“it is another day for you and me in paradise” – lautete es heute früh im Guten Morgen Song. Einfach so passend zum Abschluss. Ich sprang trotz der kurzen Nacht voller Vorfreude aus dem Bett, denn kurz blitzte sogar ein Stück blauer Himmel und die Sonne hervor. Nach dem Frühstück, wobei wir mit dem argentinischen Influenzer beisammen saßen, machten wir uns bereit für den letzten Ausflug. Dieser erklärte uns davor aber noch etwas über den Fibonacci Effekt. Ich bewunderte nämlich das Video, das er von den Walen mit der Drohne von oben während des Futteraufnahmeprozesses gemacht hatte. Man sah, dass sie nicht in Kreisen, sondern in Spiralen die Blasen aufstiegen lassen. Das sei auch auf diesen Effekt zurückzuführen. Schon erstaunlich wie bemerkenswert die Verhaltensmuster von Tieren sind. Auch über die argentinischen Croissants sprachen wir nochmal. Diese heißen Medialuna, was so viel wie Halbmond zu deutsch bedeutet. Anders als herkömmliche Croissants ist hier auch ein Briocheanteil im Teig enthalten. Vielleicht sollte ich eines mit nach Hause nehmen und meinen Bäcker des Vertrauens davon überzeugen diese in seinem Sortiment aufzunehmen. Ich finde die nämlich wirklich lecker.



Von Weitem konnten wir schon die Insel sehen, wo sich das Pinguinpostamt befindet. Ein magischer Anblick: Gletscher im Hintergrund, davor der Steinhaufen mit den kleinen Hütten und zur Abrundung Pinguine soweit dein Auge reicht inklusive Eisschollen.

Noch ein letztes Mal gings mit den Zodiacs an Land. Dort hatten wir nicht viel Zeit, also marschierte ich sofort ins Postamt, welches unter britischer Flagge steht. Die beiden Männer, die hier zuständig waren, klebten die Marken auf meine Karten, während ich eine letzte Karte verfasste. Anschließend wurden sie noch mit einem speziellen Stempel versehen und in den Briefkasten geworfen. Ich bin gespannt, wie lange es dauert bis die Karten ankommen.




Anschließend warf ich noch kurz einen Blick in den kleinen Souvenirshop, wobei ich nicht darum herum kam, mir Socken zu kaufen, worauf steht: “these feet stood on antarctica”. Ein kleines Museum gab es auch noch zu betrachten, dann mussten wir aber aus der Hütte, da sich nur 20 Leute gleichzeitig im inneren befinden durften.



Draußen sah ich zum letzen Mal den Eselspinguinen inklusive Kücken bei ihren Verhaltensweisen zu. Ein Pinguin kam sogar ganz nah an Alex heran, da er sich beim abwärts hüpfen etwas verschätzte. Ein Pinguin schien das Fliegen zu trainieren, dass sah so witzig aus.











Nun wurden wir mit den Zodiacs zurück zum Schiff gebracht und die nächste Gruppe der Passagiere war an der Reihe. Am Schiff gaben wir nach dem Abkärchern Schwimmweste und Gummistiefel zurück. Übrigens wurde bei jeder Zodiac Ausfahrt extrem auf die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen geachtet. Man wurde immer mit Hilfe jeweils einem “Sailers Grip” von einem Crewmitglied am Schiff stehend und einem Zodiacfahrer im Schlauchboot befindend ins oder aus dem Boot befördert. Sprich man gab sich die Hand, aber jeder Griff auf den Unterarm des anderen um besseren Halt zu gewährleisten.



Anschließend wurde wohl die letzte Dusche an Bord genommen, da es während des Drake Shakes verboten war bzw. willst du da ohnehin nicht duschen. Danach machten wir unser Hab und Gut bereit für was auch immer auf uns zukommen würde. Ich nutzte die Zeit des Schiffstillstands noch, um bei meinen Blogs weiter zu kommen. In der Hoffnung, dass das Bilder aussortieren und Video schneiden, beim Drake Shake vielleicht doch funktionieren wird.
Was ich noch sehr spannend fand, die Anden verschwinden nach Feuerland unter Wasser, erheben sich aber auf der antarktischen Halbinsel wieder, sprich die Berge rund um uns herum, zählen auch zu diesen. Solche Dinge faszinieren mich immer. Vielleicht habe ich das auch in der Schule gelernt, aber etwas live zu erleben und zu sehen bleibt bei mir weit besser in Erinnerung. Vor dem Mittagessen ging ich nochmal ans Deck, um eben diesen letzten Anblick der antarktischen Peninsula mit ihren Bergen zu genießen. Dabei hatte ich noch Gesellschaft von Jasmin und Fabio. Jasmin und ich nutzten die Ruhe am Schiff, da alle schon beim Mittagessen waren und schossen noch Bilder von uns ganz alleine am vorderen Ende der MV Ushuaia stehend.







