Die Nacht war nicht so toll, konnte überhaupt nicht einschlafen, trotz dem tollen Ausblick auf Youghal. Nichtsdestotrotz stand ich gegen 7:00 auf, um noch etwas an meinem Blog vor dem Frühstück zu schreiben. Bevor ich hinunter ging, musste ich dann noch feststellen, dass kein Wasser die Leitung herunterkam und meine Laufschuhe noch komplett nass von meiner gestrigen Aktion waren. Zum Glück hatte ich noch ein weiteres Paar “Wanderschuhe” für alle Fälle mit dabei. Schon eigenartig dachte ich mir, dass die das Wasser hier in der Nacht vielleicht abstellen. Unten angekommen, entschuldigte sich die Besitzerin auf deutsch, welche ursprünglich aus Ungarn stammt und sogar auch einige Jahre in Wien gelebt hat, dass das Council das Wasser abgedreht habe und nicht Bescheid gegeben hätte. Sie könne mir somit nur Orangensaft zum Trinken anbieten. Der klassische Österreicher hätte jetzt wahrscheinlich zu sudern begonnen, ich lief einfach zum Auto und holte mir eine meiner Wasserflaschen herein. Nach gut 20min kam dann die Botschaft, dass sie wieder Wasser hätten. Somit wurde Tee und Porridge nachgereicht. Ich gönnte mir noch ein letztes Mal scrambled eggs and bacon. Den selbstgemachten Blaubeermuffin nahm ich mir für später mit, denn ich war richtig voll.


Das Wetter war auch heute suboptimal, vorhin hatte es geregnet, jetzt behielt der Nebel wieder die Oberhand. Nachdem ich alles zusammengepackt hatte, machte ich mich mit Molly auf zur nächsten Tankstelle. Ich stellte die nassen Schuhe zum Beifahrersitz und drehte die Heizung auf die Füße, mal schauen, ob das zielführend ist. Anschließend hieß der erste Stopp: Glencorrin Beach, wo ich am Strand ein Stück entlang spazierte.







Dann wollte ich meinen Weg weiter Richtung heutiges Quartier machen. Laut Google Maps wäre es im Landesinneren (Greenway) schneller gewesen, in einem Kreisverkehr laß ich aber „Coastal Way“ angeschrieben. Da ich ja keinen Stress hatte, ließ ich mein Bauchgefühl entscheiden und begab mich nach der dritten Runde Kreisverkehr Richtung Küste. Dort hielt ich je nach Lust und Laune auf allen Plätzen, die mir gefielen. Darunter war die Bunmahon Bay, wo ich auch ein Stück am Damm entlang spazierte.





Für einen längeren Stopp entschied ich mich am Annestown Beach. Hier erspähte ich einen Weg die Klippen hoch. Das Wetter hatte mittlerweile umgeschlagen und zumindest entlang der Küste wichen die Wolken dem blauem Himmel. Am Rand der Klippen angekommen wurde ich mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt, die ich sogleich mit meinen Eltern per Videocall teilte. So bekommt Papa vielleicht auch mal wieder Lust weiter zu vereisen, einen Versuch war es auf jeden Fall wert.







Ich marschierte entlang der Klippen bis der Weg durch eine Kuhweide unterbrochen wurde, genoss den Ausblick nocheinmal und machte meinen Weg retour zur Bucht. Dort gönnte ich mir dann den Blaubeermuffin vom B&B.




Weiter ging die Fahrt zum Hook Lighthouse. Auch hier war ich 2015 schon einmal. Der Himmel teilte sich, auf der einen Seite komplett zugezogen, auf der anderen Seite wolkenfreies blau. Ich nutzte nur die Toilette und entschied mich gegen eine Tour auf den Leuchtturm selbst, da es mir hier schon wieder zu touristisch war. Dafür spazierte ich eine Runde rund herum.






