Ganz ungewöhnlich für mich habe ich heute meinen Weckruf ignoriert und Alex musste mich aufwecken, bin froh wenn dieser Jetlag nachlässt. Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, verließen wir zeitig das Quartier, das Alex jetzt 4 Wochen sein zu Hause nannte. Im Auto schlief ich sofort weiter bis wir beim Fährterminal Richtung Barcelona ankamen. Dort musste ich aussteigen und als Fußgeher die Fähre betreten. Dazu hieß es für mich wie beim Flughafen durch einen Security Check und Passkontrolle zu gehen. Währenddessen chauffierte Alex bequem seinen BMW auf das obere Deck der Fähre.




Nun lagen 3,5h Fahrt vor uns. Wir suchten uns einen angenehmen Sitzplatz. Die Sitze waren übrigens bequemer als in meinem Flieger gestern. Beim Ablegen wackelte ich noch nach draußen, um ein paar Bilder zu machen. Und nein das lag nicht am Sangria von gestern, sondern das Meer war ziemlich rau und hatte enormen Wellengang. Deshalb wurden wir sogar gebeten den Sitzplatz nicht zu verlassen. Wir sahen es schon als Übung für unseren nächsten größeren gemeinsamen Trip in 2026 dann. Als ich am Sitzplatz wieder angekommen war, entschied ich mich die Zeit für ein Nickerchen zu nutzen, da es ja laut meiner inneren Uhr mitten in der Nacht war. Das klappte wieder super und ich schlief bis wir kurz vor Barcelona waren. Auf diese Art und Weise werde ich meinen Jetlag aber sicher nicht los. Zum Abschluss der Fährenfahrt gingen wir nochmal nach draußen und konnten das größte Passagierflugzeug der Welt, einen Airbus A380, von unten betrachten.



Dann marschierten wir zum BMW, wo ich endlich ausgeschlafen genug war, um das Steuer zu übernehmen und Alex hatte ohnehin zu arbeiten. Barcelona hatte mich wieder, schneller als gedacht. Denn erst vor 2 Jahren war ich mit meiner Mama hier. Mühsam setzten wir unseren Weg zu einer sehr gut bewerteten Eisdiele fort, bei der ich mit meiner Mama damals auch war. Dort einen Parkplatz zu finden, stellte die nächste Herausforderung dar, vor allem mit dem riesigen BMW. Nachdem ich zwei Runden gedreht hatte, entschied ich mich kurz auf den Elektroautoparkplatz zu stellen. Alex blieb ohnehin sitzen, weil er gerade in einem online Meeting war und ich sicherte uns beiden schnell einen Eisbecher. Dabei handelte es sich nämlich um eine Eisdiele, wo sich das Eis in verschlossenen silbernen Behältern befindet und ich hab mir geschworen, ich esse im Urlaub nur noch Eis von solchen Eisdielen, denn die sind jedesmal noch super lecker gewesen. Also absolute Empfehlung an Eis in verschlossenen silbernen Behältern, das muss man einfach testen. Für mich gab’s dunkle Schokolade und Mango, für Alex Mandarine, Mango und Zitrone mit Kümmel. Letzteres schmeckte schon etwas sehr speziell. Aber dunkle Schoki und Mango waren wie immer ein Traum.




Danach stoppten wir natürlich noch bei dem bemerkenswertesten Gebäude von Barcelona, der Sagrada Familia. Ich habe nicht gedacht, dass ich sie so schnell wiedersehe, diesmal zwar nur von außen, aber deshalb nicht weniger beeindruckend. Barcelona mit dem Auto ist schon eine kleine Challenge, der Fahrstil der Südländer, wenn man das überhaupt so bezeichnen kann, ist schon ganz speziell. Da waren mir die Amerikaner weit sympathischer. Es wird sich überall hineingezwengt und pausenlos gehupt. Meine Empfehlung daher, Barcelona auf jeden Fall mit Öffis oder zu Fuß.




Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Andorra und dann weiter nach Frankreich. Alex arbeitete am Laptop und ich genoss zur Abwechslung 184PS unter meinem Hintern zu haben. Vielleicht genoss ich es etwas zu viel, denn einmal blitzte es kurz etwas heller auf. Bald habe ich mehr Radarstrafen mit dem BMW von Alex gesammelt, als mit meinem Quaxi. Andorra wirkte für mich wie das Zillertal nur enger und anstatt Holzfassaden hat hier fast jedes Haus eine Steinfassade. Wir stoppten kurz um ein paar Lebensmittel zu kaufen und dann ging es weiter nach Frankreich, wobei die Temperaturanzeige immer weiter nach unten kroch bis auf 1Grad Celcius und es regnete. Gut das Alex meine Vorschläge bezüglich Winterreifen vor der Abfahrt komplett ignoriert hatte. Wozu sollte man auch Winterreifen im Oktober brauchen, wenn ma über Schweizer Pässe fährt?! Es ist ja nicht so, dass wir neben schneebedeckten Gipfel im Nebel dahinkrochen und sogar ein Helikopter hinter uns auf der Straße landete. Naja zum Glück blieb es bei Regen und die Temperaturen stiegen dann langsam wieder an.


Gegen 22:00 Uhr übergab ich dann Alex das Steuer, der uns dank unserer Wasabi Nüsschen noch bis in die Bay von St. Tropez auf einen Parkplatz direkt am Meer chauffierte. (Wasabi Nüsse dienten uns vor 2 Jahren bei unserer Fahrt zum Nordkapp dazu nicht einzuschlafen, dieser Wasabi fährt einem teilweise bis ins Hirn, da ist man sofort wach) Am Parkplatz machten wir unser Bett bezugsfertig indem wir den gesamten Kofferrauminhalt auf die beiden vorderen Sitze räumten, die Rückbank umlegten und anschließend eine Luftmatratze aufbließen. Das Szenario haben wir vor 2 Jahren bei unserem Nordkapptrip täglich bis zur Perfektion praktiziert. Heute brauchten wir etwas länger bis wir alles verstaut hatten. Mit Blick auf St. Tropez fielen wir um halb 3 dann erschöpft ins Bett, immerhin hatten wir schon über 1000km hinter uns gelassen.







