Heute habe ich wirklich gut geschlafen, das Bett war sehr bequem und Tierstimmen waren hier kaum wahrzunehmen. Der Morgen startete ganz entspannt mit mystischem Blick auf den Lake Bunyonyi, der von einer Nebelschwade überzogen wurde.



Unser Frühstück genossen wir heute bei tollen Ausblick im Außenbereich des Restaurants. Ich hatte Waffeln mit Obst bestellt, wo mich Jones schon am Vorabend gewarnt hatte, dass dies eine riesige Portion sein würde. Das war dann auch so. Ich gab je ein Stück Waffel an Andi und Jones ab, aber mein Obst teilte ich nicht. Dazu ist dieses viel zu lecker hier in Uganda.


Nach dem Frühstück stand uns eine erneut längere Fahrt bevor, wo ich die wechselnden Landschaften und das Straßenleben hier beobachten konnte. Andi machte es sich wie immer gemütlich im Auto und holte etwas Schlaf nach. Jones hielt wieder an einem Straßenstand an, wo er unseren Bananenvorrat auffüllte. Auch eine große Herde von Ankole Rindern durften wir am Straßenrand bestauen. Schon alleine beim Anblick derer Hörner bekommen ich Nackenschmezen, unvorstellbar wie diese Rinder mit diesen riesigen Hörnern herumlaufen können.




Zum Mittagessen stoppten wir an einem Lokal, wo es ein großes Buffet gab. Eine sehr freundliche Dame erkläte uns alle Speisen und wir trafen unser Auswahl. Ich probierte wieder Matoke (Gatschbanane) mit Binyebwa (Erdnusssoße) und Süßkartoffeln. Das Essen war wie immer sehr gut. In diesem Restaurant gab es auch wieder die einfachen Lochtoiletten, erst zum zweiten Mal habe ich diese hier gesehen.



Danach ging es weiter zu unserer Lodge, die auf einer Hügelspitze mit direktem Blick auf den nächsten Nationalpark lag, dem Lake Mburo NP. Noch vor dem Willkommenssmoothie fiel mir ein Baum mit unzählbar vielen Vogelnestern auf. Diesen hatten sich sehr aktive gelbe Webervögel als zu Hause genommen. Unser Getränk genossen wir also bei Vogelgezwitscher.


Heute sollten wir in einem Zelt übernachten, das aber mit Bett und Bad ausgestattet war. Im Endeffekt handelte es sich um ein Außenbadezimmer mit Dusche und WC, welches sich hinter einer Steinwand mit Dach befand und davor wurde auf den Steinboden ein riesiges Zelt gestellt. Das Zelt war zu verschließen, das Badezimmer jedoch nicht. Irgendwie stellte das ganze eine witzige Konstruktion dar. Der Ausblick auf den NP war fantastisch. Ich konnte von hier mit dem Fernglas bereits Zebras und Warzenschweine entdecken.





Um 16:00 starteten wir unseren Abend Gamedrive. Das Eintrittstor war nur wenige Fahrminuten entfernt. Während Jones sich um die Einfahrtsberechtigung kümmerte, konnten wir draußen eine Grünmeerkatze beim Bananen klauen und anschließendem Verspeisen beobachten. Wir trafen dabei auch auf andere Österreicher, Tiroler, die sich über ihren Guide und den allgemeinen Registrierungsprozess hier beschwerten. Wir überlegten kurz, ob wir uns überhaupt als Österreicher outen sollten, da sie doch schon etwas viel „suderten“, aber wir entschlossen uns dann doch sich kurz mit ihnen auzustauschen.

Dann kam Jones zurück, öffnete das Dach für uns, wir nahmen wieder die Plätze oben ein und schon konnte der Gamedrive losgehen. Zuerst trafen wir auf Impalas, eine weitere Antilopenart, die am Hintern ein schwarzes M trägt. Ansonsten dem Uganda Kob sehr ähnlich, nur das Geweih sieht anders aus. Impalas leben in Herden mit nur einem Alphamännchen, die restlichen Männchen leben einzeln oder in Junggessellenenherden.




Anschließend trafen wir auf unsere ersten Zebras. Hier erklärte uns Jones, dass jedes Zebra seine eigene Zeichnung hätte und Jungtiere auch dadurch ihre Mütter korrekt zuordnen könnten. Dieses spezielle Muster dient auch dazu Insekten von ihnen fern zu halten, da sie durch das Muster optisch getäuscht werden. Außerdem spricht man bei Zebras von schwarz-weißem Fell und nicht weiß-schwarzem Fell, da man bei der Zebranase anfangen würde und die ist schwarz. Was noch ganz interessant ist, Zebras leben in großen Herden und bewegen sich immer in einer Linie hintereinander fort, wenn sie weitere Strecken zurück legen. Achja und wenn man ein Zebra mit einem Esel kreuzt, bekommt man einen Zonkey. Die gibt es hier nicht, aber googelt die mal, die schauen echt witzig aus. Dieser NP ist übrigens einer von zwei in Uganda, wo man Zebras finden kann. Der zweite liegt ganz im Norden von Uganda, da schaffen wir es zumindest bei dieser Reise nicht mehr hin.



