Dass ich mal alleine so richtig nach Asien fliegen würde, hätte ich mir nie gedacht. Aber das hat mein Bauch vor ein paar Wochen spontan entschieden und da ich mehr auf mein Bauchgefühl hören sollte, probiere ich das jetzt mal aus. Ich war ja schon einmal in Singapur als Zwischenstopp auf unserer Neuseelandreise damals 2016 und im Jänner waren wir heuer einen Tag in Quatar, aber Flughafenaufenthalte zählen ja nicht und irgendwie ist Quatar nicht so das richtige Asien, zumindest nicht so wie ich es mir vorstelle. Also auf nach Asien und eben genauer nach Vietnam. Warum ich Vietnam gewählt habe? Einerseits möchte ich Kultur erleben und nicht nur Party oder Inselhopping betreiben und Japan und China waren mir etwas zu teuer und zu kurzfristig. Aber die beiden Länder sehen mich auch noch irgendwann.
Wie immer brachten mich meine Eltern zum Flughafen, Mama meinte, so oft wie heuer war sie noch nie in Schwechat und das ohne einen Flieger zu betreten. Mir ist das heuer noch gar nicht so schlimm vorgekommen. Zur Abwechslung mal nicht mit Quaxie unterwegs, sondern Papas neuem Skoda, den er letzte Woche bekommen hatte. Aber wer mich kennt, ich musste den gleich mal Probe fahren. Also fuhr ich einen Teil der Strecke nach Wien.
Bei der Buchung entschied ich mich für eine Art Gruppenreise, wo tageweise Ausflüge gemeinsam unternommen werden, ich aber auch freie Tage bzw. freie Zeit für mich habe. Mal schauen wie das dann wirklich abläuft. Bei der Airline wählte ich Quatar, wobei ich das vor einer Woche kurz bereute, aufgrund der politisch/militärischen Geschehnisse in Doha. Aber auch das kennen wir ja schon von meinen Reisen, wenns kein Waldbrand und kein Erdbeben ist, dann zur Abwechslung mal sowas. Nach der Gepäcksaufgabe hieß es Abschied nehmen von den Eltern, was mir diesmal etwas schwer viel. Das letzte Jahr hat einfach so viel emotional von mir gefordert, dass ich hin und wieder an meine Grenzen komme. Ich kann euch gar nicht sagen, wie ich mich schon auf 2026 freue, um dieses Jahr endlich hinter mir zu lassen.

Beim Securitycheck durfte ich dann noch eine Drogenkontrolle passieren und wurde abgetatscht. Auf dem Weg zum Gate heiterte mich dann ein Deutscher auf, der mir eine neue Kreditkarte „andrehen“ wollte, ich nahm den Wisch einfach mal mit und tauschte mich etwas über Köln aus.


Am Gate angelangt musste ich feststellen, dass es hier keinen Smoothieladen gibt und ich so meiner Tradition nicht nachkommen kann. Zum Glück hatte Mama gestern noch Apfelstrudel gebacken, den hatte ich vorhin im Auto noch verspeist.
Was ich an Quatar so toll finde, die fangen wirklich 1h vor Ablfug mit dem Boarding an und es läuft zumindest in Wien alles super geordnet ab. Ich saß in den mittleren Reihen am Gang und hatte ein nettes Paar, eine Oberösterreicherin und einen Philippiner, neben mir sitzen. Wir tauschten uns kurz über ein paar vergangene Reisen aus. Der Flug war von einigen Turbulenzen gekennzeichnet. Aber in Summe alles harmlos und zum Essen gabs Pasta mit Spinat, die voll okay war. Als Nachspeise servierten sie Rhabarbartopfencreme oder so. Hab ewig keinen Rhabarbar gegessen, die war echt gut. Die Zeit vertrieb ich mir mit Fotos aussortieren der letzten Monate und ich versuchte den animierten Herr der Ringe Film zu schauen, doch irgendwie tue ich mir mit dem echt schwer und ich habs noch nicht geschafft ihn zu Ende zu sehen.


Nach 5 Stunden landeten wir gegen 22:00 in Doha. Jetzt hieß es weitere 5 Stunden warten. Ich war ja heuer wie gesagt schon in Doha am Flughafen, aber so hatte ich ihn nicht in Erinnerung. Ein Wahnisnn wie grün der ist, hab mich gleich etwas verliebt. Da werden die 9 Stunden Layover, die mir beim Heimfliegen bevor stehen auch erträglich sein. Nachdem ich den Securtiy Check ohne Probleme passiert hatte, begab ich mich in diese grüne Oase und beobachtete das Menschentreiben. Da mein Gate noch nicht bekannt war, wusste ich ohnehin nicht wohin ich mich sinnvollerweise hinbewegen sollte.

Ich wurde nach einiger Zeit jedoch etwas müde und beschloss lieber doch etwas herum zu spazieren, wobei ich mich daran erinnerte, dass ich im Jänner hier einen Smoothie Laden entdeckt hatte. Den habe ich dann aufgesucht. Wenn ich in Wien schon keinen bekommen habe, dann eben in Doha. Schließlich war auch mein Gate endlich bekannt, so wanderte ich wieder auf die andere Seite des Flughafens, wo ich dann feststellen musste, dass es hier keine Sitzgelegenheiten gab, da die Gates erst 1h vor Abflug aufgemacht werden. Somit wieder retour marschiert zur grünen Oase und auf den Boden gelegt, bis kurz vor halb 2.









