Aufgrund des doch etwas anstrengenderen Drake Shakes werde ich beide Tage in diesem einen Blog zusammenfassen, denn mir war die letzten Tage echt nicht nach schreiben zu Mute.
Gegen Mitternacht spürte man die ersten Schaukelbewegungen, gegen 2:00 Uhr nachts wurde es dann spannend. Alex Wasserflasche krachte dauernd in der Gegend herum, da er sie am Boden stehen gelassen hatte. Das wurde gleich mal als erstes behoben, aber half auch nicht viel für mich, um mehr Schlaf zu bekommen. Man liegt zwar, aber in so richtigen Tiefschlaf komme ich da nicht, jede Stunde wird auf die Uhr geschaut und ich wälzte mich andauernd herum. Um 7:30 Uhr ertönte Martins Stimme (Expedtionsleiter) in der Lautsprecheranlage, der uns einen Guten Morgen wünschte. Noch schienen wir beide stabil zu sein, Alex blieb aber noch etwas im Bett, während ich zum Frühstück marschierte. Dort traf ich auf die Deutsche, Sabrina und den argentinischen Influenzer von gestern. Sabrina gings gar nicht gut, sie saß schon mit Speibsackerl da. Zum Frühstück gabs Buffet, sich bei dem Geschaukel zu bedienen, war die erste Herausforderung die nächste dann, dass das Essen auch im Körper bleibt. Ich wählte mal vorsichtig Obst, eine Scheibe Toast und etwas Eierspeise. Das Croissant nahm ich mir für später mit. Noch kam mein Magen damit klar. Alex wankte auch zum Essen, er hatte sich aber im Zimmer schon ein paar Mal übergeben. Das wiederholte sich nach dem ersten Toastbissen. Ein Kellner brachte ihm noch zwei frische Sackerl und einen Apfel, dieser solle scheinbar gegen die Übelkeit helfen.



Mit Speibsackerl bewaffnet, marschierten wir in den Barbereich, was eigentlich auch ein großer Aufenthaltsraum ist. Alex übergab sich noch einmal und legte sich dann hin. Ich holte mir immer wieder Frischluft hinten an Deck, wo ich auf den nächsten Deutschen traf, ein ganz netter Alleinreisender. Auch eine der beiden Spanierinnen lag flach, obwohl sie die Tabletten der Medizinerin genommen hatte.


Am Vormittag hatten wir noch einen Vortrag zum Thema Wale von Verena. Zu Beginn erzählte sie uns etwas über die Entwicklung der Tiere, 12 Millionen Jahren dauerte es, dass sich die Landlebewesen in Wasserlebewesen transformierten. Über 90 verschiedene Arten von Meeressäuger können in der Antarktis gefunden werden. Das Hauptaugenmerk lag heute auf den Walen, wobei diese aufgrund ihrer Ernährungsweise in Bartenwale und Zahnwale unterschieden werden. Bei den Bartenwalen macht der Kopf 20% vom Gesamtkörper aus, da sie eine riesige Menge an Wasser aufnehmen und aus dieser dann ihre Nahrung herausfiltern, dazu gehören zum Beispiel der Buckelwal und der Blauwal. Letzterer kann mit einem Schnapper 50.000 Liter Wasser aufnehmen. Delfine, zu welchen auch die Orcas zählen, hingegen gehören zu den Zahnwalen. Außerdem haben Bartenwale zwei Luftlöcher zum Atmen, während Zahnwale nur eines haben. Dies befindet sich an der Oberseite des Kopfes. Wale müssen Nachdenken beim Atmen, das funktioniert nicht wie bei uns automatisch. Man nennt das auch Blas, also die ausgeatmete Luft nach dem Tauchvorgang, die die Wale auch von weitem im Meer erkennen lässt. Also nach diesen sollten wir Ausschau halten. Finnwale würde man eher im offenen Wasser finden, Zwergwale sind sehr klein und schnell, diese könnten wir zu Gesicht bekommen. Etwas erfreuliches berichtete Verena uns auch und zwar, dass die Walpopulationen sich langsam erholen würden, von den letzten doch verstärkt mit Walfang geprägten Jahrzehnten. Durch das Verbieten dieses würden sich die Lebensraumgebiete, aufgrund der steigenden Populationen der Wale, wieder erweitern.


