Nach einer sehr kurzen und unruhigen Nacht, da unser Nachbar immer wieder Hustenanfälle bekam, welche wir durch eine verschlossene Verbindungstür gut hören konnten, ging es um 6:00 Uhr morgens schon los zu unserem ersten richtigen Gamedrive. Zum Glück fühlten wir uns jetzt beide wieder gut, nur noch der Schlafmangel hing uns etwas nach. Voller Vorfreude stiegen wir in unseren Landcruiser ein, der bereits mit geöffnetem Dach auf uns wartete.
Das erste Tier, das ich heute entdecken durfte, war ein Hase, wir machten Scherze und meinten, das sei einer der Small 5. Die nächsten Tiere, waren dann eine Gruppe von grünen Pavianen, welche ihre Babys meist am Bauch klammernd oder am Rücken herumtragen.


Als nächstes nahmen wir in der Ferne die ersten Nilpferde war, wobei diese fast nur durch das Fernglas zu sehen waren.

Nach kurzer Zeit konnten wir auch schon den ersten Giraffenturm beobachten. Danach betrachteten wir eine riesige Herde von Uganda Kob. In der Ferne konnten wir immer wieder Büffel sehen und auch Warzenschweine kreuzten unseren Weg.







Danach machten wir uns auf zum Nilufer, wo wir eine kurze Pause einlegten. Jones bereitete uns einen Snack aus Ananas und Mangos zu, war richtig toll ihm zuzusehen wie schnell er die Ananas in Stücke geschnitten hatte in der Wildnis, da plage ich mich zu Hause mehr. Beim Verspeisen der leckeren Früchte konnten wir einem Nilpferd beim Abkühlen zusehen. Das Obst hier ist übrigens extrem gut, kein Vergleich zu dem von zu Hause.



Anschließend entdeckten wir entlang vom Nilufer noch Oribis, Kuhantilopen und zwei Kronenkraniche, welche auch in der Flagge Ugandas zu finden sind.




Elefanten sahen wir bis jetzt nur aus der Ferne, wobei uns Jones erklärte, dass die wunderschöne Landschaft hier auch zum Großteil durch die Elefanten geprägt wurde. Die ganzen Palmen werden durch Elefanten weiterverbeitet. Sie essen die Früchte, scheiden dann über ihren Kot die Samen dieser wieder aus und so entstehen dann über Jahre wieder neue Palmen.

Danach hatten wir es schon etwas eilig, da unser Boot für die Rundfahrt am Nil pünktlich um 11:00 Uhr ablegen sollte. Das erreichten wir ohne Probleme, Jones gab uns noch den Tipp auf der linken Seite vom Boot Platz zu nehmen, da wir hier die bessere Aussicht haben würden. Diesen Tipp setzen wir sofort in die Tat um und das sollte gut so sein, da das Boot auch auf der linken Seite entlang des Ufers fuhr.


Während der Bootsfahrt sahen wir Nilkrokodile, Nilpferde, viele verschiedene Vögel und sogar eine Giraffe zeigte sich. Natürlich musste Andi ein Bier, namens Nile trinken, also quasi ein Nile am Fluss Nile. Davon machte ich dann auch einen Schluck und obwohl ich kein Bierfan bin, fand ich dieses nicht schlecht.







Auf halber Strecke erreichten wir die Murchison Falls, die wir gestern von oben betrachten konnten. Dort machte das Boot kehrt und wir traten unseren Rückweg an. Insgesamt waren wir drei Stunden mit dem Boot unterwegs.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Lodge um ein warmes Mittagessen zu uns zu nehmen. Dabei trafen wir noch auf ein Blaugesicht Hornrabenpaar, sehr spannende Vögel, bei dem mit der roten Farbe handelt es sich um das Männchen.


Beim Essen gab es auch diesmal wieder Buffet mit viel vegetarischer Auswahlmöglichkeit. Während des Essens konnten wir Warzenschweinen beim Schlammbaden und Fressen zusehen und auch ein weiterer Vogel lies sich beobachten.





Danach hüpften wir kurz in den Pool und relaxten ein wenig, bevor es um 17:00 Uhr zum nächsten kurzen Gamedrive aufging. Bei unserer Lodge liefen überall Geckos herum, teilweise sehr bunte und einer lief mir fast unter die Beine. Jones stellte uns übrigens frei, nochmal raus zu fahren oder lieber zu relaxen. Wer mich kennt für den ist klar, dass ich nochmal die Chance auf Tierbeoabachtungen nutzen wollte, Andi hätte lieber relaxt.


Auch Runde 2 startete mit einer Affenbeobachtung, diesmal Husarenaffen, diese Gruppe hatte auch einige Babys dabei und Jones zeigte uns das Anführermännchen. Auch die ersten Wasserböcke ließen nicht lange auf sich warten.