Zum Mittagessen gabs heute Gemüsesuppe, Gemüse mit Spinatpesto und so Art Kroketten und “Baked Milk Custard” als Nachspeise. Die Nachspeise ließen wir beide stehen, beim Gemüse wanderte die Hälfte an Alex, da dieses zum Großteil aus Pilzen und Zwiebeln bestand.




Beim Mittagessen betrachteten wir auch noch über eine App die bevorstehende Sturmsituation in der Drake Passage. Anhand dieser Karten verstand ich sehr gut, warum dieser Teil des Ozeans so windanfällig war. Die Winde aus Westen knallen ja alle an die Anden, wenn sie da nicht drüber können, suchen sie ihren Weg im Süden vorbei, sprich sie ziehen durch die Drake Passage. Also so stelle ich mir das jetzt zumindest vereinfacht vor und auf der App sah es auch so aus.


Anschließend schenkte uns die Antarktis noch ein Naturschauspiel, welches wir bestimmt nie vergessen werden. Eine Gruppe jagende Orkas tauchte neben unserm Schiff auf. Rund um uns herum auch überall schwimmende Pinguine. Durch die Ferngläser beobachteten wir wie die Pinguine um ihr Leben schwammen. Einige retteten sich auf nahe liegende Eisberge. Jedoch sahen wir auch wie die Orkas sich erfolgreich Pinguine schnappten, was mich einerseits traurig machte, anderseits war das nun mal der Kreislauf der Natur. Auf der Drohnenaufnahme des Influenzers konnten wir genau sehen, wie ein Orka zwei Jungtieren das Jagen zeigt und eben diesen Pinguin im Maul hat. Das war nochmal ein sehr spannender Abschied von der Antarktischen Peninsula.



Bevor wir wirklich in die Drake Passage überfuhren, stießen wir nochmal mit einer Falsche Sekt gemeinsam an. Denn wer weiß, wie oft wir uns die nächsten beiden Tage sehen werden. Fabio liegt immer komplett flach, während der Schaukelbewegungen, weil sein Gleichgewichtssinn das überhaupt nicht verarbeiten kann. Ich verzog mich mit meinem Sektglas kurz nach draußen, drehte meine Playlist auf und genoss die letzten Momente der Stille mit Ausblick auf das ewige Eis.


Alex hatte sich schon der Reisetablette bedient, ich versucht noch abzuwarten. Der stärker Wellengang begann ca. um 16:30 Uhr, gegen 18:30 Uhr habe ich klein bei gegeben und sie auch genommen. Ich war dazwischen nämlich kurz auf der Brücke, um mit Adrian zu tratschen, während Alex sich ein Nickerchen gönnte. Die Wellen waren zwar noch nicht so hoch wie auf der Hinfahrt, jedoch hatten wir Gegenwind, was einerseits das Schiff logischerweise langsamer machte, andererseits waren die Wellenbewegungen auch anders. Diesmal gab es nicht so viele starke links und rechts Schaukler, dafür auch nach vorne und zurück. Teilweise fühlte man sich wie in einer Waschmaschine. Irgendwie machte es dies noch schwieriger sich auf die Bewegungen einzustellen. Auf der Brücke merkte ich dann schon etwas, dass mir flau im Magen wurde, somit brachte ich mich sicherheitshalber schnell in die Waagrechte. Adrian verriet mir nicht, was auf uns zukommen würde, er meinte nur, das Ziel ist, das Schiff und alle Passagiere sicher an Land zu bringen.


Alex und ich wankten abends zum Essen. Es gab Salat, Omlette mit komischer Füllung und Süßkartoffeln und Obst als Nachspeise. Ich verließ für einen Moment den Saal, um an die frische Luft zu gehen. Das Problem an der Geschichte ist, wenn dir leicht übel ist und du Dinge riechst, die du gar nicht magst, wird es echt schwierig. Im meinem Fall war das Essig. Ich blieb heute Abend bei Brot, aß etwas vom Omlette und die Nachspeise. Den Rest durfte Alex haben. Wir hatten während des Essens auch eine riesige Welle, so dass Alex volles Wasserglas durch die Gegend flog. Nach dem Brot ging es mir etwas besser und auch die Tablette schien zu wirken. Diese verteilen sie hier an der Bar wie Zuckerl.



Zum Abschluss des Tages gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang, den ich trotz Wellengang festhielt. Kein Drake Shake hält mich davon ab. Anschließend ging ich zu Bett, da du bei dem Geschaukel zu nichts anderem Lust hast.






