Die heutige Nacht war nicht viel besser als gestern, dennoch klingelte mein Wecker um 7 Uhr. Ich war nicht ganz sicher, wann ich das Haus verlassen durfte. Ich wollte niemanden stören und auch nicht unbedingt aufwecken. Die Zeiten hier laufen anders, wer vor 9 Uhr in den Tag startet ist ein Frühaufsteher. Mein Plan war an meinem Blog zu schreiben bis ich andere Geräusche wahrnehmen würde, um so ohne Bedenken aufstehen zu können. Nur nahm ich bis halb 9 nichts wahr, dann beschloss ich fluchtartig das Haus zu verlassen. Ich packte alles zusammen, traf noch auf einen der Hunde beim Hinausgehen und öffnete mir das 3teilige Metalltor. Damit hatte ich etwas zu kämpfen, keine sehr anwenderfreundliche Erfindung. Nachdem ich Molly vor der Einfahrt geparkt hatte, schloss ich das Tor wieder und schrieb der Besitzerin eine Nachricht, dass ich noch einen längeren Weg vor mit hätte und deshalb das Haus schon früher verlassen musste.

Mein Weg brachte mich heute zuerst nach Waterford. Dies war zwar ein Stück in die verkehrte Richtung, aber ich wollte noch Postkarten und Briefmarken besorgen. In Waterford selbst war viel Verkehr, doch ich konnte einen guten Parkplatz ergattern. Der Souvenirshop, den ich ins Auge gefasst hatte, öffnete gerade seine Türen. Ich bekam alle Karten und sogar noch eine Christbaumkugel. Seit den letzten Reisen nehme ich, falls er mir über den Weg läuft, Weihnachtsschmuck aus anderen Ländern mit, um auch an Weihnachten an meine Reisen erinnert zu werden. Auch hier bekam ich keine Briefmarken, aber die Besitzerin des Ladens erklärte mir ganz genau, wo die nächste Poststelle sei, gab mir einen Stadtplan mit und meinte noch, dass heute dort viel los sein werde also solle ich beim reingehen lieber tief Luft holen. Die Freundlichkeit der Iren fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Also lief ich mit Stadtplan und ohne Handy in der Hand zur Post. Ich genoss es richtig einmal nicht mit Google Maps zu navigieren. Die Post war wirklich voll, aber es war nicht allzutragisch. Nachdem ich die Briefmarken hatte, blieb mir noch 1h Zeit von meinem Parkticket übrig, sodass ich noch etwas herum schlenderte. Die Stadt wirkt auf mich ganz nett und auch etwas Proviant für die Weiterfahrt konnte ich mir sichern. Am Parkplatz vermisste ich mal wieder meinen Quaxie, so ein grünes Auto hat schon seine Vorteile. Man findet es auf jeden Fall viel leichter als ein weißes.








Ich verspeiste noch meinen letzten alten Himbeerscone und fuhr weiter Richtung Küste. Ich wollte eigentlich nur bei der Shell Cottage für ein Foto stoppen. Da entdeckte ich einen ewig langen Sandstrand. Ich entschied eine Runde zu spazieren. Da hier genug Steine zum Liegen vorhanden waren, legte ich mich kurz hin und genoss die Sonne in meinem Gesicht. Nach einer halben Stunde bekamen meine Eltern den täglichen Strandvideocall. Anschließend beschloss ich hier mehr Zeit zu verbringen, um das gute Wetter auszunutzen, denn im Landesinneren hing noch immer die Wolkendecke.






Ich lief zu Molly, zog mir meinen Bikini an und packte gemeinsam mit den Postkarten ein paar Snacks in den Rucksack ein. Danach suchte ich mir einen geeigneten Stein, um meine Postkarten zu schreiben.

Nach einiger Zeit hüpfte ich dann noch mal in den Atlantik, auch hier war ich wieder begeistert von der Freundlichkeit der Menschen. Ein Mann winkte mir von der Weite, dass ich auf der anderen Seite des Strandes ins Wasser gehen solle, da es hier zu gefährlich sei. Ich bekam im Laufe des Nachmittages auch mit warum. Denn die Gezeiten legten dann eine Steinreihe frei, die vorher nicht sichtbar war. Komplett habe ich es nicht reingeschaut, nicht wegen der Kälte, sondern weil die Wellen doch schon größer waren und der Sog nach draußen ins Meer ziemlich stark war. Also ließ ich mich nur von ein paar Wellen erfrischen und trocknete dann auf meinem Stein, wo ich nur noch etwas laß und ansonsten einfach nur das Rauschen der Wellen und die Sonne auf meiner Haut genoss. Nach 4h war es dann aber an der Zeit aufzubrechen, außerdem ging die ganze Zeit der Wind, was es doch etwas frischer machte. Ich war stolz, dass ich es so lange auf einer Stelle ausgehalten hatte und mich auch etwas zur Ruhe kommen ließ. Das tat heute richtig gut für die Aufladung meines Akkus.





Gegen 16:00 verlies ich den Strand. Nächster Halt war St. Patricks Bridge in Kilmore Quay. Dabei handelt es sich um eine lange Steinbrücke, die ins Meer hinausführt. Ich spazierte eine Weile herum und fand eine riesige Muschel, die einzige hier am Strand und die war größer als meine Handfläche. Sie wurde natürlich sofort eingepackt. Ich fuhr anschließend nochmal ein Stück zurück in die Ortschaft, um ein paar der Cottages zu fotografieren.



Als nächstes stoppte ich beim Cahore Point, wo ich noch eine kleine Runde an den Klippen entlang marschierte. Auch hier wurde ich wieder mit einer wahnsinnig tollen Aussicht belohnt und einem Sandstrand mit feinstem weißen Sand. Es sah fast aus wie in Neuseeland. Ich beschloss am Strand mit Meeresrauschen im Hintergrund meinen Scone, den ich in Waterford gekauft hatte, zu genießen.





Anschließend machte ich meinen Weg retour zu Molly und fuhr zu meinem Quartier für heute. Auch über Airbnb gebucht, also wieder bei einer Dame privat zu Hause. Das Haus befand sich in Gorey. Lorraine begrüßte mich freundlich, zeigte mir Bad und die Zimmer. Ich konnte zwischen zwei Zimmer wählen, wobei ich mich für das größere entschied, da ich etwas umpacken musste für die baldige Heimreise. Der Tisch für mein Frühstück morgen früh war schon gedeckt, auch hier erklärte sie mir, wo ich alles finden würde.


Ich vertrat mir dann noch bei einem Spaziergang in der Umgebung die Beine und genoss danach im Garten noch das lange Tageslicht. Anschließend packte ich meine Tasche um und stellte einen Blogbeitrag fertig. Morgen heißt es dann Abschied nehmen von meiner magischen Insel.