Als nächstes hielt ich noch an zwei Buchten, Dollar Bay und Bolmahin Beach. Hier hatte Molly einen kleinen Unfall, ich war nicht schuld. Ein vorbeifahrendes Auto, ich hatte mich gerade eingeparkt, war für die Straßenbreite viel zu schnell dran und streifte Mollys Spiegel. Den beiden Damen schien das komplett egal zu sein, zum Glück konnte ich keinen Kratzer entdecken, wäre aber auch egal gewesen, da ich ohnehin die komplette Versicherung ausgewählt hatte. Den mit den Büschen hier kommst du sowieso nur schwer ohne ein paar Kratzer davon. Am Dollar Bay suchte ich mir bei den kaum vorhandenen Steinen einen Platz, wo ich meinen Nachmittagssnack genoss. Beim ersten Bissen in die Banane wurde ich schon von Regentropfen überrascht. Das hielt mich nicht davon ab, fertig zu essen. Doch dann wurde der Regen immer mehr, so dass ich die Fahrt zum Quartier antrat. Auf nassen Steinen runterzuklettern ist zwar eine weniger gute Idee, aber ich habe alles gut gemeistert. Bei der anderen Bucht stoppte ich nur für ein Foto.




In Duncannon angekommen, drehte ich drei Runden bis ich mich zumindest vorerst für einen Parkplatz entlang der Straße entschied. Dann marschierte ich mit meinem Rucksack zur besagten Adresse. Heute hatte ich mich für einen günstigere Schlafmöglichkeit über AirBnB bei einer Familie zu Hause entschieden. Ich wurde sogleich von Clare und ihren beiden Hunden begrüßt. Sie zeigte mir mein Zimmer und das geteilte Bad, das ich benützen dürfte. Dann öffnete sie mir das Tor ihrer Einfahrt, sodass ich Molly vor dem Haus parken konnte.




Da es gerade noch stärker regnete, nutzte ich die Zeit, um Fotos zu sortieren. Als der Regen stoppte, lief ich zum nächsten und einzigem Restaurant hier in Duncannon und fragte, ob sie einen Platz für mich frei hätten. Sie meinten ich sollte in ihrem Warteraum Platz nehmen und in einer viertel Stunde zirka würde etwas frei werden. Ich nahm Platz, wurde aber schon nach 5min geholt. Meine Wahl fiel auf Fish & Chips, damit ich die zumindest einmal hier gegessen habe. Während ich wartete, beobachtete ich die anderen Gäste, einige Paare, ein Tisch voller Frauen und ein paar Familien. Auch das Essen ließ nicht lange auf sich warten und wurde komplett heiß serviert. Es war echt lecker, jedoch die Portion für mich alleine viel zu groß, da fehlt doch wer zum teilen und irgendwie schmeckt es in Gesellschaft besser. Ich aß trotzdem auf, bezahlte und drehte nun ein paar Runden durch die Stadt und am Strand entlang. Unentschlossen, ob ich den Eintritt in das einzige Pub hier wagen sollte, marschierte ich drei Mal daran vorbei. Dann wagte ich es doch, trat ein und setzte mich sogleich an die Bar. Ich wurde von meinem Sitznachbar, der eindeutig schon länger hier saß, freundlich begrüßt. Ich bestellte einen Gin Tonic und versuchte meinen morgigen Tag etwas zu planen. Ein andere Mann machte mir ein Kompliment für meine Schuhe und gab mir die Hand als er das Pub schlussendlich verließ. Er meinte der Herr neben mir würde jetzt auf mich aufpassen. Obwohl bei dem Anblick seiner Augen, wohl eher ich der Aufpasser gewesen wäre, der hatte nämlich meiner Meinung nach schon genug getrunken. Gegen 22:00 verließ ich das Pub wieder und marschierte Richtung Quartier, wo ich am Weg noch mit einer netten Abenddämmerung verabschiedet wurde. Mal schauen was das Wetter morgen bringt.












