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Tag 7 – Auf zum Bwindi NP

Heute war der erste Morgen, wo wir entspannter starteten und erst gegen 9:00 Uhr mit dem Frühstück begannen. Für uns wurde extra ein mit Blumen geschmückter Tisch neben dem Pool gerichtet. Ich denke, das war noch ein kleines Geburtstagsgeschenk von der Lodge, denn die restlichen Gäste aßen alle im üblichen Bereich. Das Frühstück war köstlich und der Ausblick dazu fantastisch. Für mich gab‘s wieder Pancakes mit frischem Obst und für Andi Toast mit Bohnen. Außerdem gab es heute Mandazi oder wie Jones meinte ein Donut aus Uganda. Die waren wirklich lecker.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Rucksäcke noch fertig, holten uns das Lunchpaket für den Tag und fuhren dann gemütlich um 10:00 Uhr los. Heute hatten wir einige Kilometer zurück zu legen, da wir am späten Nachmittag in unserer nächsten Lodge im Bwindi NP ankommen sollten.

Als Verpflegung besorgte uns Jones noch kleine Bananen am Weg. Die Straßen waren heute zu 90% alle holprige Schotterpisten, doch Andi hielt das nicht vom Schlafen ab. Ich genoss den Ausblick auf die unterschiedlichen Landschaften, die wir passierten. Wir fuhren auch durch ein Gebiet, wo wir baumkletternde Löwen entdecken hätten können, diesmal hatten wir jedoch kein Glück. Dafür sahen wir ein paar Büffel im Schlammbad.

Der nächste Abschnitt war einfach nur traumhaft schön. Wir fuhren in Serpentinen immer höher hinauf, zwischen Tee- und Bananenplantagen winkten uns immer wieder Kinder am Straßenrand zu. Vor den Häusern konnten wir beobachten wie Kaffee getrocknet wurde und auch ein paar Menschen bei der Teeernte entdeckten wir.

Die Bananen werden immer grün geerntet auch für den Verbrauch im eigenen Land. Dabei werden verschiedene Sorten angebaut. Eine Sorte wird grün zu Matoke verarbeitet. Ich würde es als warmen Bananegatsch erklären, der sehr nach Stärke schmeckt. Wenn man eine Soße dazu isst, finde ich es ganz gut. So eine Soße wäre zum Beispiel Binyebwa. Diese wird aus Erdnüssen hergestellt und trifft genau meinen Geschmack. Kaffee wird direkt vor den Häusern am Boden getrocknet. Die Maiskolben sind hier weiß und nicht orange, die Menschen bauen hier eine andere Sorte an. Dieser wird gerne zu Kawunga verarbeitet, kann man sich vorstellen, wie eingedickten Haferschleim nur aus Mais. Das ganze ist so eingedickt, dass man es eigentlich wie Reis ist. Es scheint so als hätte fast jeder sein eigenes Geschäft, wo die unterschiedlichesten Dinge, je von der Region abhängig, verkauft würden. Denn neben den Straßen sieht man hauptsächlich kleine Gebäude, die als Verkaufsläden dienen. Manche wohnen dann im Hinterraum, andere besitzen ihr Wohnhaus dann weiter im Dorfinneren, nicht direkt neben der Hauptstraße. Wenn man sich die Tierhaltung ansieht, trifft man hauptsächlich auf Ziegen, Hühner und die typischen Ankole Rinder hier. Vereinzelt haben wir auch Schafe gesehen.

Gegen 14:00 hielt Jones in der Nähe eines Flusses für unsere Lunchpause. Er breitete ein Tischtuch über der Motorhaube aus, damit diese uns als Tisch diente. Als Lunch gab es heute Gemüsewrap für Andi und Gemüserolex für mich. Beides war echt lecker und vor allem auch viel, die Lunchpakete sind immer sehr großzügig gepackt. Anschließend traten wir den letzten Abschnitt der heutigen Route an.

Jones spielte im Hintergrund genau die richtige Musik für diese mystische Gegend, denn wir kamen immer weiter in den Dschungel hinein. Am späten Nachmittag waren wir in unserer Lodge für den heutigen Abend angekommen, Gorilla Mist Camp, die hatte ja schon den richtigen Namen für das morgige Programm.

Dort angekommen, erhielten wir wieder einen Willkommenssmothie. Während wir diesen genossen, begann es zum ersten Mal für uns in Uganda zu regnen. Jones meinte, dass es hier sehr oft nachmittags regnen würde. Als der Regen eine Viertelstunde später wieder aufhörte, bezogen wir unser Zimmer. Uns wurde ganz genau erklärt, dass wir nur mit dem Wasser aus den Wasserflaschen Zähne putzen sollten und es sich bei dem Wasser aus der Leitung um unsicheres Regenwasser handeln würde. Hier musste man ankündigen bevor man warm duschen wollte und auch das WLAN bzw. der Strom wurde erst nach dem Abendessen in den Zimmern aufgedreht. Strom scheint hier immer wieder Probleme zu machen, denn am Abend fiel er wieder mal aus, doch der Generator sprang sofort an.