Dann ging Verena noch genauer auf die Buckelwale ein, da dies vermutlich die Walart sein wird, die wir am meisten oder sichersten zu Gesicht bekommen werden. Diese sind leicht zu erkennen aufgrund ihrer markanten Schwanzflosse. Maximal können sie 40 Minuten unter Wasser bleiben, meist tun sie dies jedoch nur 5-10 Minuten, was wiederum unsere Chancen für Sichtungen erhöht. Sie werden auch die Sänger des Ozeans genannt, da sie ganz typische Töne von sich geben. Verena spielte uns auch etwas davon vor. Eigentlich singen nur die männlichen Tiere, wobei diese bis zu 5 Jahre denselben “Song” singen können, bevor sie auf etwas anderes wechseln. Außerdem tragen sie oft viele Seepocken auf ihnen, die ihnen jedoch keinen Schaden zufügen. Der Jagdprozess erfolgt als Team, dafür sind sie bekannt. Alle Männchen schwimmen gemeinsam zur Fortpflanzung in die wärmeren Gewässer. Wenn eines von ihnen ein Weibchen gefunden hat, hört dieser auf zu singen. Natürlich wird auch um die Weibchen gestritten, weshalb man männliche Tiere auch an den Narben, die sie tragen, identifizieren kann. Das Weibchen trägt dann 11 Monate lang das Ungeborene in sich. Nach der Geburt bleibt das Kalb mindestens 1 Jahr bei der Mutter. In bestimmten Gebieten müssen die Schiffe aufgrund des Wallebensraums langsamer fahren. Diese schlafen nämlich auch einfach an der Meeresoberfläche.


Echt erstaunlich wie gut das gesamte Team hier mit den Schiffsbewegungen zu recht kommt. Trotz dem Anhaltenden von links nach rechts Schaukeln, was teilweise wirklich heftig war, so dass hin und wieder sogar Personen am Boden herumkugelten, gaben sie täglich zwei Vorträge. Dabei nahmen eindeutig nicht alle Teil, man merkte schon, dass der Drake Shake seine ersten Opfer gefunden hatte. Ein Teil versuchte es sich mit Alkohol schöner zu trinken, zumindest machte das die junge Gruppe, ich vermute, Amerikaner. Zum Glück kam es die beiden Tage zu keinen großartigen Verletzungen, sonst hätten wir im Notfall noch umkehren müssen und den Drake Shake ohne Antarktis zu durchstehen, wäre schon echt bitter. Fabian, der Barkeeper, gab uns noch eine Showeinlage, wo er uns präsentierte, wie wir zu gehen hatten. Also Schwerpunkt in den Arsch verlagern und in die Knie gehen wenn ein Shake kommt, so als würde man surfen. Es sah echt verdammt witzig aus.

Zum Mittagessen gabs für mich panierten Tofu mit Gemüse und Wedges und als Nachspeise Obst. Jetzt war es für mich auch schon etwas schwierig sich aufs Essen zu konzentrieren, während der ganze Speisesaal schwankte und man beim Fenster nicht wirklich raus sah. Ich saß auch nicht bei Alex, da wir zu spät kamen und keine zwei Plätze mehr nebeneinander frei waren. Dafür kam ich mit einem sehr freundlichen Chinesen in Kontakt. Nach dem Essen schnappte ich kurz Frischluft und legte mich dann einen Moment ins Bett. Alex platzierte sich hingegen gleich wieder im Aufenthaltsraum auf eine Couch. Ich stand dann wohl etwas zu schnell auf, denn als ich wieder unten bei Alex war, wurde mir so richtig schlecht. Ich schaffte es wieder hoch ins Zimmer, wo dann mein Mittagessen ein Comeback feierte. Danach gings mir aber sofort wieder besser, also gesellte ich mich wieder nach unten, wo wir den nächsten Vortrag über Vögel von Eric erzählt bekamen.



Zuerst erwähnte er aber auch noch den Namensgeber der Drake Passage, Sir Francis Drake, ein Engländer der diese 1578 entdeckt haben soll, jedoch könnte es auch der Spanier Francisco de Hoces gewesen sein. Deshalb wird sie im Spanischen auch Mar de Hoces genannt. Sie ist auch bekannt als eine der größten Schiffsfriedhöfe der Welt. Die Entfernung von Cape Horn bis zu den Südlichen Shetland Insel, welche die erste Inselgruppe hier darstellt, beträgt 800km. Auf diesem Weg durchbricht man auch die antarktische Konvergenz, wobei sich die subantarktische Region in die antarktische Region teilt. Die tiefste Stelle liegt bei 4800m, also hier will ich nicht untergehen. Auch die Luft- und Wassertemperaturen ändern sich ab dieser Grenze. Bekannt ist die Passage für starke Winde, die von West nach Ost verlaufen. Hier fließt der antarktische Zirkumpolarstrom, das größte Strömungssystem der Erde, wobei das bewegte Wasservolumen hier 95-150 Millionen Kubikmeter pro Sekunde beträgt. Mich wundert jetzt nicht mehr, warum hier viele mit den Schiffsbewegungen zu kämpfen haben.


