Heute war es endlich soweit, das Schimpansen Trekking war an der Reihe, deshalb hieß es wieder früh morgens abreisen. Zum Frühstück gab es Pancakes für mich und Rolex für Andi. Rolex ist ein typisches Gericht hier, dabei wird ein Eieromlett mit Gemüse in ein Chapati (Fladenbrot) eingerollt, extrem lecker.


Im Kibale National Park angelangt, gab es eine Unterhaltungsshow einheimischer Frauen mit typischem Tanz und Gesang. Einige der Trekkingteilnehmerinnen schlossen sich den Damen beim Tanzen an. Währenddessen registrierte uns Jones für das Trekking.

Anschließend gab es eine kurze Einweisung und eine Sicherheitsschulung gemeinsam mit allen anderen Teilnehmern. Die wichtigsten Punkte waren folgende: Wir würden nun in Gruppen aufgeteilt mit maximal sieben Personen, pro Gruppe gibt es einen Ranger und zwei Personen, welche uns mit Gewehren begleiten. Diese Gewehre dienen hauptsächlich zu unserem Schutz vor aggressiven Waldelefanten, die möglicherweise unseren Weg kreuzen könnten. In diesem Fall würde ein Schuss in die Luft abgegeben werden, um die Elefanten zu vertreiben. Die Tour wird zwischen 2-3 Stunden dauern, wobei man nie genau sagen kann, wie schnell man die Schimpansen findet, aber auf jeden Fall wird davon 1h bei den Schimpansen verbracht. In der Nähe der Schimpansen muss man eine Make tragen. Da diese Tiere eine sehr ähnliche DNA zu uns Menschen aufweisen, soll dies dazu dienen keine Krankheiten zwischen uns zu übertragen, also weder von Mensch zu Affe noch umgekehrt. Diese Vorschrift wird seit Covid sehr ernst genommen. Abstand zu den Tieren halten, sollte ein Schimpanse auf dich zu kommen, einfach ruhig bleiben und nicht bewegen. Hose in die Socken stecken, um zu vermeiden von roten Ameisen gebissen zu werden. Der wichtigste Punkt zum Schluss, wenn dein Ranger läuft, dann läufst du auch.

Anschließend wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Unsere Gruppe bestand aus 3 Pärchen. Wir starteten direkt vom Besucherzentrum, manche Gruppen mussten ein paar Kilometer mit dem Fahrzeug zurück legen und starten dann von dort. Jones wartete hier auf uns. Der Weg durch den Jungle begann ganz entspannt und er blieb eigentlich auch so bis zum Schluss, da es relativ flach dahin ging. Nur die Temperaturen waren für mich heute hoch genug. Nach 1h hatten wir bis auf ein Schimpansennest in den Bäumen noch nicht viel entdeckt.

Schimpansen schlafen nämlich in Nestern auf Bäumen, die sie jeden Tag neu bilden, somit kann es passieren, dass sie gar nicht auf den Boden kommen, sondern auf den Bäumen bleiben. Das machen sie vor allem bei niedrigen Temperaturen. Der Ranger meinte, dass die Schimpansen heute über 10km entfernt wären. Die Ranger funken sich nämlich immer wieder gegenseitig an, um sich auf dem Laufenden zu halten über die ersten Schimpansensichtungen.


Nach gut 1,5h bemerkte ich kleine Äste und Laub von einem Baum fallen. Das führte meinen Blick sofort nach oben und ich konnte noch vor dem Ranger den ersten Schimpansen auf einem Baum sitzend entdecken.


Kurz danach begegnete uns der erste Schimpanse am Boden, dieser war jedoch nicht sehr begeistert von uns. Er schoss zweimal einen Stock nach uns und lief dann davon. Dafür entdeckten wir einen anderen, der uns dann schlussendlich zum Rest seiner Familie führte.

Nach gut weiteren 15 Minuten waren wir bei dieser Familie angelangt, die sicher über 15 Schimpansen zählte. Die Tiere blieben immer kurz sitzen und bewegten sich dann wieder weiter und wir folgten ihnen. Das machten wir dann für die restlichen 30Minuten so.





Ein Schimpanse kam direkt auf mich zu und ging dann wirklich knapp an mir vorbei. Es war extrem beeindruckend den Tieren so nah sein zu dürfen. Als unsere Zeit um war, verabschiedeten sich die Schimpansen mit ihren typischen Lauten und wir machten unseren Weg zurück zum Startpunkt.






Nach gut 3,5h waren wir wieder zurück, wo Jones schon auf uns wartete. Wir bekamen von unserem Ranger noch ein Zertifikat, dass wir erfolgreich das Schimpansen Trekking abgeschlossen hatten. Danach kauften wir von den einheimischen Damen noch ein paar Souvenirs für zu Hause, um diesen tollen Tag für immer in Erinnerung zu behalten. Dabei konnten wir wieder mal ein paar grüne Paviane beobachten, sogar mit ganz kleinem Baby.

