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Safari-Feeling in Patagonien

Nach unserer windigen Nacht starteten wir entspannt in den Tag. Ich frühstückte gemütlich am Flussufer,während Alex entspannt aufstand. Dann begann die Autofahrt, heutiges Ziel die Trekkingstadt: El Chalten. Nicht ganz 5 Stunden Fahrt laut Navi, mal schauen wer oder was uns heute wieder einbremst.

Zu Beginn gab Kowalski gleich mal Meldung, dass bei unserer Ad Blue Messanzeige etwas defekt sei. Jetzt wusste Alex, welche Sicherung er gestern erwischt hatte. Das mussten wir reparieren, sonst würden wir Probleme bekommen in den nächsten 1000 Kilometern. Heute fuhr ich eigentlich die komplette Strecke. Anfangs noch Lochstraße, bis es auf eine ewig lange (sicher 100km) Schotterpiste wechselte, die aber in halbwegs gutem Zustand war. Die entgegen kommenden Fahrzeuge, was so zirka alle 5 Minuten mal passierte, grüßten immer freundlich. Vermutlich freut sich in diesem Niemandsland jeder, wenn er mal auf eine andere Gesellschaft trifft.

In der ersten größeren Ortschaft, bzw. eigentlich die einzige am Weg nach El Chalten, tankten wir Kowalski auf und versuchten eine Sicherung zu bekommen. Die Tankstelle verwies uns zu einem anderen Laden. Der hatte diese jedoch nicht. Der Besitzer, ein älterer Herr, konnte natürlich kein Englisch und auch mit Handys kannte er sich nicht aus, deshalb meinte er, wir sollen ihm einfach nachfahren, er würde uns einen Laden zeigen, wo wir die Sicherung bekommen würden. Also von der Freundlichkeit der Argentinier bin ich schon begeistert. Der erste Shop führte jedoch auch keine Sicherungen, also ging es hinter dem alten Mann weiter hinterher zu einer Autowerkstätte. Dort bekam Alex die Sicherungen, er kaufte nämlich gleich mehr. Schnell reparierte er die defekte Sicherung, jedoch leuchtete die Motorkontrollleuchte weiterhin auf, mal schauen, ob sich die wieder beruhigt. Im Supermarkt besorgten wir noch frisches Gebäck, dann ging die Fahrt weiter.

Entlang der Strecke konnte ich heute neben einigen Guanakos, auch ein Gürteltier und Emu artige Tiere beobachten. Hierbei handelte es sich scheinbar um Darwin-Nandus. Ich fühlte mich fast ein bisschen wie auf Safari mit Jones, wie damals in Uganda. Etwas traurig fand ich jedoch, dass wir fast mehr tote Guanakos als lebendige sahen. Entlang der Straße befindet sich fast durchgängig überall ein Zaun, über den die Tiere immer wieder versuchen rüber zu hüpfen. Leider schaffen das einige scheinbar nicht. Denn man sieht immer wieder tote Tiere hängen in allen möglichen Verwesungsstadien.

Kleiner Sidefact so eine Schotterpiste trägt auch positiv zur Darmperistaltik bei, zumindest bei mir. Also falls da wer im Urlaub Probleme hat damit, kann ich echt empfehlen, das treibt das Ganze voran. Wie gesagt nach gut 100km haben wir dann endlich die Schotterpiste verlassen und wechselten auf eine fast nagelneue Straße ohne Löcher. Als wir dann das letzte Stück Richtung El Chalten abbogen, traute ich meinen Augen kaum. Argentinien zeigte sich endlich von seiner schönen Seite. Der Nationalpark Los Glaciares trägt seinen Namen nicht um sonst. Aber seht selbst auf den Bildern, den Anblick kann ich gar nicht beschreiben:

Kurz vorm Ziel sahen wir auch noch ein paar Gauchos eine Rinderherde mit Hunden herumtreiben, auch ein toller Anblick.

In El Chalten angekommen, suchten wir uns einen Campingplatz, wo wir für zwei Nächte bleiben würden. Hier waren auch einige Deutsche, sogar die vom gestrigen Vorfall hat Alex angetroffen. Während ich duschte, meinen Rucksack für morgen packte und meinen Koffer neu organisierte, putzte Alex das ganze Fahrzeug. Wir hatten den Staub von der Schotterstraße gefühlt überall drinnen und er hält so etwas nicht aus. Während ich ihm in Ruhe putzen ließ, setzte ich mich in die Sonne und schrieb an meinem Blog. Das nenne ich optimale Arbeitsaufteilung. Das Kochen übernahm dann eh wieder ich. Heute gabs Gemüsenudeln, um das Kohlenhydratlager für die morgige Wanderung aufzufüllen. Das Wetter sagt momentan keine optimalen Bedingungen voraus, aber mal schauen wie es dann wirklich aussieht. Unsere Nachbarn, 5 junge Burschen, bauten sich ein riesiges Zelt auf und schmieden den Grill an, sah aus als würden sie ein halbes Guanako auflegen. Alex hätte da sicher gerne mitgegessen. Die Sonne geht hier übrigens erst gegen halb 10 unter, was sehr praktisch ist. Ich finde man merkt auch einen Unterschied zu Santiago de Chile, wo wir starteten. Mittlerweile bleibt es noch etwas länger hell.

Nach dem Essen ging jeder noch seinen To Do’s nach. Der Wecker wurde auf halb 6 gestellt, mal schauen wie wir aufkommen.

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