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Tag 8 – Berggorillas hautnah im Bwindi NP

Gut erholt starteten wir früh morgens in den Tag. Jones hatte für die letzte Nacht ein Quartier im Ort suchen müssen, aber beim Frühstück leistete er uns wieder Gesellschaft. Ich traute mich zum ersten Mal über ein Eieromelett und zwar ein Spanish Omelette. Dabei handelt es sich um Eierspeis mit Gemüse. Es war wirklich lecker. 

Nach dem Frühstück fuhren wir direkt zu dem Punkt, wo das Gorilla Trekking starten sollte. Mit einem Rucksack, der Regenjacken, 4 Flaschen Wasser und unser Lunchpaket enthielt, machten wir uns auf den Weg zur Sicherheitseinweisung. Jones registrierte uns in der Zwischenzeit. Da so ein Gorilla Trekking bis zu sieben Stunden dauern kann, abhängig davon wie schnell wir die Gorillas finden würden, entschieden wir uns dafür einen Porter zu nehmen. Das ist eine Person, die dir am Weg durch den Dschungel hilft und deinen Rucksack für dich trägt. Jones legte uns dies nahe und auch ich hatte schon recherchiert, dass dies eine gute Option sei, um dieses Erlebnis entspannter erleben zu können. Denn hier waren wir auf über 2000 Höhenmetern bei Temperaturen um die 25-30Grad unterwegs, das alleine stellte für uns körperlich schon eine größere Anstrengung dar als für die Einheimischen hier. Außerdem handelt es sich um Berggorillas, die klarerweise in den Bergen wohnen, was bedeutet, es geht hier steil bergauf und -ab. Gorillas können täglich bis zu 15km zurücklegen und man weiß nie, ob man einen Tag erwischt, wo sie eine größere Strecke wandern. Noch ein wichtiger Punkt, man kann die Begegnung mit den Gorillas viel mehr genießen ohne Rucksack auf den Schultern. 

Vor der Sicherheitsschulung gab es wieder eine Entertainmentshow von Einheimischen Frauen, die für uns tanzten und sangen. Sogar ein verkleideter Gorilla war dabei.

Anschließend erklärte uns ein Ranger einiges über die Gorillas. Sie leben in Familien mit einem männlichen Oberhaupt, dem Silberrücken. Weitere männliche Gorillas wachsen mit zirka 14 Jahren zu Silberrücken heran und verlassen meist ihre Familie, um eine eigene zu gründen. Berggorillas sind vorm Aussterben bedroht. Es leben nur noch um die 1000 in freier Wildbahn und zwar in Ruanda, im Kongo und in Uganda. Die größte Anzahl befindet sich in Uganda. Gorillafamillien bestehen meist aus um den 10 Tieren. Normalerweise würden sie sich vor den Menschen fürchten. Diese hier sind durch die Beobachtungen und täglichen Besuche an die Menschen gewöhnt. Es dauert um die zwei Jahre bis sich eine Gruppe an uns Menschen gewöhnt hat. Bezüglich Sicherheitseinschulung galten dieselben Punkte, wie bei den Schimpansen: Maske, Abstand, Hose in die Socken, Ruhe bewahren und Laufen, wenn dein Ranger läuft. Auch hier wurden wir wieder von 2 weiteren Beschützern mit Gewehren begleitet, denn auch hier gibt es aggressive Waldelefanten. 

Nach der Sicherheitsunterweisung wurden wir auf Gruppen aufgeteilt. Wir sollten zu der Gorillagruppe Kyaguriro wandern. Diese besteht aus 10 Mitgliedern, davon ein Silberrücken, ein weiteres größeres Männchen, vier Weibchen, zwei junge Weibchen und zwei Babies. Als wir das hörten freuten wir uns riesig. Auch noch die Chance Babies zu Gesicht zu bekommen, einfach unglaublich. Mit von unsere Gruppe waren noch ein italienisches Paar, die wir beim Schimpansen Trekking auch schon gesehen hatten und drei holländische junge Damen. Es dauerte noch eine Weile bis klar war von wo wir starten würden, da die Tracker die Gorillas noch nicht ausfindig gemacht hatten. Es funktioniert nämlich so, dass die Gorillas täglich von Trackern besucht werden, damit ihr genauer Aufenthaltsort leichter bestimmt werden kann. Hierzu starten diese früh morgens, suchen die Gorillas und bleiben dann bis abends bei den Tieren. Am nächsten Tag beginnt das Ganze von vorne. Gorillas bauen nämlich jeden Tag ihre Nester neu. Im Gegenteil zu den Schimpansen bleiben sie dabei aber am Boden. Gorillas sind nach den Schimpansen und den Pavianen, die uns von der DNA her ähnlichsten Primatenart. Nachdem wir unsere Porterin zugeteilt bekamen, starten wir nun doch mit dem Auto und fuhren einige Kilometer in Richtung der Gorillas. 

