Zur Abwechslung blieben wir heute mal beide bis 8:00 Uhr liegen, der Nationalpark, wo wir direkt davor parkten, öffnete ohnehin erst um 9:00 Uhr. Hier bildete sich neben unserem Parkplatz schon eine Autoschlange der Straße entlang. Wir packten uns daneben gemütlich für die anstehende Wanderung zusammen. Queulat Nationalpark war der Name des Parks. Nur wenige Meter hinter dem Eintrittstor war auch schon der Parkplatz. Der Parkranger fragte uns sogleich auch nach unseren Eintrittspässen, die ich zu Hause schon online reserviert hatte. In Chile kannst du nur vorab online reservieren und musst auch schon das genaue Datum angeben, was ganz schön viel Planung im Vordergrund bedeutete.




Wir entschieden uns für die längste Tour, die gut 3,5 Stunden in Anspruch nehmen sollte. Der Weg verlief großteils im schattigen Wald, was wir als sehr angenehm empfanden. Er war jedoch noch etwas matschig vom vergangenen Regen. Über eine Hängebrücke ging es auf die andere Seite des Flusses, welcher von Gletscherwasser gefüllt war. Am Ende des reißenden Flusses, befand sich ein See, von wo aus man auch mit einem Boot nach hinten fahren konnte. Dort befanden sich einige Wasserfälle, die den Gletscher herunter fielen.




Dann begann der eigentliche Aufstieg, unsere Sporteinheit für heute oder meine neue Foltermethode für Alex. Obwohl im Vergleich zum Vulkan war es echt harmlos. Der erste Kilometer ging steil bergauf, danach ging es relativ flach dahin. Oben angekommen, genossen wir die Aussicht mit einigen anderen Wanderern. Anschließend ging es wieder bergab, wo ein deutsches Pärchen vor uns lief.




Mit Kowalski fuhren wir dann die Carretera Austral weiter nach Süden, wo wir die erste Gelegenheit nutzten, um unsere Frühstückspause einzulegen. Bei wunderschönem Ausblick platzierten wir uns in die Campingsessel und genossen die Sicht und das Wetter. Plötzlich entdeckte Alex Delfine. Ich traute meinen Augen kaum, so bald hatte ich diese auf unserer Reise nicht erwartet zu sehen. Wieder ein Moment für die Ewigkeit, wenn du mit deiner Frühstücksbowl den Meeressäugern beim Herumspaßen zusehen kannst.



Heutiges Ziel war Puerto Rio Tranquilo entlang eines Sees auf der Carretera Austral. Es waren wieder gut 7 Stunden Fahrt für gute 350Kilometer, also Schotterpisten vorprogrammiert. Ich glaube ja mittlerweile, dass die Übersetzung für Carretera Austral auf deutsch abenteuerliche Schotterpiste bedeutet. Ich fuhr den ersten Teil, in Serpentinen ging es die Schotterstraße hoch, teilweise habe ich mich wie im Dschungel gefühlt. Danach kam ein Teil Landschaft, der irgendwie wie Tirol aussah, aber nicht in so engen Tälern, sondern weite Flächen von Bergen eingekesselt. Da hat es mir echt gut gefallen und ich meinte zu Alex scherzhaft so, hier kannst du mich auch an einen Chilenen abgeben. Hier wirkt alles so entschleunigt, die Menschen sind mega freundlich und wirken alle gut aufgelegt.



Wir hielten an einer Tankstelle in einem der wenigen richtigen Orte in denen wir durchkamen. In dem kleinen Shop spielte es sich ab, vermutlich da im nächsten Umkreis sonst nicht viel Einkaufsmöglichkeiten waren. Kurz nach dem Tankstopp meldete Kowaslki, dass sein Ad Blue zu Ende gehen würde. Das Timing hatte er sich schlecht ausgesucht, naja wir werden auf den nächsten Kilometern hoffentlich noch eine geeignete Tankstelle finden. Gegen 19:00 Uhr hielten wir dann entlang der Straße, um zu kochen. Ich entschied wieder für schnelle Küche, Wraps mit Chilli Füllung, natürlich wieder ohne Fleisch. Der arme Alex wird noch zum Vegetarier aufgrund mir. Obwohl stimmt nicht ganz, nach dem Essen gabs für jeden noch einen Snack, Alex eine Packung chilenische “Kabanossi”, ich blieb da lieber bei meinen M&M’s. So hat jeder seine Vorlieben. Achja Kichererbsen, Mais, Bohnen und Linsen gibts hier übrigens nicht in Dosen, sondern in Tetrapacks, was ich mega praktisch finde.




Nach dem Essen fuhr Alex die letzte Strecke. Bis zu unserem heutigen Schlafplatz, der direkt neben der Schotterstraße lag. Da wir erst gegen 23:00 landeten, hatten wir keine Ressourcen mehr uns nach etwas besserem umzusehen, wichtig war nur, dass wir morgen früh keine weite Strecke zurück zu legen hatten, da wir kurz vor 6:00 Uhr schon dort sein sollten. Denn es stand Kajak-Fahren am Plan. Bis wir alles für morgen zusammengepackt hatten und Alex noch ein paar Dinge für die Arbeit gecheckt hatte, war es sicher nach halb 1. Das würde eine kürzere Nacht werden.