Dann war es endlich soweit, in der Ferne entdeckten wir einen Elefanten, der eine weitere Gruppe an Elefanten hinter sich führte. Dabei handelte es sich um einen großen Bullen der die Fahrbahn überqueren wollte, dabei aber mitten auf dieser stehen blieb und uns ins Visier nahm. Da hatte ich zum ersten Mal etwas Angst, aber Jones schob zurück und fürs Erste schien er sich zu beruhigen. Andi und ich saßen oben hinterm geöffnetem Dach des LandCruisers, als wir an dem Bullen vorbei fuhren machte dieser plötzlich für mich angsteinflößende Geräusche, sodass ich schellstmöglich ins Innere des Autos wollte, was in einem halben Köpfler in den Innenraum endete, keine Sorge, da entstehen maximal blaue Flecken. Der Elefant hat im Endeffekt auch nur viel Wirbel um nichts gemacht und wir konnten in Ruhe unseren Gamedrive fortsetzen, wobei ich nun schon sehr viel Respekt vor diesen Riesentieren verspürte. Denn immerhin können Elefanten sehr aggressiv werden und sogar die Safariautos überdrehen. Bei den Elefanten hier handelt es sich übrigens um afrikanischen Savannen Elefanten, denn ihre Ohren sind groß und ihre Stoßzähne zeigen nach oben. Bei den etwas kleineren afrikanischen Wald Elefanten, zeigen die Stoßzähne nach unten, aber diese kommen in diesem Park nicht vor. Die Ohren der afrikanischen Elefanten im Vergleich zu den Asiatischen sind viel größer und sehen aus wie die Landkarte von Afrika.






Nicht weit entfernt von den Elefanten trafen wir auf einen großen Turm von Giraffen, es wirkte so als wollten sie die Straße überqueren um zum Nil zu gelangen und dort Wasser zu trinken, sie wagten es jedoch dann doch nicht. Also fuhren wir langsam daran vorbei. Gamedrives sind übrigens am besten früh morgens oder spät abends, da die Tiere hier zum Wasser wandern und sich viele von ihnen tagsüber von der Hitze verstecken.






Anschließend trafen wir wieder auf eine kleine Elefantenherde mit drei jüngeren Tieren. Diese passierten nach der Reihe direkt vor uns die Straße.




Was auch sehr spannend ist und ich super finde, es tauschen sich hier alle Gamedrive Guides untereinander aus. Sie geben Lichthupe, halten dann und berichten, ob sie etwas von Interesse gesehen haben. So erfuhren wir auch, dass ein Leopard nahe der Straße in einem Baum ruht. Da wurde Jones ganz schnell, um uns diesen auch zeigen zu können. Kurz darauf hielten wir und konnten wirklich unseren zweiten Leopard bestaunen, zwar war er nur durch das Fernglas gut zu sehen, aufgrund der Entfernung, aber es war trotzdem sehr beeindruckend. Durch das Fernglas hindurch machten wir auch ein wirklich geniales Bild. Leoparden sind wirklich schwierig zu finden, da sie sich meist tagsüber in Bäumen verstecken und nur nachts zur Jagd herauskommen.



Während wir beim Leopard parkten, wanderten daneben gemütlich Giraffen Richtung Nil und ermöglichten mir so, ein tolles Bild vom Sonnenuntergang zu schießen.

Anschließend trafen wir noch auf eine große Büffelherde und hielten noch an einem Baum, der genau typisch für die Savanne hier in Afrika aussah, wo wir noch für Bilder hielten.




Dann meinte Jones, dass wir nun komplett weit weg wären von unserer Lodge und es war ja eigentlich nur ein kurzer Gamedrive geplant gewesen, doch wir hatten diesmal wieder so viel Glück mit unseren Tiersichtungen, das hier einfach mehr Zeit benötigt wurde. Aber unser Guide nahm das alles sehr flexibel und ging auf unsere Wünsche immer ein.
Am Rückweg in der Dunkelheit hörten wir passende Musik, wie Circle of Life, the Lion sleeps tonight und andere typische Lieder für Afrika. Jones hatte diese Playlist zu zusammengestellt und wir sangen teilweise alle mit. Jones ist ein richtig angenehmer zuvorkommender Mensch in unserem Alter mit dem man viel Lachen kann, genau der richtige Begleiter für unseren Trip. Er hat eine JBL Box angesteckt und über die können wir hören was wir wollen, auch unsere Musik, aber Jones hat einen guten Musikgeschmack, also bleiben wir meist bei seiner.

Als wir bei der Lodge zurück waren, machten wir uns kurz frisch, bevor es zum Silvesterbarbecue ging. Unser Zimmer wurde heute vormittags geputzt und dabei die Moskitonetze wieder hochgebunden. Nun war die Klima eingeschalten und die Moskitonetze wieder herunten, so ein toller Service hier.
Das Barbecuedinner war rund um den Pool aufgebaut, wir bekamen zur Begrüßung aufgrund von Silvester einen Willkommenscocktail. Unser Tisch stand direkt am Pool, eine richtig schöne Stimmung. Das Essen war wie immer lecker und es gab auch hier wieder eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten. Nach dem Essen wechselten wir in die Bar und genossen draußen noch Gin Tonic und Bier.


Wir unterhielten uns mit Jones bis wir ihm um Mitternacht eine Walzermusik vorspielten. Dabei konnten wir Wasserböcke beim Rasten beobachten. Eine kleine Herde sucht hier in Menschennähe immer Schutz vor deren Feinden.

Wir sprachen über alles mögliche, zeigten ihm Bilder von unseren Reisen, tauschten Silvester- und Weihnachtsbräuche aus, wobei hier viele Leute die Silvesternacht in der Kirche verbringen. Religion wird in Uganda noch anders gelebt als bei uns, auch Jones geht regelmäßig in die Kirche. Der Großteil der Menschen hier zählt zu den katholischen Christen.
Zu Mitternacht bekam ich von Andi eine 1 Schillingmünze aus dem Jahr 1994 geschenkt. Danach tranken wir noch aus und gingen zu Bett, denn morgen stand eine längere Fahrt zum nächsten Nationalpark an. Mal schauen, ob sich die Hustenanfälle von unserem Nachbar schon verringert hatten.




