Heute habe ich richtig gut geschlafen, das Bett war mega bequem und es gab auch keine Geräusche die meine Nachtruhe störten. Vor dem Frühstück schrieb ich noch an meinem Blog. Dieses wurde im Wintergarten serviert, wo schon frische Erdbeeren auf mich warteten als ich eintraf. Meine scrambeld eggs wurden von Victoria gebracht, die mich zuerst in Ruhe essen ließ und beim Abservieren wieder mit ihren Ratschlägen und Geschichten versorgte. Unter anderem erklärte sie mir, warum die Pubs so einen wichtigen Stellenwert in Irland haben, dass das Leitungswasser hier nicht zu trinken ist, da sich die Regierung nicht darum kümmern würde, dass Demonstrationen hier noch Dinge bewirken würden und sie versuchte mir auch die Mentalität der Iren aus ihrer ukrainischen Sichtweise beizubringen. Zum Abschied lobte ich noch ihre selbst gemachte Kirschenmarmelade, wobei sie mir verriet, dass dies die einzige Marmelade von ihren sei, die sie auch selber essen würde und bedankte mich für das Stück Kuchen, das sie mir noch auf den Weg mitgab.



Nachdem ich meine Sachen in Molly verstaut hatte, begab ich mich zu meinem ersten Programmpunkt für heute, eine Hirtenhundeshow. Dort kam ich aber viel zu früh an und nutzte so die Zeit, um meinen ersten Blogbeitrag fertig zu schreiben bei toller Aussicht aufs Meer, nur der Wind bließ hin und wieder ganz schön, so dass mir der Sand vom Parkplatz um die Ohren flog.


Gegen 10:00 besorgte ich mir ein Ticket für die Vorführung. Diese war sehr kurzweilig und wirklich informativ. Es wurde erklärt, dass es vier verschiedene Kommandos für die Hunde gibt: links, rechts, schneller und langsamer. Diese würden entweder gesprochen oder gepfiffen werden. Man kann auch mehrere Hirtenhunde gleichzeitig einsetzen, jedoch müssen diese dann alle auf unterschiedliche Peiffkommandos trainiert sein, sprich links wird dann für den einen Hund anders gepfiffen als für den anderen. Es wurde auch vorgeführt, wie die Schafe herumgetrieben werden und sogar eine Separierung zweier Tiere vom Rest der Gruppe gezeigt. Dies sei wichtig, wenn Schafe unterschiedlicher Besitzer getrennt werden müssten. Über die Farbmarkierungen am Hals der Tiere werden die Eigentümer zugeordnet. In Irland werden überwiegend Boder Collies als Hirtenhunde eingesetzt, in anderen Ländern werden hierfür auch andere Rassen verwendet.




Nach der Vorführung suchte ich die nächste Tankstelle auf, wobei ich feststellen musste, dass Molly der Tankdeckel fehlt, außer, dass ist jetzt normal, habe ich aber so noch nie gesehen. Naja ich habe es einfach mal ignoriert und mich nach dem Tankvorgang zum nächsten Programmpunkt aufgemacht, womöglich der Höhepunkt meiner Reise. Es war mal wieder an der Zeit mich aufs Pferd zu setzen.

In Rossbeigh wartete ich vor der Farm noch etwas bis zum Startzeitpunkt und aß währenddessen mein Stück Kuchen von Victoria. Dieser schmeckte als wie wenn Scones übereinander geschichtet und mit Karamellcreme dazwischen ausgefüllt worden wären.

Dann war es Zeit für das heutige Abenteuer. Ger begrüßte mich und übergab mich an Buddy, mein Pferd für die nächsten zwei Stunden und Emily meine Reitbegleitung. Wir machten und so gleich auf den Weg Richtung Strand, wobei ich aus dem Staunen kaum herauskam. Nach den ersten Trabrunden, bot mir Emily auch an gemeinsam zu galoppieren, wobei ich zögernd meinte, wir können es ja mal versuchen. Meine letzten Reitstunden lagen ja doch schon wieder über 2 Jahre zurück. Aber es machte richtig Spaß und Buddy hat einen wirklich angenehmen Galopp mit dem ich gut zu recht kam. So nutzen wir jede Gelegenheit um weitere Galoppeinheiten zu nehmen.