Nach diesem aufregenden Erlebnis ging’s zurück in unsere Lodge, wo wir noch einen warmen Lunch zu uns nahmen. Es gab Gemüserolex als Starter, Sanchwich für Andi und Gemüseeintopf mit Reis für mich und als Nachspeise Obstsalat. Das ist einfach genau mein Land hier. Während wir unser Mittagessen zu uns nahmen, wurden sogar unsere Schuhe vom Trekking geputzt.






Danach machten wir uns auf den Weg Richtung Queen Elizabeth National Park. Während der Fahrt konnten wir sehr viele Bananenpflanzen betrachten. Jones stoppte dann an einem Ausichtspunkt, wo ein See mit einem markanten Baum zu sehen war. Genau dieses Bild findet sich auch auf dem 20.000 Uganda Schilling Schein. Der Mann dort erklärte uns einiges über die Umgebung und wir kauften dort auch ein paar Vanilleschoten, die hier produziert wurden.





Es ist hier auch üblich, dass man Preise verhandelt, was mir ja immer unangenehm ist, aber hier scheint das wirklich okay zu sein.
Als nächstes hielt Jones am Äquator. Dort wurde uns von einem Mann mit Hilfe von Wasser und Blättern bewiesen, dass die Erddrehung sehr wohl einen Einfluss auf uns hat. Das Wasser auf der Nordhalbkugel dreht in die gegenteilige Richtung als auf der Südhalbkugel und am Äquator entsteht gar kein Wirbel. Das ist auch der Grund warum Wirbelstürme immer auf einer Seite der Welthalbkugel bleiben und nie den Äquator passieren. Nach der Erklärung stellte er uns noch ein Zertifikat aus, wofür wir natürlich etwas Geld bezahlten. Somit hatte ich den nördlichen Polarkreis und den Äquator passiert, mal sehen, ob sich nächstes Jahr der Südpolarkreis ausgeht.




Danach wechselten wir die Straßenseite um die Äquator Skulptur zu fotographieren. Es dauerte nicht lange, da redeten uns Einheimische an mit ihnen gemeinsam ein Bild zu machen. Für diese sind wir Weißhäutigen scheinbar eine Attraktion gewesen. Eine jüngere Frau wollte mir sogar unbedingt die Hand geben, ich erfüllte ihr den Wunsch.



Anschließend wollte Jones versuchen abends noch in den Gamepark zu kommen, um eine abendliche Safaritour zu machen. Es ist nämlich so, dass man dafür eine Berechtigung benötigt und diese gilt normalerweise für 24h. Da unsere aber erst für morgen datiert war, ließen sie uns nicht passieren und wir fuhren zu unseren nächsten Lodge weiter. Der eigentliche Grund, warum Jones unbedingt heute schon in den Gamepark wollte war, dass heute bereits Löwen gesichtet wurden und er uns diese unbedingt zeigen wollte, da man leider nie weiß, ob diese am nächsten Tag noch in derselben Gegend zu finden sind. Während Jones sein Glück versuchte, konnte ich zumindest ein paar Warzenschweine beobachten.

Am Weg zur Lodge hielten wir noch entlang der Straße um unseren Bananenvorrat aufzufüllen. In dieser Gegend winken einem die vielen Kinder, die immer wieder neben der Straße herspazieren, freundlich zu und die meisten schreien: „How are you?“, also „Wie geht’s dir“.



An der Lodge angekommen, erhielten wir wie immer einen Willkommenssmothie, besprachen das Abendessen und bekamen unser Gepäck in das Zimmer getragen. Wir trauten unseren Augen kaum, es gab hier einen Infinity Pool mit Blick auf die Savanne und auch die einzelnen Häuschen wirkten wunderschön. Nur mit dem Internet klappts hier gar nicht so gut und auch den ersten Stromausfall erlebten wir hier mit. Diese Lodge besitzt jedoch ihren eigenen Generator also war das Licht nur kurz aus.





Den restlichen Nachmittag konnten wir uns ausrasten, was wir nutzten um kurz in den Pool zu hüpfen und die Schimpansenfotos auszusortieren.




Zum Abendessen gab es ein Gemüsecurry in Erdnusssoße, was wie immer ausgezeichnet war. Die Menükarte wurde uns hier vorab gezeigt, wobei wir mitbekamen, dass einige Wörter hier falsch geschrieben wurden, Mushrooms zb. mit a oder stake für Steak, wenn man aber nicht weiß, ob stake ein afrikanisches Gericht ist, macht es den Auswahlprozess etwas schwieriger.


Beim Abendessen sprachen wir heute über das Gesundheitssystem in Uganda. Hier muss jeder selbst bezahlen, wenn er zum Arzt oder ins Krankenhaus muss. Sowas wie eine Krankenversicherung gibt es hier kaum. Es gibt Privatärzte und die durch die Regierung unterstützten Kliniken und Ärzte, wobei es viel mehr Private gibt, da hier die Bezahlung besser ist. Jones meinte am besten ist man wird nicht krank, sonst kann es sehr kostspielig werden.
Anschließend gings ab ins Bett, denn morgen stand wieder ein morgendlicher Gamdrive an, wobei wir um Viertel nach 6 schon die Lodge verlassen wollten, um auf die Jagd nach Löwen zu gehen.