Bei der Weiterfahrt konnten wir einen großen Giraffenturm mit Jungtieren beobachten. Ein altes Männchen stand sogar direkt neben der Straße und fraß gemütlich von einem Baum. Die Jungtiere im Hintergrund tollten herum und schienen ihren Spaß zu haben. Auch die Zebras daneben scheuchten sie so etwas auf. Giraffen waren ursprünglich nicht einheimisch in diesem Park, aber es wurden 60 Tiere hier angesiedelt und mittlerweile könnten es schon um die 80 Giraffen sein. Wie man sehen konnte, ging es ihnen hier ausgesprochen gut.


Dann entdeckten wir einen Büffel mit zwei Vögeln am Rücken direkt auf der Straße liegen und auch ein Anlocknetz für die Tsetse Fliegen konnten wir zum zweiten Mal entdecken. Das erste Mal haben wir solches bei den Murchison Falls gesehen. Es ist einfach ein blaues Stoffgebilde, das an den Bäumen hängt. Diese Fliegen fühlen sich stark von der Farbe blau angezogen, deshalb sollte man auch keine blaue Kleidung tragen, denn diese Fliegen können die Schlafkrankheit übertragen.


Bei der nächsten Impalaherde hatten wir noch das Glück eine weitere Antilopenart betrachten zu können und zwar das Topi oder die Leierantilope. Diese haben einen ganz interessanten Fortbewegungsstil.

In der Ferne entdeckten wir dann noch eine große Herde Elands oder Elenantilope. Leider waren sie für gute Bilder einfach zu weit entfernt, doch durch das Fernglas konnte man sie eindeutig zuordnen.

Anschließend trafen wir noch auf eine Gruppe Paviane, bevor wir am Lake Mburo für eine kurze Pause hielten. Jones schloss das Dach, um keine Probleme mit den Pavianen zu bekommen, denn diese würden sich die Bananen aus dem Auto holen wollen. Auf einmal zückte Jones am Ufer des Sees aus einem Papiersackerl eine Flasche südafrikanischen Wein, zwei Gläser, ein Tonic für ihn und ein Sackerl Popcorn. Andi schien im Himmel zu sein, endlich hatte er seine geliebten Popcorn sogar in Uganda. Nun begann Jones eine Rede zu halten, sich bei uns zu bedanken, dass er sich geehrt fühlte mit uns zu reisen und er schon im ersten Moment am Flughafen wusste, dass wir viel Spaß gemeinsam haben würden und so war es auch. Bei mir flossen die ersten Tränchen, dieser Mensch ist einfach wirklich was ganz besonderes. Wir machten noch ein paar Selfies und stießen dann gemeinsam auf unseren Abschluss der Reise an. Der Wein und die Popcorn waren wirklich lecker und der Sound der Nilpferde im Hintergrund setzte noch eines drauf. Jones versuchte dann noch mit seiner JBL Box die richtige Musik im Hintergrund laufen zu lassen, so wie auch bei jeder Autofahrt. Dann probierten wir noch Vögel anzulocken in dem wir mit Jones App ein paar unterschiedliche Vogelstimmen vorspielten. Das klappte jedoch nicht so gut.







Als wir ausgetrunken hatten, ging es bei Einbruch der Dunkelheit zurück in die Lodge. Dabei konnten wir noch einige Zebras, Impalas, Ein Nilpferd und Warzenschweine beobachten. Die Pumbas sehen übrigens mega lustig aus, wenn sie herum laufen, dabei haben sie nämlich immer den Schwanz nach oben gehalten. Außerdem müssen sie sich zum Fressen hinknien, da sie sonst mit ihrer Schnauze nicht zum Boden gelangen. Nilpferde grasen die ganze Nacht und legen sich eine Spur von ihrem Kot dabei, um wieder zurück zu finden, also so auf die Art wie Hänsel und Gretl.




Zurück in der Lodge war es bereits Zeit fürs Abendessen. Heute gab es Tomaten-Rote Rüben Suppe, die erstaunlicherweise gar nicht schlecht war. Das sind nämlich beides Gemüsesesorten, die ich eher ganz weit untern auf meiner Favoritenliste anordnen würde. Als Hauptgang ein Kichererbsen Masala mit Kartoffeln und Gemüse und als Nachspeise irgendwas mit Zitrone und Karamell. Die ließ ich aber aus, da sie nicht so mein Fall war.

Heute sprachen wir noch über Jones Reise Bucket Liste, wobei wir realisierten, dass es für ihn gar nicht so leicht war auf andere Kontinente zu gelangen. Überall müssten sie aufwändige und kostspielige Visaprozesse durchlaufen. Für die USA muss man schon mindestens ein Jahr im Voraus planen. Da merkt man erst wie privilegiert man als Österreicher bzw. Europäer eigentlich ist. Ich finde das ehrlich gesagt überhaupt nicht fair, dass ein Background entscheidet, wie erschwert einem das Reisen wird. Ich würde Jones sofort bei uns in Österreich willkommen heißen und ihm die Berge und die klaren Seen zeigen. Gegen 21:30 Uhr zogen wir uns dann in unser Zelt zurück. Bin gespannt wie es mir beim Schlafen geht, denn Tierstimmen gibt es hier bestimmt.