Jeder bekam noch einen Bambusstock als Gehhilfe für das steile Gelände. Dieser sollte sich noch als sehr hilfreich herausstellen. Jones wartete hier neben der Straße im Auto auf uns und wir begannen unser Abenteuer im Dschungel. Der Weg war zuerst schon recht steil, aber noch gut zu bewerkstelligen. Die Tracker hatten mittlerweile die Gorillas entdeckt und wir waren mehr als glücklich, denn nach 20 Minuten näherten wir uns schon der Gorillafamilie. Bevor wir für eine Stunde ganz nah zu ihnen durften, setzten wir unsere Masken auf und ließen unsere Bambusstöcke zurück. 

Dann war es endlich soweit, der erste Gorilla saß einfach in einem Nest ein paar Meter neben uns und schenkte uns nicht viel Beachtung. Im Gegenteil er legte sich einfach um und relaxte. Da sich unsere Gruppe direkt in einem Steilhang aufhielt, war es gar nicht so einfach alle Tiere zu entdecken, aber die Tracker und unser Ranger versuchten alles, um uns gute Bilder zu ermöglichen. Immer wieder machten sie uns den Weg mit ihren Macheten frei und zeigten uns genau, wo wir lang gehen sollten. 

Als nächstes trafen wir auf einen weiblichen Gorilla mit Jungtier. Diese nahmen gerade ihre Mahlzeit ein. Nach der Reihe machten wir unsere Fotos. Andi und ich waren hier als letzte an der Reihe. Richtig süß dem Jungtier beim Fressen zuzusehen. Auf einmal entschieden sich die beiden Gorillas ihren Fressplatz zu verlassen und kamen direkt auf mich zu. Mein Herz hielt kurz an. Die beiden gingen keine 10cm neben mir einfach vorbei. Was für ein Erlebnis, das kann ich gar nicht in Worte fassen, diesen prächtigen Tieren so nah zu sein war magisch. Einer meiner Lebensträume wurde wirklich war. Einer der Trackern kam auf mich zu und bedankte sich für mein Verhalten, dafür dass ich so ruhig geblieben bin und meinte, dass ich sehr mutig sei. 

Dann konnten wir wieder etwas weiter oben ein Weibchen beobachten, bevor wir einem weiteren Weibchen mit Baby ganz nah waren. 

Dann entdeckten wir den Silberrücken, der zuerst ganz schön wild herum lief und Geräusche von sich gab, dass mir das Herz in die Hose rutschte. Eine der holländischen Damen klammerte sich an Andi. Unser Ranger und die Tracker blieben aber ganz cool und meinten, dass er gerade nur auf der Suche nach einem Weibchen zur Paarung war und wir uns nicht fürchten sollten, er sei nicht aggressiv. Während der Silberrücken schlussendlich seinen Akt vollzog, beobachteten wir ein Baby, dass unseren Ranger imitierte. Er klopfte sich auf die Brust, also tat es das Kleine auch. Dann zog ein Tracker an den Ästen, daraufhin begann das Baby dasselbe zu tun. Es lieferte uns eine tolle Show. 

Als der Silberrücken fertig war, wirkte er entspannter und wir konnten ihm eine Weile beim Fressen zu sehen. Danach war unsere Stunde eiegentlich um, doch die Tracker gaben uns noch weitere 10 Minuten dazu. Die waren es wirklich wert, denn wir konnten hier nochmal einem Weibchen mit Baby ganz nahe kommen. Diese waren gerade mit dem Fressen einer Rinde beschäftigt. Wir konnten auch ein paar Mal beobachten, wie die Weibchen ihre Jungtiere auf dem Rücken herumtragen. Die zwei Babys in dieser Gruppe sind 6 und 14 Monate alt. 

Nach genau 70 Minuten war unsere Zeit dann um und wir machten uns wieder auf den Weg den Hang hoch zu klettern. Die Gorillas befanden sich nämlich wirklich im dichtesten Getstrüpp mitten im Hang. Oben angelangt erhielten wir noch die Möglichekit mit den Trackern ein Foto zu machen und gaben ihnen etwas Trinkgeld, denn sie hatten wirklich einen guten Job gemacht.

Mit unseren Bambusstöcken in der Hand ging es wieder retour Richtung Auto. Kurz bevor wir dort angelangten, stoppte unser Ranger noch und gab jedem von uns ein Zertifikat als Bestätigung das wir hier im Bwindi NP erfolgreich Gorillas getrekkt hatten. Danach teilte sich die Gruppe an den Autos auf und jeder fuhr zu seiner nächsten Destination. Die Poeterin hätten wir für die kurze Strecke nicht gebraucht, aber im Steilhang herumzuklettern und die besten Bilder zu schießen war trotzdem definitiv angenehmer ohne Rucksack.

