Wie sagt man so schön, wer aus dem Sattel fällt, soll gleich wieder aufsteigen oder wie ich sage, wer Pech mit den Fluggesellschaften hat, soll gleich wieder in den nächsten Flieger steigen. Ich weiß, ich bin etwas verrückt, aber ich kann halt einfach nicht genug bekommen vom Reisen und es hat sich die Chance geboten, deshalb hab ich sie genutzt.
Nach drei Tagen arbeiten, hat mich mein Papa heute morgen wieder nach Wien zum Flughafen gebracht. Nun war ein etwas verrückter Kurztrip angesagt mit Start in Mallorca. Also stieg ich, diesmal ganz ohne Probleme, in den Flieger von Ryan Air, der sogar pünktlich um 8:20 Uhr abhob. Wenn man davor einen Langstreckenflug hatte, wirkt so ein Flieger echt klein. Auch die Passagiere dieses Fluges gehörten zu einer ganz anderen Zielgruppe als bei meinen üblichen Reisen. Um deren primitiven Ausdrucksweisen nicht länger ausgesetzt zu sein, gönnte ich meinen Ohren lieber etwas Musik und verschloss sie mit meinen Kopfhörern. Was ich dann aber noch mitbekam waren wiederholte interessante Durchsagen der Bordcrew, die wie folgt lauteten: “wenn Sie als Ziel nicht Mallorca haben, melden Sie sich bei der nächsten Flugbegleitung und verlassen Sie das Flugzeug”. Das hatte ich zuvor noch nie gehört, ich frage mich, wie man überhaupt in den falschen Flieger hinein kommt, das wird ja eh dreifach gecheckt, aber scheinbar kommt das bei Flügen nach Malle doch öfter vor.
Der Flug verlief problemlos und ich konnte sogar etwas schlafen, da für mich ohnehin laut USA-Zeitzone Nacht gewesen wäre, passte das gut. Mit dem Jetlag kämpfe ich nämlich noch etwas, vormittags extrem müde, abends bin ich dann trotzdem hellwach und tu mir noch schwer einzuschlafen, aber in ein paar Tagen passt das auch wieder. Der Wechsel von West nach Ost ist immer blöder als in die umgekehrte Richtung.


Am Flughafen in Palma angekommen, merkte ich sofort den Temperaturunterschied und ich wusste, ich werde die Jean und die dicke Weste nicht lange anhaben. Aber zuerst machte ich mich auf den Weg Richtung Ausgang, wo ich eine herzliche Begrüßung von Alex bekam, der mit einem Schild mit dem Wortlaut: “Reifenzerstörerin Laura” auf mich wartete. Das zauberte mir sofort ein Lächeln ins Gesicht, da Erinnerungen von unserer Nordkap-Reise von vor 2 Jahren hochkamen. Hier mussten wir damals kurz vor Schluss noch zwei Reifen wechseln, da wir das Profil schon bis zum Gewebe heruntergefahren hatten. Alex meinte damals, dass meine eher flotteren Fahrkünste bei den Bergstrecken Schuld gewesen wären. Ich kann das natürlich nicht ganz nachvollziehen.

Gemeinsam spazierten wir zu seinem Auto und fuhren dann kurz zum Ballermann, der keine 10 Minuten vom Flughafen entfernt liegt. Bevor wir ausstiegen, wechselte ich noch in kurze Hose und Shirt, so waren die Temperaturen weit angenehmer. Obwohl das dort gar nicht meiner Welt entspricht, musste ich mir schon kurz ein Bild davon machen. Aber meine Vorstellungen bestätigten sich: viele Deutsche, Biergeruch und laute Musik.



Deshalb verzogen wir uns schnell an die andere Küste, wo mir Alex eine tolle Bergstrecke zeigte. Da musste natürlich ich hinters Lenkrad. Wir hielten bei einigen Aussichtspunkten und stoppten dann schlussendlich bei Alex Quartier in Soller.


Er ist selbständig und hatte dann zu arbeiten. Ich genoss in der Zwischenzeit die Sonne auf der Terrasse und laß etwas in meinem Buch weiter. Das tat richtig gut, auch um die Eindrücke der letzten Wochen zumindest anzufangen zu verarbeiten.


Am Abend fuhren wir dann zum Hafen, um uns eine Gemüsepaella und einen Sangria zu gönnen. Die Paella war echt riesig, sodass wir sie fast nicht zusammen essen konnten. Komplett voll gegessen fuhren wir in Alex Quartier zurück. Da widmete ich mich noch einem Reisepodcast, der von Neuseeland handelt. Vielleicht nicht die beste Idee, da hier sofort Sehnsucht auf ein Wiedersehen ans andere Ende der Welt entsteht. Zur Abwechslung fiel ich dann doch erschöpft ins Bett. Morgen wird dann unsere Heimreise nach Österreich beginnen, mal schauen in welche Ecken es uns dabei verschlägt.






