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Tag 2 – „My dear guests…“

Nach einer doch sehr erholsamen Nacht, trotz der Tatsache, dass unser einziges Zimmerfenster den Ausblick auf einen Aufzugschacht darstellte, wobei der Lift einige Fahrten in der Nacht hinlegte, machten wir uns auf den Weg in den siebten Stock zum Frühstück. Mittlerweile glaube ich ja, dass unsere Mädlsurlaube mich punkto meiner Phobien immer wieder herausfordern wollen. Letztes Jahr waren es fliegende Ameisen auf der Terasse und heuer ein Aufzug, der an unserem Fenster auf und ab fährt. Wie sagt man so schön, man soll ja seine Comfortzone verlassen, um zu wachsen. Im Frühstücksraum war es richtig kalt, der Ausblick über Istanbul war ganz nett und die Buffettauswahl erfüllte ihren Zweck.

Nach dem Frühstück beschlossen wir uns doch noch etwas wärmer anzuziehen, denn heute sollte der kältere Tag unseres Trips werden. Zu Fuß marschierten wir zu unserem ersten Programmpunkt einer geführten Tour, die Eintritte in die blaue Moschee und die Hagia Sophia beinhaltete. Treffpunkt war beim deutschen Brunnen, wo wir gleich auf unseren Begleiter für die nächsten Stunden trafen, sein Name war Fatih. Es dauerte nicht lange bis sich herausstellte, dass Fatih sehr detailverliebt war und uns wirklich all seine Informationen weitergeben wollte. Seine Lieblingspassage war „My dear guests“, welche gefühlt in jedem Satz vorkam. Wenn wir ein Trinkspiel daraus gemacht hätten, wären wir nach einer halben Stunde schon ko gegangen. Zu Beginn erklärte er uns alles über den Platz dort, genannt Hippodrom, den deutschen Brunnen und der Säule Konstantin des VIItens. Der Platz trägt den Namen aufgrund seiner Pferderennen in der Vergangenheit.

Danach ging es endlich Richtung blauer Moschee. Die ganze Gruppe frierte schon etwas, da der Wind heute richtig unangenehm war. Unsere Gruppe bestand aus 8 Touristen. Die vier anderen waren 2 Pärchen, eins aus Italien und eins aus Deutschland. Wir wurden auch nach unserer Jobbranche gefragt, wobei sich herausstellte, dass drei Personen aus dem Marketing kamen, aber auch drei aus dem medizinischen Bereich. Fatih meinte nämlich, dass immer jeder zweite aus dem Markting oder der IT Branche käme. Das war diesmal natürlich auch so, aber der Gesundheitsbereich hielt auch stark dagegen. Unsere Gruppe war richtig angenehm, auch das deutsche Pärchen aus Berlin war super nett, ein Neurochirurg und eine Gynäkologin.

Nachdem wir die Warteschlange zur blauen Moschee durchlaufen hatten, hieß es Schuhe ausziehen und Haare verschleiern. Danach gingen wir in den Socken auf Teppichen in die Moschee hinein. Drinnen erklärte uns Fatih wieder alles mögliche, wobei sich meine Aufnahmefähigkeit heute sehr in Grenzen hielt. Martina und Kathi K. mussten während seines Vortrags die Moschee verlassen, weil Martina Kreislaufprobleme hatte. Kathi R. und ich erfuhren dafür noch, warum Straußeneier in der Moschee aufgehängt wurden. Sie würden zur Vertreibung von Spinnen dienen, also an alle LeserInnen mit Spinnenphobie, einfach Straußeneier zulegen.

Nach ein paar Minuten freier Zeit, um Fotos zu schießen, betrachteten wir noch den Innenhof, wo wir unsere Schuhe wieder tragen durften. Dort sammelten wir die anderen beiden Mädls wieder ein. Martina hatte sich etwas gefangen, leider schien sie irgendetwas auszubrüten.

