hinten drauf geschnallt gesehen, es werden auch ganze Rinder und Kühlschränke transportiert.

Die nächste Geschichte betraf den Krieg zwischen Amerikanern und Vietnamesen. Er meinte den Unterschied mache aus, dass die Vietnamesen klein aber scharf wären. Die Amerikaner hätten während des Krieges 15 Millionen Bomben in Vietnam abgeschossen, aber die Vietnamesen verkrochen sich immer in ihren Tunneln, warteten ab und schlugen dann wieder zurück. Unzählige Kriege hatten die Amerikaner davor gewonnen, aber mit den Vietnamesen konnten sie es nicht aufnehmen. Dabei zeigte uns Sherlock auch ein Bild von einem Truck der auf Stahlseilen fuhr. Das war die Straße durch die Berge, die sie nahmen um von Norden nach Süden zu gelangen. Dazu wurde dem Truck Luft aus den Reifen gelassen und dieser so quasi auf die Seile gespannt.

Wir hielten auch kurz an einer Marmormanufraktur, wo wir einen kurzen Einblick in die Herstellung unterschiedlichster Figuren bekamen. Manche davon, wie man hier sehen kann, echt riesig. Natürlich konnte man hier auch einkaufen, wobei ich nicht darum herumkam mir einen Dragondog mitzunehmen. Der wird zu Hause meine Wohnung bewachen.


Nach insgesamt gut 1,5 Stunden Fahrt waren wir bei der Ba Na Hills Seilbahnstation angekommen. Achja die heutige Tourfamilie bestand aus einer australischen Familie, zwei vietnamesischen Schwägerinnen und einer gemischten Famile (Mama=Irin, Papa=Franzose), die aber auch in Australien lebt und einem Studenten aus Hoi An, der Tourguide werden möchte. Alle waren mega aufgeregt aufgrund der Seilbahnfahrt, für mich hielt sich das eher in Grenzen, aber in Österreich ist man die ja gewohnt.

Nachdem wir die Tickets erhalten hatten, ging die Fahrt los. Sherlock machte noch einen Witz, da hier ein Dach und Boote verkehrt herum von der Decke hingen und meinte der Architekt sei betrunken gewesen. Ich sagte dann scherzhalber zu ihm, bin ich froh, dass die Seilbahn von einer österreichischen Firma ist, da passiert so etwas nicht. Der Ausblick auf die umliegenden Berge während der Fahrt, das Meer und die Stadt an der Küste war schon extrem schön.

Oben angekommen waren wir endlich in meiner Klimazone, gerade mal gut 20°C. Das tat zur Abwechslung richtig gut. Zuerst bestaunten wir die goldene Brücke, die von den Händen Gottes (egal welcher Gott) gehalten wird. Der Bau dieser dauerte ein Jahr. Da meinte einer der Australier, bei ihnen hätte das bestimmt fünf Jahre gedauert. Hier bekamen wir eine halbe Stunde Freizeit, um die Gegend alleine zu erkunden.

Dann ging es weiter in eine Gartenanlage, wo wir auch wieder Freizeit bekamen, um alles zu erkunden. Ich lasse hier einfach mal die Bilder sprechen.

Hier sahen wir auch Blumen, die mit dem Kopf nach unten hingen. Hier scherzte Sherlock wieder, dass sei weil die Archtikten des verkehrten Daches und der von der Decke hängenden Boote die Blumen angepinkelt hätten.

Anschließend fuhren wir mit einer zweiten Seilbahn noch ein Stück höher in die “Universal Studios von Vietnam”, also so würde ich das jetzt mal vereinfacht bezeichnen. Da ich kein Mittagessen gewählt hatte, konnt ich jetzt 3,5 Stunden die Anlage begutachten. Diese wurde ursprünglich von den Franzosen während der Besatzungszeit errichtet und erst gegen 2007 haben die Vietnamesen hier zu bauen begonnen. Man merkt teilweise auch, dass hier noch einiges dazu kommen wird, da einige Baustellen zu sehen sind.

Auf der einen Seite des Berges befinden sich Schlösser und schöne Außenanlagen. In dem sogennanten Lunaschloss, nahm ich an einer 4D Fahrt teil, wobei man quasi durch die unterschiedlichsten Städte der Welt sprang, schon beeindruckend, wenn man in den meisten schon persönlich war. Außerdem nahm ich an einem 4D Kino teil, welches auch im Preis inkludiert war, wo eine Geisterfahrt dargestellt wurde.

Danach nahm ich den Zug auf die andere Seite des Berges, wo sich das französische Dorf und der Familienpark befand. Dort war es gesteckt voll und ich versuchte nur irgendwie zum Oktoberfest zu gelangen, da wir von Sherlock einen Gutschein für 2 kleine Freibier bekommen hatten und ja normalerweise trinke ich gar kein Bier. Aber als Kind einer Braustadt sollte man in fremden Ländern das Bier vielleicht doch kosten. Also begab ich mich in dieses riesige Gebäude, die Brauerei, wo die vietnamesischen Kellner in Dirndl und Lederhosen herumliefen. Nachdem ich eine Weile in der Schlange stand, trank ich die zwei unterschiedlichen Biere, wobei das helle ganz okay war. Das dunkle war nicht so mein Fall, aber ich bin ja auch kein Guiness Fan.

Eventuell habe ich auch ein kleines Labor in der Brauerei entdeckt und mich sehr darüber gefreut.

Danach marschierte ich weiter in den Familienpark, wo ich noch eine Fahrt auf einer Sommerrodelbahn absolvierte. Hier nennen sie das Achterbahn. Für diese musste ich umgerechnet 2,50€ bezahlen.

