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Wenn Gletscher kalben…

Auf unserem Schlafplatz hielt sich der Wind heute Nacht zum Glück in Grenzen. Wir packten uns Verpflegung für den ganzen Tag ein, denn wir würden heute eine kleine Bootstour zu unterschiedlichen Gletschern hier am Lago Argentino machen. Dazu mussten wir um 8:00 Uhr am Ablegehafen Puerto Bandera sein. Dafür benötigten wir zirka eine halbe Stunde. Kowalski meldete mal wieder zu wenig Reifendruck, wieder im linken Hinterrad. Darum konnten wir uns jetzt nicht kümmern, es war ohnehin noch genug Luft, das würden wir morgen an der Tankstelle richten. In Puerto Bandera angekommen, sahen wir schon die Menschenschlange vorm Eintritt warten. Hier war eindeutig etwas mehr los. Es war aber wirklich gut organisiert, unser Nationalparkeintritt wurde kontrolliert und auch die Tickets für das Schiff. Mit einem Katamaran ging es dann gegen 9:00 Uhr los. Wir hatten Sitzplätze im oberen Deck mit Fensterblick. Die Moderation der Tour erfolgte in Spanisch und Englisch, also kann ich ein paar Infos mit euch teilen.

Der Lago Argentino ist der größte See Argentiniens mit einer Fläche von 1466km2, die tiefste Stelle befindet sich im Norden und misst über 700m. Die breiteste Stelle beträgt 20km. Der Santa Cruz Fluss entspringt hier und verläuft 300km von West nach Ost in den Atlantik. Er befindet sich im Nationalpark Los Glaciares und wird von einigen Gletschern gespeist, unter anderm dem Upsala, dem Spegazzini und dem Perito Moreno Gletscher. Es handelt sich hier um das drittgrößte Eisfeld der Welt, gleich nach der Antarktis und Grönland und wird Südliches Patagonisches Eisfeld genannt. Der Upsala Gletscher (ca. 765km2) ist einer der größten Gletscher Südamerikas, wobei seine Fläche zum Vergleich etwa 3mal so groß ist wie Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Dem Upsala Gletscher durften wir uns nur auf 13km nähern, dem Spegazzini hingegen auf 300m. Insgesamt legten wir an dem Tag 130km mit dem Boot zurück.

Wir beide schliefen zu Beginn gleich mal ein, da war beide etwas erledigt waren. Vielleicht ein gutes Zeichen, dass wir die Schifffahrt in die Antarktis dann auch gut überstehen werden, jedoch kann man die beiden Gewässer bestimmt nicht miteinander vergleichen. Das erste Highlight war ein größerer Eisberg der im See vor sich hinschmelzte, 3 Monate zirka würde dieser noch brauchen bis er nicht mehr sichtbar ist. Alle Touristen sprangen natürlich von den Innensitzen auf und wagten sich ans Deck, um bezaubernde Bilder von diesem Eisberg zu machen. Weitere kleinere fand man überall verteilt am See. Für uns war das schon ein schöner Anblick, ob wir bis am Ende unserer Reise noch über jeden Eisberg staunen würden?

Die Fahrt ging vorbei am Upsala Gletscher, den wir eben nur von der Weite betrachten durften.

Dann hielt das Boot in der Nähe des Spegazzini Gletschers, wo wir auch anlegten. Hier hatten wir gut 1,5 Stunden Zeit herumzulaufen. Es gab präparierte Stege und Aussichtsplattformen, die wir zuerst betrachteten. Einfach atemberaubend, wie groß diese Gletscher hier sind. Ich habe ja schon Gletscher in Österreich, Neuseeland und auch in Island gesehen, aber diese hier vom Boot aus, das war nochmal eine andere Geschichte. Vor allem hatten wir auch echt Glück mit dem Wetter heute, strahlender Sonnenschein.

Anschließend marschierten wir zu dem kleinen Restaurant, wo wir uns Empanadas gönnten, eine Vegetarische für mich und Alex bekam eine mit Fleisch, eine mit Hühnchen und eine Schinken-Käse zum Testen. Die Vegetarische bestand aus einer Spinat-Käsefüllung und war ganz okay. Die Empanadas (Teigtaschen) verspeisten wir an der Küste mit Blick auf den Gletscher, wo wir auch unsere erste Gletscher-Kalbung beobachten konnten. Das bedeutet so viel wie, dass vom Gletscher ein Stück Eis abbricht und ins Wasser kracht. Das Geräusch ist echt gewaltig, nur wenn man es hört, hat man den spannenden Teil meist schon verpasst. Ich nutzte sogar kurz die Zeit um zu relaxen und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen, ganz untypisch für mich meinte Alex.

Dann hieß es auch schon wieder ab aufs Boot. Bis das wir dann wirklich ablegten, dösten Alex und ich schon wieder dahin. Ich weiß echt nicht was da heute los war, wir schliefen pausenlos ein. Zum Glück bekam ich noch rechtzeitig mit, dass wir uns den Spegazzini Gletscher auf 300m näherten, um Kalbungen aus nächster Nähe zu betrachten. Wir sprangen beide auf und gingen ans Deck und wirklich wahr, konnten wir 3 Kalbungen aus nächster Nähe mitbekommen und ich habe sie sogar auf Video.

Bei der Rückfahrt ging es noch an einem kleinerem Gletscher vorbei. Danach dauerte die Fahrt noch fast 1,5 Stunden, wobei wir den Rest einfach verschliefen.

Zurück an Land ging es mit Kowalski weiter. Unsere Wäsche war endlich komplett getrocknet, dank der Sonne heute. Diese wurde noch verstaut, dann fuhren wir weiter zu den Aussichtsplattformen des Perito Moreno Gletschers. Dort spazierten wir noch fast 2 Stunden unzählig viele Stufen auf und ab. Dieser Gletscher ist ebenfalls mega faszinierend, die Größe unvorstellbar und auch hier konnten wir wieder einige Kalbungen mitanhören.

Ich hatte leider etwas Kopfweh und die Ohren taten mir weh, obwohl ich den ganzen Tag mein Stirnband aufhatte, ganz untypisch, denn Ohrenweh kenne ich zum Glück kaum. Alex wollte mir schon ein Neocitran einflößen, aber ich weigerte mich noch und meinte, ich muss einfach nur schlafen. Wir machten uns dann auf zum heutigen Stellplatz, den wir entlang einer Schotterstraße neben einem Fluss aussuchten. Ein anderer Camper parkte auch schon hier. Ich kochte schnell noch Gemüsewraps und verkroch mich dann ins Bett, mittlerweile war es schon wieder 22:00Uhr. Ich hoffe, ich kann mich fit schlafen bis morgen, denn da hieß es Minitrekking direkt am Perito Moreno Gletscher.

2 Kommentare

Evi
Für die Antarktis wirds bei mir sicher nicht reichen, aber diese Bootsfahrt wäre schon ein Traum, so spektakuläre Bilder 😍😍😍
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Die war wirklich ein Traum und sehr empfehlenswert. 😊😊

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