Next stop war die Warteschlange zur Hagia Sophia, welche doch schon etwas länger war und mehr Wartezeit in Anspruch nahm. Dabei handelt es sich eigentlich, um eine katholische Kirche, welche in eine Moschee umgewandelt wurde. Für meine Verhältnisse etwas strange das Ganze, aber okay. Das Gebäude an sich war ganz schön, wobei ich die Mosaike am beeindruckendsten fand. Fatih erklärte uns auch hier wieder jedes Detail, wobei Gunther, der Neurochirug feststellte, dass er ein Einzelkind sein müsste. Dies bewahrheitete sich dann auch. Wir hatten viel Spaß mit unseren deutschen Freunden. Nach dem Rundgang in der Kirche/Moschee verabschiedete sich Fatih ganz kurz und bündig und wir hörte ein letztes Mal „My dear guests“. Er war ja wirklich bemüht, aber für mich war das einfach viel zu viel Information in zu kurze Zeit gepresst und sein Humor war jetzt auch nicht ganz mein Fall.

Nachdem wir noch einen Fotostopp vor der Hagia Sophia machten, gingen wir in ein Lokal, um uns aufzuwärmen und eine Kleinigkeit zu essen. Es gab Buffet zur Auswahl, somit war für jeden was dabei und das Essen war auch echt lecker.

Danach bummelten wir durch Souvenirshops bis wir schlussendlich in einem Café in der Nähe unseres Hotels landeten. In einem Teppichladen schloss Martina schnell Freundschaft mit dem Verkäufer, er wollte ihr sogar einen Lovetea anbieten.

Im Café verspeisten unsere beiden Kathis Baklava. Eine Süßspeise aus mit Pistazien gefülltem Blätterteig. Ich wagte nur ein kleines Stück zu kosten, denn das ist mir eindeutig zu süß. Kathi K. probierte einen türkischen Kaffee, wobei dies auch bei einem einmaligen Versuch bleiben wird, ganz schön bitter das Zeug.

Anschließend brachten wir Martina ins Hotel und gönnten uns eine Pause, die ich zum Fotos sortieren und Insta Stories hochladen nutzte. Mit unserem Zimmerausblick, dem Liftschacht, hatten wir auch unseren Spaß, denn der Speisentransportlift fährt gefühlt alle paar Minuten auf und ab. Nach zwei Stunden war klar, Martina würde heute das Zimmer nicht mehr verlassen. Der Rest beschloss noch in eine Bar zu gehen.

Wir liefen zu Fuß über die Brücke auf die andere Seite Istanbuls, wo wir uns in einer Bar eine Pizza teilten und einen Cocktail gönnten. Wir bekamen auch Gesellschaft, denn plötzlich marschiert eine Katze durch die Tür und hopste auf den Barhocker gleich neben uns. Nach kurzer Zeit beförderte sie der Barman vorsichtig hinaus. Hier gibt es überall Katzen, die großteils gepflegt aussehen, da sich viele Leute hier um diese kümmern. Immer wieder sieht man Futterschüsseln für sie herumstehen. Nach dem einen Getränk wechselten wir in die nächste, eine Rooftopbar eines Hotels.

Der einzige Nachteil, wir mussten mit dem Lift hochfahren, doch zum Glück waren es für mich nur 5 Stockwerke. Das Personal dort war mehr als zuvorkommend. Wir saßen draußen mit Heizfeuern und uns wurden sogar Decken gebracht, wobei mich der Kellner sogar damit zudeckte. Wir gönnten uns wieder ein Getränk und bekamen auch ein paar Snacks dazugestellt, Nüsse, Oliven und weiße Erdbeeren oder so. Wir konnten letzte nicht ganz ausnehmen. Kathi K. fand ihre Beigesterung auf der Toilette mit beheiztem Sitz.

Gegen 22:00 machten wir uns dann zu Fuß auf den Rückweg, wobei wir auf der Brücke noch einige schöne Bilder von dem beleuchteten Istanbul schießen konnten.

Martina ging es schon etwas besser, wir hoffen, dass sie morgen fit genug ist, um mit uns die Zisterne zu besichtigen.

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