Bevor wir noch richtig das Zimmer bezogen hatten, kam ein Mann mit einem Chamäleon vorbei. Er ließ es uns streicheln und auf die Hand nehmen. Andi setzte es sich sogar auf die Schulter. Der Mann hatte es im Dschungel gefunden, ein sehr beeindruckendes Tier. Es war richtig toll dieses aus nächster Nähe betrachten zu können.

Danach gingen wir wieder hoch in den Restaurantbereich, um dort das WLAN zu nutzen. Das funktionierte hier erstaunlicher Weise echt gut, was zum Hochladen meiner Bilder für den Blog von Vorteil war. Gegen 19:00 hatte ich angekündigt duschen wollen zu gehen, also tat ich das auch. Jedoch war das Wasser noch immer kalt, dafür war ich danach sehr erfrischt.

Um 19:30 gab es dann Abendessen, was alle Gäste gemeinsam einnahmen, da es sich um ein einfaches Buffet handelte mit einem Gemüseeintopf, Reis und zwei Fleischeintöpfen. Als Vorspeise gab es Gurkensuppe, diese schmeckte interressant, war aber nicht mein Fall. Zur Nachspeise wurden frittierte Bananen serviert.

Heute unterhielten wir uns noch lange mit Jones. Er erzählte uns von seinem Stamm, die sich Muganda nennen. Die Sprache heißt Luganda und ihre Region nennt sich Buganda. Da Jones seinen Vater vor drei Jahren verloren hatte, wurde er zwei Jahre später zum Oberhaupt der Familie ernannt. Er zeigte uns Bilder von dieser Feier und auch das typische Gewand, das sie in ihrem Stamm dabei tragen. Er erklärte uns auch, wie es bei ihnen abläuft, wenn man eine Frau heiraten möchte. Zuerst wird die Tante der Außerwählten gebeten mit dem Vater der Zukünftigen zu reden, danach darf man zum Vater der Braut selbst gehen und anschließend findet die Hochzeit statt. Die beiden ersten Anfragen werden auch mit Zeremonien gefeiert, wo dort schon bis zu 300 Personen teilnehmen. Auf der Hochzeit waren dann 500 Leute. Als wir ihm erzählten, dass bei uns bei Hochzeiten zwischen 80 und 120 Personen normal sind, lachte er und meinte, das wäre eine Geburtstagsparty bei ihnen.

Wir erfuhren auch etwas über die Trinkbräuche hier. Wenn man eine Flasche anfängt, dann wird diese in Uganda immer ausgetrunken und wir reden hier nicht von Bier oder Wein, nein auch bei hochprozentigem Alkohol wird kein Unterschied gemacht. Jones trinkt jetzt aber seit 5 Monaten schon keinen Tropfen mehr, er hat das hinter sich gelassen.

Er erzählte auch immer wieder im Verlgeich zu Ruanda, dort läuft das Leben komplett anders als in Uganda, alles viel strenger und kontrollierter.

Wir zeigten ihm auch Bilder von unseren Familien und wie wir leben. Die Zeit verflog wie im Flu, doch irgendwann war es an der Zeit ins Bett zu gehen, denn morgen stand ja das Highlight unserer Reise bevor, das Gorilla Trekking.

Im Zimmer angekommen, bekam Andi eine warme Dusche, bei ihm hatte die Ankündigung geklappt. Außerdem hatte man uns bereits zwei Wärmflaschen ins Bett gelegt. Die Außentemperatur betrug heute nämlich nur 16 Grad und da die Lodges hier mit dünnen Dächern und Wänden und ohne Heizung gebaut werden, halfen sie sich so gegen die „Kälte“. Für uns waren die Temperaturen noch komplett erträglich, wir sind es ja gewohnt, aber die Afrikaner liefen teilweise schon mit Winterjacke herum. Die Wärmflasche nahm ich aber trotzdem dankend an. Das erinnerte mich an meine Oma, die schon seit Jahren immer damit schlafen geht, um ihre Zehen zu wärmen. Voller Vorfreude auf morgen ging es dann ins angewärmte Bett.

2 Kommentare

Monika
Sehr beeindruckende Reise 👍 Ist diese selbst zusammengestellt oder im Zuge einer Gruppenrundreise? Liebe Grüsse
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Dankeschön, ich komme wirklich kaum aus dem Staunen heraus. Normalerweise buche ich immer alles selbst, hier habe ich mich aber für eine Agentur entschieden. Also wir sind zu zweit unterwegs aber alles mit persönlichem Guide und fix zusammengestellter Reise. Die Agentur für die ich mich entschieden habe, stellt dir aber alles so zusammen wie du es haben möchtest. Es würde sicher auf eigene Faust auch funktionieren, würde ich hier aber nicht empfehlen, nicht weil es zu unsicher ist, das auf gar keinen Fall, ich fühle mich hier wikrlich sicher in dem Land. Sondern weil die Safarifahrten ohne Guide nicht dasselbe sind. Wir haben so viel erklärt bekommen und er weiß auch wo die Tiere zu finden sind und man kann sich einfach entspannt zurück lehnen und alle Eindrücke aufsaugen. ☺️

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