✈️ traveleule logo
📍 Currently at home 🇦🇹
IMG_7661

Vom Winde verweht

Also die letzte Nacht war einfach gar nichts. Ich bin erst gegen 1:00 Uhr ins Bett, da ich gerade einen Flow beim Schreiben hatte und wir heute eben nicht früh auf mussten. Aber mit Schlafen war um 2:00 Uhr Ende. Der patagonische Wind zog so richtig um Kowalski herum, so dass ich mir vorkam wie auf einer Hochseilbahn mit dementsprechendem lautem Lärmpegel. Alex pennte vergnügt neben mir her, während ich bis 5:00 Uhr kein Auge zu machte. Ich versuchte es zwar zu Beginn mit den Airpods, aber vergeblich. Ich nutzte dann die Zeit um Bilder auszusortieren und mit Familie und Freunden zu schreiben, die ja glücklicherweise zu Hause um die Zeit schon auf waren. Um 5:00 Uhr startete ich dann nochmal einen jämmerlichen Versuch und wälzte mich bis 7:00 Uhr herum, dann gab ich auf und wagte mich aus Kowalski. Draußen war der schönste Tag, bis auf den grässlichen Wind. Das größte Learning auf dieser Reise, für mich sind Campervans mit Zeltaufbau einfach nicht gemacht. Ich hatte zwar keine Angst mehr, dass wir davon fliegen oder das Dach über uns zusammenkracht, aber bei dem Lärm kann ich einfach wirklich nicht schlafen. Alex schien das nicht so viel auszumachen. Dafür wurde ich wieder mit der kleinen Gänsefamilie belohnt, die noch einmal super vor den drei Granittürmen posierte. Heute meldete sich der Gänserich zur Abwechslung auch mal zu Wort. Die Duschen auf diesem Campingplatz waren übrigens super sauber und es gab heißes Wasser.

Hier Frühstücken hatte keinen Sinn, also machten wir uns auf den Weg. Heute stand zum Glück nicht viel am Programm, zwei kleine Wasserfälle und einen Aussichtspunkt wollte ich erklimmen, insgesamt vielleicht 3 Stunden Marsch. Dazu sollte es aber nicht kommen. Der Wind war einfach zu stark. Wir marschierten lediglich zu den beiden Wasserfällen, die Aussichtsplattform verweigerten wir, da wir nicht komplett einparniert werden wollten. Der Staub flog uns so richtig um die Ohren. Hier gibt es sogar Schilder, wo die Windgeschwindigkeit und der dementsprechende Warnungsgrad angezeigt wird. Laut Wetterapp hatte es ja nur 12-15km/h starken Wind angesagt, aber das stimmte definitiv nicht. Die Landschaft ist echt traumhaft schön, aber der Wind macht das Genießen etwas schwierig. Dafür bekamen wir bei einem der beiden Wasserfälle einen Regenbogen zu Gesicht.

Wir hielten so noch ein paar Mal am Straßenrand und verspeisten unser Frühstück wieder in der Fahrerkabine von Kowalski. Ich entdeckte heute das zweite Gürteltier, Jones (mein Lieblingssafari-Guide) wäre sicher stolz auf mich gewesen. Alex hätte es nämlich nicht gesehen. Es ließ sich aber super fotografieren. Auch eine in Aufruhr gebrachte Guanako-Herde sahen wir, konnten aber nicht ausmachen, wovon sie davon liefen.

Der Weg zu einem der Wasserfälle war echt grenzwertig gebaut. Immer wieder stieg man über eingebrochen Bretter.

Anschließend wählten wir einen der wenigen Campingplätze hier als Übernachtungspunkt. Wir reisten schon gegen 13:00 Uhr dort an und wählten einen halbwegs windgeschützten Platz aus, damit diese Nacht besser werden würde. So nun hatten wir bis am Abend mal nichts zu tun, ganz ungewohnt für mich. Alex nutzte die Zeit gleich mal zum Schlafen und machte es sich im Bett gemütlich. Ich überlegte was wir noch einkaufen mussten, da wir nur noch 5 Nächte in Kowalski hatten. Dabei setzte ich mich in die Sonne und ließ mich aufwärmen. Dann laß ich zur Abwechslung mal in meinem Buch weiter, dass ich seit dem Flugzeug nicht mehr angegriffen hatte. Denn Blogbeiträge hatte ich alle letzte Nacht fertiggestellt. Dabei konnte ich auch zwei papageienartige Vögel beobachten, die ich leider nicht auf die Kamera bekam.

Alex wachte irgendwann gegen 16:30 dann mal auf, um zu arbeiten, während ich noch alleine einen kurzen Spaziergang zum nahe gelegenen Lago Pehoe machte. Dort bließ der Wind aber auch so dermaßen, dass ich bald wieder zurück war.

Zum Abendessen gab es heute Curryreis mit Erbsen und einer fertigen Quinoa-Kichererbsenpackung mit etwas Käse reingemischt. Also kurz gesagt ein Restelessen, denn den einen Wrap der noch übrig war, teilten wir uns auch auf. Es schmeckte erstaunlicherweise aber richtig lecker, zumindest für mich. Fleisch war natürlich wieder mal keines dabei, aber Alex aß eh seine Salami dazu.

Nach der Dusche war dann wieder Zeit zum Lesen, denn morgen mussten wir auch nicht früh auf, also konnten wir alles vor der Abreise zusammen packen. Am Plan steht wieder eine Bootsfahrt zu einem anderen Gletscher, mal schauen, ob wir wieder Kalbungen zu Gesicht bekommen. Ich hoffe einfach, dass sich der Wind diese Nacht ruhig verhält, sonst wandere ich in die Fahrerkabine zum Schlafen aus.

Schreib den ersten Kommentar

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

Sei LIVE beim Abenteuer dabei!
IMG_5742

Fin del Mundo

Kurz vor 6 Uhr war heute Tagwache, denn wir dürften auf keinen Fall unseren Bus nach Ushuaia – ans Ende der Welt (Fin del Mundo) verpassen. Wir packten unsere Taschen fertig, checkten aus und gingen zu Fuß komplett…

IMG_8790

Adios Amigo

Komplett ausgeruht und aufgewärmt starteten wir in Tag. Alex hatte in der Früh zu arbeiten und ich chillte zur Abwechslung mal etwas länger im Bett herum. Das Hotel war echt top ausgestattet mit Spa und Gym und auch…

IMG_8625

Beinahe in Feuerland versumpft

Kleiner Funfact zu Beginn: Alex hat nachts den Campingkocher aktiviert, um uns so den Schlafbereich von Kowalski etwas zu erwärmen. Mittlerweile hatte man schon das Gefühl, als ob er die Kälte halten würde, wie eine…