Jones konnte es kaum glauben, dass wir so schnell wieder zurück waren, denn es war noch nicht einmal 12:00 Uhr. Wir fuhren nun auf die andere Seite des NP, wobei wir hier noch auf eine neue Affenart traffen, die Vollbartmeerkatze. 

Nachdem wir das Ausgangstor passiert hatten, stoppte Jones an einem wunderschönen Aussichtspunkt, wo wir den Dschungel und die Plantagen der Gegend noch einmal auf uns wirken lassen konnten. Ich schlug vor hier unseren Lunch einzunehmen. Jones breitete seine Tischdecke für uns am Boden aus und ein einheimisches Kind brachte uns sofort eine Papierschachtel, die wir als Mülleimer benutzen konnten. Zwei Kinder saßen nämlich gleich daneben am Straßenhand vor einer Hütte und verkauften Souvenirs. Wir bekamen während unserem Picknick auch Besuch von zwei Vögeln, die gerne etwas von unseren Sandwiches abbekommen hätten. Andi hatte ein Käsesandwich, ich ein Gemüsesandwich. Ich bin ja eigentlich kein Fan von Sandwiches, aber wenn man bei uns auch in einer Soße gekochtes Gemüse einfüllen würde, sehe die Lage ganz anders aus. Es war nämlich wirklich lecker. Ein gekochtes Ei, eine Banane und ein Saftpäckchen waren auch noch Teil des Pakets. Außerdem waren noch mit faschiertem Fleisch gefüllte Teigtaschen dabei, diese gaben wir an die beiden Kinder weiter. Sie freuten sich extrem darüber. 

Nach dem Picknickstopp ging es weiter zu unserer Lodge für heute. Dort gelangten wir gegen 15:00 an. Es sind meist keine großen Distanzen, die wir hier zurücklegen, aber aufgrund der Straßenverhältnisse kommt man oft nur langsam voran. Denn entweder bewegt man sich auf sehr holprige Schotterstraßen oder die normal asphaltierten Straßen enthalten extrem viele Geschwindigkeitsschwellen. Ich meine, dass Uganda das Land mit den meisten dieser überhaupt ist, zumindest von meinen bereisten auf jeden Fall. 

Die Lodge heute war einfach ein Traum mit direkter Aussicht auf Lake Bunyonyi. Nach dem Willkommenssmoothie, sowie der Speiseauswahl fürs Dinner, brachten die Angestellten wieder unser Gepäck ins Zimmer. Dieses war einfach riesig mit Couchbereich, Badwanne und Dusche. Sogar eine Heizung war hier Bestandteil des Zimmers. Das Bett wies zum ersten Mal kein Moskitonetz auf, es war hier aber auch etwas frischer. Übrigens hatten wir, wenn überhaupt, erst 10 Gelsen gesehen. Deshalb blieben wir auch bei der Entscheidung unsere Malariamedikamente, die wir mit hatten, nur im Bedarfsfall zu verwenden, falls einer von uns eindeutig gestochen worden wäre oder jemand von uns Symptome bekommen würde. Auch Jones hatte unser Vorhaben gut geheißen, er würde es nicht anders machen und hatte selbst schon zwei Mal Malaria. 

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im Restaurant der Lodge, wo Andi sein Bier und ich einen Mojito mit Kokosgeschmack genoss. Ich bin zwar eigentlich kein Kokosfan, aber dieser war wirklich gut. Diese Zeit wurde natürlich auch genutzt um Fotos zu sortieren und Videos zu schneiden bzw. auch hochzuladen. Denn hier war das Netz ausnahmsweise Mal gut. Die Netzabdeckung in Uganda ist nicht die Beste, es zeigt zwar oft 4G Empfang an, aber es kommt nicht mal eine einfache Textnachricht durch.

Schön langsam realisierten wir beim Ansehen der ganzen Gorillafotos und -Videos, was wir heute erlebt hatten. 

Zum Abendessen gesellten sich Jones wieder zu uns. Für ihn gab es heute Ribeye Steak, für Andi und mich ein Linsendal und als Vorspeise Humus mit Fladenbrot. Das Essen war wie immer hervorragend. 

Nach dem Essen gings für uns ins Bett, wo bereits wieder zwei Wärmflaschen auf uns warteten, ich mag dieses Land.

Der Tag heute war einfach atemraubend. Wenn sich einer deiner langersehnten Lebensträume erfüllt, ist das einfach unbeschreiblich. Obwohl ich wahrscheinlich erst zu Hause wirklich realisieren werde, was ich hier in Uganda alles erleben darf, bin ich heute schon dankbar dafür.  

2 Kommentare

Renate
Freut mich sehr, dass du dir deinen Traum erfüllen konntest!
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Dankeschön Renate, es war ein wirklich tolles Erlebnis ☺️💚

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