Heute hielt uns nicht der Wind wach, sondern das Geschnarche vom Nachbarn aus dem Zelt nebenan. Ja man hat es bis zu uns gehört, aber wach gehalten hat es uns jetzt nicht unbedingt, das wäre übertrieben. Dafür war das die erste Nacht, in der wir die Heizung benutzten. Denn es hatte hier nur 4°C Außentemperatur und das war doch etwas frisch. Da ich aber etwas lärmempfindlich bin was das Schlafen angeht, wie ihr jetzt wohl schon mitbekommen habt, habe ich die laute Heizung auch nicht ganz ausgehalten. Deshalb pausierten wir sie, ab dem Zeitpunkt als wir schlafen gingen. 4 Stunden später drehten wir sie aber wieder auf, weil uns beiden doch etwas kalt war. Unsere Wecker klingelten gegen halb 6, doch ganz motiviert waren wir nicht uns in die Kälte zu bewegen. Alex musste noch kurz arbeiten und gegen 7:00 Uhr waren wir dann startklar für die heute anstehende Wanderung zur Laguna Torres. Diese sollte schlussendlich 24km, gut 600 Höhenmeter und 8 Stunden Zeit beanspruchen.

Vom Campingplatz aus marschierten wir ca. einen Kilometer zum Start der Tour. Die Route war gut beschildert und nach jedem geschafften Kilometer befand sich eine Tafel, so dass man immer wusste, wie weit man schon war. Beim Hinweg sehr förderlich, der Rückweg dauerte uns dann fast etwas lange genug.



Hier seht ihr wie die Mülleimer vor den Häusern aussehen, ein bisschen wie Vogelkäfige.

Am Weg hin zur Gletscherlagune wurden wir noch mit blauem Himmel beglückt, dieser wurde jedoch kurz bevor wir am Ziel anlangten, von einem Wolkenkleid übermannt. Sodass wir die Spitzen der Berge nicht mehr wahrnehmen konnten. Aber für die ursprüngliche Wettervorhersage haben wir es schlussendlich doch ganz gut erwischt und bis auf ein paar Regentropfen gegen Ende, blieben wir auch komplett trocken.





Der Wanderweg erinnerte mich an den Zion National Park in den USA, der hatte auch ähnliche Steinformationen. Die Gletscherlagune ließ mich hingegen stark in isländischen Erinnerungen schwelgen. Am Hinweg trafen wir fast keine Menschen und die Strecke war auch relativ angenehm mit nur wenig kurzen steileren Anstiegen. Nach 10 Kilometern waren wir bei der Lagune angelangt und konnten die schwimmenden Eisschollen bestaunen, bestimmt ein guter Vorgeschmack für die antarktischen Gewässer.








Danach wanderten wir noch bis zu einem Aussichtspunkt hoch, wovon man noch besser auf die Gletscherzunge sah. Dort trafen wir auch auf zwei ganz zahme Greifvögel, denen Alex einen Cookie gab. Leider konnte ich nicht ganz ausfindig machen, um welche es sich hierbei genau handelt, mit Federvieh habe ich es leider nicht so.







Die Wolken zogen nun immer weiter zu, froh darüber, dass wir die Bergspitzen beim Hinweg überhaupt zu Gesicht bekamen, traten wir den Rückweg an, der sich echt in die Länge zog. Ich brauchte zwei kurze Cookiepausen, da ich echt schon Hunger hatte. Etwas erledigt kamen wir dann gegen 15:30 am Campingplatz an.



Nach dem Duschen und Zusammenpacken für morgen, versuchten wir einen Teil unserer Schmutzwäsche zu waschen, was leider nicht optimal verlief. Denn die Waschmaschine hatte genau gar nicht geschleudert. Also hieß es per Hand ausdrücken. Die Wäsche wurden dann aufgrund des momentanen herrschenden Nieselregens in Kowalski aufgebreitet. Das könnte ewig dauern bis die bei den Außentemperaturen trocknet.

Nun war es endlich an der Zeit. Alex hatte sich heute sein Steak verdient, also marschierten wir zu einem Restaurant in der Nähe. Neben diesem lag auch gleich ein Souvenirladen, den wir davor noch unsicher machten. Die Preise hier waren echt extrem teuer, aber sie führten viele handgefertigte Dinge, so dass es mir den Preis wert war. Bevor wir das Lokal betraten, trafen wir auch noch auf unsere deutschen Freunde, wo wir mit dem Reserverad geholfen hatten. Wir plauderten kurz mit ihnen.
Im Restaurant gabs für Alex Kartoffellauchsuppe als Vorspeise, für mich meinen verdienten Mojito, welcher echt lecker und nicht zu süß war. Als Hauptgang für Alex nach einer Woche vegetarischer Kost, endlich sein verdientes Steak, für mich mit Quinoa gefüllte Melanzani. Als Nachspeise gönnte sich Alex noch ein Beereneis, ich setzte hier lieber auf ein Stück von meiner dunklen Schokolade, die in Kowalski auf mich wartete.








Wir schafften es dann irgendwie zurück zum Campingplatz, extra Meter wollten wir heute beide keinen mehr gehen. Außerdem war der Mojito doch etwas stark gewesen. Alex ging dann bald ins Bett, den habe ich heute doch etwas erledigt mit der Tour. Ich bin schon gespannt, wie es uns morgen geht. Eigentlich wollen wir, oder ich zumindest, die nächste Tour angehen. Diese hat etwas mehr Höhenmeter und ist von der Länge her ähnlich, mal schauen wie es uns ergeht bzw. wie das Wetter mitspielt.