Dann marschierte ich zum Gate. Hier lief das alles nicht so geregelt ab, die Boarding Zonen wurden nicht eingehalten und jeder tat irgendwie. Im Endeffekt zählte ich diesmal zu den Glückskindern. Nicht nur einen Fensterplatz hatte ich ergattert beim Online Check in, sondern auch eine ganze Sitzreihe für mich alleine. Das hieß umlegen, Beine ausstrecken und drei Decken für mich. Das hatte ich noch bei keinem Flug. So konnte ich zumindest knappe 4h schlafen und wurde sogar vom Flugpersonal geweckt, damit ich das Frühstück nicht verpasste. Es gab Pancakes und Kokoschiasamenjoghurt mit Obst. Das hätte ich echt nicht verpassen wollen.



Knapp 7h später, setzte der Flieger den Landeanflug nach Hanoi an. Vietnam von oben wirkte schon mal sehr grün.

Am Flughafen angelangt, kam die erste Welle der Überforderung auf mich zu, weil das mit dem Visumscheck irgendwie komisch angeschrieben war und auf der Toilette traf ich auf ein Rudel von Spanierin, die ihr Temprament voll auslebten. Nichtsdestotrotz konnte ich den Visumscheck gut passieren und auch mein Aufgabegepäckstück war sofort da. Dann hieß es Geld tauschen, für 200 Euro bekam ich über 6 Millionen Dong. An das muss ich mich auch erst gewöhnen. Anschließend verließ ich den Flughafen und machte das erste Mal mit der vietnamesischen Luft Bekanntschaft und ja es ist heiß und schwül. Bei Säule 10 wartete ein Fahrer mit Namensschild auf mich, der mich ins Hotel brachte. Davor hatten mich schon gefühlt 5 andere angeredet, ob ich nicht ein Taxi bräuchte. Der Fahrer sprach während der 40 minütigen Fahrt kein Wort mit mir, das kenne ich so auch nicht, aber teilweise ist das Englisch der Personen hier, glaube ich, nicht so gut. Meine ersten Eindrücke während der Fahrt, es gibt wohl nur eine Verkehrsregel, wer hupt gewinnt. Also was die hier zusammenfahren, erstaunlich, dass da nicht mehr passiert. Als nächstes sind mir unzählige kleine Shops aufgefallen, ein Wahnsinn, was ich da in der Innenstadt abspielt. Normal ja gar nicht so mein Fall, ich suche immer das Ruhige, aber zur Abwechslung passt das mal ganz gut.
Im Hotel angekommen, freute ich mich über die Klimaanlage und über die Tatsache, dass es eine Stiege gibt und ich nicht nur auf den Lift angewiesen bin. Doch mit dem Hotelangestelltem gemeinsam wagte ich mich doch in den Lift, er half mir nämlich mit dem Gepäck. Ich wäre ja lieber die Treppe gegangen, aber habe mich dann nichts sagen getraut, da sein Englisch nicht das Beste war. Im Zimmer angekommen freute ich mich über die Klimaanlage. Es war riesig und sauber. Nachdem ich geduscht hatte, um auch etwas munterer zu werden, wagte ich mich auf die Straßen Hanois.



Ich wanderte aber von klimatisiertem Shop zu Shop, da die Temperaturen hier echt nicht die angenehmsten sind mit der Luftfeuchtigkeit dazu, aber es wurde mir gesagt, man gewöhnen sich daran. Ich suchte dann einen richtigen Supermarkt, wo ich mich mit Wasser versorgen wollte und wurde auch fündig. Da mir das Menschentreiben auf den Straßen und der Verkehr etwas zu viel waren, verzog ich mich dann an den See mitten in der Stadt und nahm mir dort etwas Zeit die schöne rote Brücke zu bestaunen. Brücken finde ich ja allgemein toll, ich sage nur Tower Bridge in London. Die hat mich auch begeistert.




Nach 1,5 Stunden marschierte ich wieder ins Hotel, da ich gegen 18:00 Uhr zu meinem anbendlichen Event einer Wasserpuppenshow outdoor abegholt werden sollte. 5min davor kam per Whats App die Absage, da aufgrund eines Taifuns die Show nicht stattfinden würde. Nächste Möglichkeit ist dann Samstag, mal schauen, ob das Wetter da aushält. Was macht die Laura in so einem Fall, man könnte ja schlafen gehen oder relaxen, aber nein kurz eine Wasserpuppenshow in 5min Gehweite gebucht, die indoor spielt. Die war wirklich schön und fand in einem klimatisiertem Theater statt. Es wurden unterschiedliche Szenen musikalisch hinterlegt dargestellt, am besten fand ich den Paarungstanz von Henne und Hahn, wo am Ende ein Ei bzw. schlussendlich ein Kücken hervorkam.






Nach der Show lief ich noch eine Runde um den See, um die Brücke bei nächtlicher Beleuchtung zu betrachten. Gegen halb 9 war ich dann im Hotel, wo es nun an der Zeit war Blog zu schreiben.







Ürigens ist der Verkehr für Fußgänger auch nicht ganz ohne, man muss einfach die Straße auf gut Glück überqueren und hoffen, dass die vielen Mopeds um einen herumfahren.
Die morgige Tour startet zeitig gegen halb 8. Es geht nach Tam Coc auf eine kleine Bootstour, mal schauen, ob dass bei den Wetterbedingungen morgen funktioniert und wie es mir mit dem Jetlag geht. Denn mittlerweile ist es fast 1:00 Uhr und meine Müdigkeit hält sich gerade noch in Grenzen.