Über die Dünen ging es dann auf die andere Seite des Strandes, wobei dieser nochmal mehr verzauberte. Die Farben heute waren wirklich der Wahnsinn und die Temperaturen für Irland abnormal hoch, fast 30 Grad. Wir gönnten den Pferden eine Abkühlung im Meer und machten uns anschließend auf den Retourweg. Dabei erzählte mir Emily, dass sie im Herbst Biomedizinische Analytik zu studieren beginne, ich traute meinen Ohren fast nicht. Wie klein muss die Welt sein. Ich meinte, echt cool, ich bin BMA und leite ein Labor in Österreich, habe ihr dann auch gleich angeboten mal bei uns auf ein Praktikum vorbeizukommen, wenn sie Erfahrungen im Ausland sammeln möchte. Gegen Ende der zwei Stunden merkte ich schon das meine Beine immer müder wurden. Bin schon gespannt wie sich meine Muskeln von den ungewohnten Bewegungen morgen anfühlen werden.




Nach der Rückkunft sendete Emily mir noch die Bilder und Videos, die sie von mir gemacht hatte und wir tauschten noch Insta Kontaktdaten aus. Absolute Herzensempfehlung, wenn man gerne reiten gehen möchte. Die Landschaft dort ist einfach ein Traum und Buddy war komplett ruhig und angehnehm zu reiten. Von diesem Erlebnis werde ich noch lange zehren, hat meine Akkus eindeutig ordentlich vollgeladen heute.
Am Parkplatz der Farm schmiss ich mich noch in den Bikini und wechselte auf Shorts, diese fast 30 Grad fühlen sich wie 40 bei uns zu Hause an oder es lag am Sonnenbrand. Naja als nächstes stoppte ich in Caherciveen, wo ich mir auf die Empfehlung von Victoria in einem französischen Café einen Himbeer-Brownie holte. Ich beschloss ihn dann am Strand zu verspeisen, denn das war mein nächstes Ziel und da wollte ich so schnell wie möglich hin.
Ich entschied mich für den Strand Ballinskelligs, wo ich von der Vielzahl der Menschen gleich mal überrascht wurde. Ich fand trotzdem ein ruhigeres Plätzchen und stürzte mich sogleich in den Atlantik. Nach dem Reiten war das nun wirklich eine angenehme Abkühlung und kostete diesmal nicht viel Überwindung. Etwas unsicher war ich bezüglich der unzähligen Quallen, die auch unterwegs waren.




Anschließend genoss ich meinen Brownie, der wiklich extrem lecker war. Danach war ein Powernap gefolgt von einer Lesesession angesagt. Bis dass die Sonne sich etwas hinter den Wolken versteckte und der Wind mehr wurde. Da war es plötzlich nicht mehr so angehem und ich beschloss zur nächsten Bucht weiter zu ziehen.



Diese war nur ein paar Autominuten entfernt, St. Finians Bay, ein Surferparadies wie es aussah. Ich ergatterte gerade noch einen Parkplatz, da es nicht wirklich viele Stellplätze gab. Hier steckte ich nur die Zehen ins Wasser, da ich meinen Weg dann noch weiter zu den Cliffs of Kerry machen wollte und man in Irland nie sagen kann, was das Wetter bringt und ich wollte die gute Sicht noch ausnutzen.


Die Straße dorthin war echt eng, steil und kurvenreich. Zum Glück kam mir nicht viel Gegenverkehr entgegen und ich schaffte es noch kurz vor Eintrittsschluss zu den Klippen. Hier war ich schon mal vor genau 10 Jahren. Die Klippen waren noch immer so beeindruckend wie damals. Hier traf ich dann auf einen Musiker aus Australien namens Justin, wir hatten eine nette Unterhaltung. Ich konnte nicht glauben, dass er noch nie auf der Südinsel in Neuseeland war, wobei ich ihm unbedingt riet diese zu bereisen. Er besuchte gerade Verwandte und würde dann nach England und Schottland weiterreisen.






Anschließend fuhr ich nach Valentia Island in mein B&B für heute. Dort wurde ich von Alan dem Gastgeber auf sehr direkte Art begrüßt, im Laufe des Aufenhalts entpuppte er aber auch noch seine freundliche irische Seite.


Ich machte mich dann auf zu einem Aussichtspunkt, wovon man den schönsten Teil der Insel betrachten konnte und fuhr dann noch zum Leuchtturm, wo ich direkt am Meer bei Sonnenuntergang mein Abendessen genoss. Als die Sonne hinter der aufkommenden Wolkenbank untergetaucht war, fuhr ich noch ein Stück, um mir den letzten Programmpunkt für heute zu geben, Tetrapods Fußspuren.




Die Straßen auf Valentia Island sind echt verdammt eng mit wenig Ausweichmöglichkeiten, aber zum Glück kam ich mit dem Gegenverkehr trotzdem gut zurecht. Im Quartier fertigte ich noch meinen zweiten Blogbeitrag an und sortierte die unzähligen Fotos vom Pferdeausflug aus. Doch etwas erschöpft vom heutigen Tag, fiel ich ins Bett. Morgen gehts dann endlich Richtung irischer Heimat.