Achja davor traf ich noch auf die ersten Österreicher, die mich auf Englisch baten ein Bild von ihnen zu machen, bis wir drauf kamen, dass sie aus Wien waren. Wir tauschten uns dann kurz über die jeweiligen Reisepläne aus.

Abschließend ging ich dann zurück zum Treffpunkt, wo wir die Seilbahn hinab nehmen würden. Da ich noch gut 20Minuten Zeit hatte, holte ich mir hier einen Macha Latte, da Akira gemeint hatte, ich muss das unbedingt mal probieren und ja es schmeckt wie es aussieht, ganz schön grün. Aber in Summe gar nicht so schlecht, auf jeden Fall besser als Kaffee für mich zumindest.

Die Fahrt mit der Seilbahn hinab, war genauso atemberaubend. Unten angekommen traf uns dann das schöne Klima wieder, was uns Sherlock durch seine manuelle Klimaanlage, er wedelte uns immer allen mit seinem Fächer zu, versuchte zu verbessern. Ich tauschte mich noch mit den anderen Familien über ihren Tag aus und war heilfroh, dass ich nicht das Mittagsbuffet gewählt hatte, denn es sei eine reine Herumdränglerei gewesen und die Zeit ist ihnen dann auch abegangen. Ich aß meinen Proteinriegel dann gemütlich im Bus bei der Fahrt zurück nach Hoi An. Auf dem Berg hatte ich mich nur von dem Obst von der netten Dame gestern und den zwei mitgebrachten Plundern durchgesnackt. Nur wie ich die zwei Früchte am besten schäle, habe ich noch nicht ganz kapiert.

Zurück im Hotel, zog ich mich nur schnell um und marschierte dann schon los, denn ich hatte heute noch einiges vor. Um 18:00 hatte ich einen Laternenherstellkurs gebucht. Dazu musste ich 20min den Fluss entlang spazieren. Dort angekommen wurde mir von zwei Frauen Schritt für Schritt gezeigt, wie ich meine eigene Laterne basteln konnte mit ihrer Hilfe. Ich wählte selbst das Stoffmuster aus und legte los. Zur Info: Ich habe nicht die geduldigsten und auch nicht die kreativsten Hände, aber dennoch habe ich meine Laterne geschafft. Sie werden mich zwar nicht für die Massenproduktion einstellen können, aber ich war mit meinem Ergebnis zufrieden und fand es auch echt spannend zu sehen, wie das funktioniert.

Die Dame war sehr erstaunt, dass ich alleine unterwegs war und wirkte auch irgendwie besorgt. Sie sagte mir einige Male wo ich jetzt lang gehen solle und meine Wertgegenstände schön bei mir behalten solle. Bisher hatte ich mich ja relativ sicher gefühlt, wenn dir dann Einheimische so vorreden, ist das doch ein etwas komisches Gefühl.

Naja ich ging dann mit meiner zusammen gefalteten Laterne, die ich natürlich mit nach Hause nehmen durfte, wieder zurück in die Gegend, wo die Boote abfuhren. Ich wollte heute nämlich nochmal allein aufs Boot gehen und eine Kerze anzünden auf die ich zuvor einige Wünsche geschrieben hatte, denn ich war der Meinung meine Familie und ich könnten nach den letzten 1,5 Jahren noch mehr Magie gebrauchen. Also kaufte ich eine Bootsfahrt inklusiver grüner Kerze, schrieb meine Wünsche darauf und stieg zu einer Dame ins Boot. Die chauffierte mich durch den Fluss, wo ich noch einmal die Magie der beleuchteten Laternen und schwimmenden Kerzen aufsog. Ich setzte meine Kerze ins Wasser und genoss einfach nur den Moment für mich. Es war um diese Zeit, halb 8, schon etwas ruhiger als gestern, lag wahrscheinlich auch daran, dass es leicht zu nieseln begonnen hatte.

Nach der Bootsfahrt suchte ich eine indisches Lokal, denn heute war mir nach etwas anderem als vietnamesisch. Mein Curry war echt lecker und das Knoblauch Naan perfekt.

Anschließend zog es mich auf die andere Seite des Flusses, wo sich mehr Bars unter anderem auch mit Livemusik befanden. Dort fand ich ein Irish Pub, wo ich zuerst noch zögerte hinein zu gehen, aber dann doch beschloss einen Mojito zu trinken. Beim Hineingehen winkten mir zwei Mädls zu, wo ich anfangs verwundert war. Sie luden mich zu ihnen auf den Tisch ein. Die beiden Engländerinnen waren auch schon eine Woche in Vietnam unterwegs und wollten neue Leute kennen lernen. Wir hatten eine nette Unterhaltung, aber ich verließ sie dann nach dem einen Getränk, da ich ja morgen früh wieder zum Flughafen musste. Achja die Regel mit dem „keine Eiswürfel“ in Vietnam hatte ich seit der Bootsfahrr in der Halong Bay verworfen, da ein Mojito ohne Eis halt einfach kein Mojito ist. Bis jetzt habe ich keine Probleme gehabt und das wird denke ich auch so bleiben.

Dann wurde ich noch Opfer einer Touristenfalle. Es hatte mittlerweile so richtig zu schütten begonnen und genau heute bin ich ohne Regenschirm und Poncho in der Eile rausgegangen. Also kaufte ich einer Dame am Straßenrand einen Poncho ab, da ich meine klitschnassen Sachen sonst schlecht einpacken konnte.

Im Hotel retour hieß es bloggen und packen, bevor es dann schon wieder halb 2 war. Die nächsten beiden Tage würde ich wieder mit den Kanadiern unterwegs sein, die mich auch in Hanoi auf der Stadttour begleitet hatten. Bin schon gespannt, was diese in der Zwischenzeit erlebt haben.

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