Die Nacht war nicht nur kurz sondern auch alles andere als erholsam. Die benachbarte Party startete so richtig gegen Mitternacht als ich mich gerade hinlegen wollte. Die Musik traf zwar meinen Geschmack, aber es war fast unmöglich ein Auge zuzubekommen, da ich ohnehin auch etwas nervös war, den Wecker um halb 4 nicht zu überhören. Kurz habe ich überlegt, ob ich nicht einfach mitfeiern sollte, wäre ohnehin egal gewesen, aber ich entschied mich dann doch dagegen. Also bestand meine Nacht aus 3h herumwälzen. Um 4 Uhr war die Party noch immer voll im Gange. Ich packte alles zusammen und versuchte trotz des Partylärms das Haus so leise wie möglich zu verlassen.
Nach einer kurzen Fahrt war ich am Flughafen angelangt, wo ich versuchte die richtige Parkhauseinfahrt für die Retourgabe von Molly zu finden. Dies war für mich heute etwas schwieriger, ohne Schlaf funktioniert das Hirn gleich weit weniger. Beim dritten Anlauf habe ich die Stelle dann doch gefunden. Ich musste das Auto nämlich woanders retour geben als gewohnt, da es noch außerhalb der Öffnungszeiten war. Schlussendlich habe ich dann einen geeigneten Parkplatz für Molly gefunden und marschierte mit meinem Gepäck zur Postbox in der ich die Autoschlüssel zurück lassen sollte.

Nach dem Abwurf der Schlüssel begab ich mich zum Check In und Security Check. Dann suchte ich das Abfluggate, wobei ich diesmal mit einem Bus zum Gate gebracht wurde. Das hatte ich so auch noch nicht. Es handelte sich um ein extra Gebäude, wo davor einige Flieger zum Abflug bereit standen. Kurz nach 5 Uhr nahm ich dort Platz und hatte noch fast 2h Zeit bis der Flieger abheben würde. Da ich momentan kein Auge zu machen wollte, nutzte ich die Zeit um Fotos auszusortieren und an meinem Blog zu schreiben. Gegenüber von mir nahmen zwei deutschsprachige junge Mädchen Platz, die hier schon etwas auffielen. Ich wollte mich noch gar nicht mit deutschsprachigem Geplänkel beschäftigen, also verschloss ich meine Ohren mit meinen Kopfhörern und lauschte zu meiner Musik.
Das Boarding, sowie der Flug verlief ohne Vorkommnisse. Ich hatte wieder einen Fensterplatz, genau denselben Sitz wie beim Hinflug. Ich sortierte weiter Fotos aus und probierte dazwischen zwei Mal kurz die Augen zuzumachen. Die Landung war akzeptabel und auch bei der Passkontrolle musste ich nicht anstehen. Lediglich das Gepäck ließ etwas auf sich warten. Da machte ich zum zweiten Mal Bekanntschaft mit den beiden jungen Damen, die sich einfach bei der Gepäckausgabe direkt vor mich hinstellten, obwohl ich zuerst dort war. Allgemein waren die Leute in Wien schon wieder so hektisch und unachtsam. Da musste ich mich schon wieder Ärgern über die Österreicher. Als ich mein Gepäckstück hatte, marschierte ich direkt zum Ausgang, wo meine Eltern schon freudig auf mich warteten. Sie waren mit meinem Auto gekommen, da es den meisten Platz bietet und Papa mit seinem Opel nicht mehr soweit fahren sollte. (wird Zeit für einen neuen fahrbaren Untersatz) Mama reichte mir noch ein Stück Apfelstrudel frisch von Omchen gebacken. Das ist mittlerweile auch schon Tradition, dass ich so begrüßt werde. Ich übernahm die Schlüssel von Quaxie und wir begaben uns auf die Heimreise. Wieder auf der rechten Seite zu fahren, war anfangs ungewohnt, ein paar Mal hätte ich mit der linken Hand den Schalthebel gesucht. Echt ein Wahnsinn wie schnell der Mensch sich auf Gewohnheiten einstellt.



Die Heimfahrt verlief problemlos. Zu Hause wartete Oma schon mit dem Essen, auf das ich mich schon echt freute. Nachdem alle Geschichten ausgetauscht wurden, fuhr ich in meine Wohnung. Jetzt hieß es Auspacken, Wäsche waschen und den Kopf wieder auf die Arbeit umprogrammieren.
Irland war wie immer eine Reise wert, so viele schöne magische Momente, die ich wieder erleben durfte und für jeden einzelnen bin ich so unendlich dankbar. Alleine zu reisen gibt einem teilweise ein Gefühl von kompletter Freiheit, kann aber auch sehr fordernd sein, weil du dich einfach mit dir selbst beschäftigen musst. Das sieht bei mir manchmal wie eine emotionale Achterbahnfahrt aus, aber das alles darf sein und ist auch gut so. Im stressigen Alltag lässt man Emotionen oft gar nicht zu und funktioniert einfach nur. Meine größte Erkenntnis von dieser Reise: Genieße jeden sonnigen/glücklichen Moment in deinem Leben, denn du weißt nicht, wann das Leben den nächsten Sturm für dich bereit hält.




