Die Nacht heute war etwas besser. Vorm Frühstück nutzte ich wie immer die Zeit für meinen neuesten Blogbeitrag. Gegen 8:00 Uhr wagte ich mich dann in die Küche. Ich griff bei der großen Auswahl die Lorraine bereit gestellt hatte zu einem High Protein Porridge den ich mit heißem Wasser aufgoss. Dazu gab’s eine Banane und noch ein letztes Mal Schwarztee. Einen Pfirsich nahm ich mir noch für den Weg mit. Beim Verlassen der Haustüre kam es noch zu Problemen. Die Türschlösser hier funktionieren irgendwie anders herum. Aber ich habs nichtsdestotrotz aus dem Haus geschafft.


Am Weg zum heutigen Strand stoppte ich am ersten Briefkasten, um die Postkarten aufzugeben. Danach hieß es Abschied nehmen vom Atlantik am Goppa Beach. Ich saß dort noch eine Weile und laß ein paar Seiten in meinem Buch, bevor ich mich mit feuchten Augen auf die Weiterfahrt begab.





Ich hielt noch bei einem Supermarkt, um mich mit ein paar Scones für zu Hause einzudecken. Obwohl ich die Strände hier liebe, bin ich nichtsdestotrotz ein Mountaingirl. Also schrie mein Körper schon nach der nächsten Herausforderung in den Wicklow Mountains. Die Wahl fiel auf Glendalough. Dort war ich schon dreimal, somit kannte ich die Wanderwege schon etwas. Ich wusste, dass diese dort gut gekennzeichnet waren und das war mir heute wichtig. Also wagte ich den Ausflug in den Touri Hotspot. Als ich ankam, sah ich schon die ganzen Reisebusse von der Weite. Kurz dachte ich schon, dass werde ich noch bereuen, aber ich bekam einen Parkplatz und lief sogleich Richtung anstrengendere Routen, da lichteten sich die Menschenmassen zum Glück gleich etwas.




Leider war die Strecke, welche ich nehmen wollte, teilweise gesperrt. Also entschied ich sie soweit von der einen Seite zu gehen wie möglich und dann die andere Seite zu nehmen. Dazu marschierte ich zu Beginn entlang des Upper Lakes bis zum Ende und entschloss vor den Mienen kehrt zu machen. Auf der anderen Seite gings dann steil in Serpentinen hoch. Ich wartete die ganze Zeit auf die Absperrung aber irgendwie kam die nicht. Ich fragte dann entgegen kommende Wanderer, ob der Rundweg leicht doch passierbar sei, die meinten ja, es sei nur die Brücke über den Fluss gesperrt und man müsse nur daneben auf den Steinen drüber gehen, dass sei aber kein Problem. Also entschied ich den Rundweg doch fertig zu gehen. Das erste Stück, das ich vorhin gegangen war, würde ich nun doppelt gehen, aber egal. Ich genoss den Rundweg und wurde noch mit schönen Ausblicken auf das Tal und einen Wasserfall belohnt. Auch ein Reh wagte sich noch ganz nah heran. Auf halben Weg gönnte ich mir mein Mittagessen.








Der Weg nach unten war auf dieser Seite von Steinstufen geprägt. Als ich im Tal angelangt war, wurde auch ich gefragt, ob der Rundweg zu gehen möglich sei, woraufhin ich die Sachlage erklärte. Nach 4,5h war ich wieder am Parkplatz angekommen, wo ich mir zur Belohnung noch einen der Heidelbeerscones gönnte. Nach der Wanderung schmeckte er gleich noch viel besser. Als ich gerade ins Auto einstieg, begann es zu regnen. Das war wohl ein perfektes Timing.






Meine Route Richtung Dublin nahm ich dann noch durch die Wicklow Mountains, wo ich spontan an einem geeigneten Parkplatz hielt, um den Saustall in Molly zu beseitigen.



In der Nähe meines heutigen Quartieres, wieder privat bei einer Familie, stoppte ich noch an einer Tankstelle um Molly aufzutanken, denn ich musste sie vollgetankt abgeben. Dann suchte ich das Quartier. Dies befand sich in einer ruhigen Siedlung in der Nähe des Flughafens. Es handelte sich um eine indische Familie, wobei mir ein junges Mädchen die Türe öffnete. Unsicher ob ich richtig war, fragte ich vorsichtig. Aber schon kam ihr Vater und zeigte mir mein Zimmer für den Abend. Das hier war einfach die günstigste und näheste Möglichkeit zum Flughafen gewesen und da mein Flieger morgen schon um 7:20 abhebt, würde ich das Haus ohnehin schon um 4:00 verlassen.



Molly parkte am Straßenrand, ich holte meine Taschen, ging duschen, packte alles soweit zusammen und verließ das Haus, um einen letzten Pubbesuch zu wagen. Zirka 10min von hier gab es ein Pub, das traf meine Wahl. Ich nahm draußen in einer Ecke Platz wo ich gut das Treiben der Menschen beobachten konnte. Ich entschied mich für einen Gin Tonic, gönnte mir Wedges dazu und schrieb in Ruhe an meinem Blogbeitrag. Dabei bestaunte ich die Damenrunden, die nach der Reihe eintrafen. Am besten war eine Gruppe von vier Damen, alle in schwarz mit Minirock, wo man teilweise auch die Pobacken sah, die gefolgt von zwei Omas mit Rollator das Pub betraten. Das war der beste Anblick des Abends und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht in meine sonst betrübte Stimmung. Da es hier keine Livemusik gab, ging ich dann gegen 22:00 zum Quartier zurück. Ich genoss meinen letzten Spaziergang in Irland mit feuchten Augen. Im Quartier warnte mich der Hausbesitzer noch, dass die Nachbarn heute eine 18er Party hätten und es etwas lauter werden würde. Ich bin gespannt wie die Nacht wird.