Anschließend stellte er verschieden Vogelarten vor, die wir entlang unserer Reise zu sehen bekommen würden. Ihr wisst ja schon, dass ich es mit unseren fliegenden Freunden nicht so habe. Von diesen hebe ich jetzt nur den Albatross heraus, da der schon wirklich ein beeindruckendes Tier darstellt. Meinen ersten habe ich in Neuseeland gesehen, aber auch hier kreisten einige immer wieder ums Schiff herum. Diese Tiere haben eine Flügelspannbreite von bis zu 3,5 Metern, werden bis zu 60 Jahre alt und können 8,5 Millionen Kilometer fliegen in dieser Zeit. Dies entspricht 22x der Entfernung zwischen Mond und Erde. Die ersten 5 Jahre verbringen sie ohnehin ohne einen Fuß aufs Land zu setzen, wie das funktioniert? Sie können während dem Flug schlafen. Wenn sie sich im Flug befinden, verbrauchen sie nur sehr wenig Energie und können aufgrund ihrer großen Flügelspannweite ohne Probleme große Strecken zurück legen, um jedoch Mal in Bewegung zu bekommen, benötigen sie einiges an Energie. Deshalb müssen sie ihren Beuteanflug gut planen, damit sich dieser auch auszahlt. Mit Hilfe einer Schnur und abgesteckten Markierung wurde uns noch die verschiedenen Flügelspannweiten gezeigt, um eine Vorstellung von der Größe zu bekommen.


Achja vor dem Vortag wurde noch ein Film gezeigt über die Unterschiede zwischen Arktis und Antarktis, wobei hier festzuhalten ist, dass es sich bei der Antarktis um einen echten Kontinent handelt, der von Eis bedeckt ist. Bei der Arktis, um ein von Kontinenten umgebenes gefrorenes Meer. Die Arktis wird von indigenen Völkern und Eisbären bewohnt, die Antarktis besitzt keine permanenten Bewohner, außer die Pinguine. Nach dem Vortrag wagte ich einen Blick in die offene Brücke, also das Reich des Kapitäns und seiner Crew. Dort traf ich auf einen wirklich sehr freundlichen Offizier, der sehr optimistisch klang, dass wir den Polarkreis passieren werden. Er meinte, es gibt nur einen Weg und der ist einfach machen. Adrian, so sein Name, ist aus Panama und schon gefühlt um die ganze Welt gesegelt, der Ozean ist sein zu Hause und man merkt das er für seine Leidenschaft brennt. Da fühlt man sich gleich besser aufgehoben. Das gesamte Team besteht aus 8 Personen, einem Kapitän, einem “Hilfskapitän” und 6 Offizieren. Sie würden immer in 4 Stunden Schichten arbeiten und dann wieder 8 Stunden Pause haben. Dort traf ich auch auf Jasmin, eine Deutsche, die aber eine Zeit lang in den USA in Colorado studiert hat. Wir gingen dann gemeinsam zum Abendessen.


Wir saßen nur zu zweit am Tisch und konnten uns so super unterhalten. Ich sags euch, so ein freundlicher Mensch, der schon einiges gesundheitlich durchmachen musste in den letzten Jahren. Sie ist in meinem Alter und gerade mit ihrem Freund auf Weltreise unterwegs. Wir verstanden uns auf anhieb. Zum Abendessen gabs heute Spaghetti mit Tomatensoße, die Kellner gingen dann noch mit Parmesan durch, um ihn auf uns alle aufzuteilen, denn auf die Tische kannst du bei den Schaukelein nichts stellen. Den Trinkbecher hielten wir zwischen den Beinen fest, damit wir beide Hände zum Essen frei hatten. Sonst wäre er den Tisch hinunter gekullert. Am ersten Tag war noch alles schön gedeckt, heute bekamen wir nur noch das notwendigste ausgeteilt. Achja seit dem Vorfall nach dem Mittagessen lief ich sicherheitshalber nur noch mit Speibsackerl eingesteckt herum zur Sicherheit, obwohl die hier sich überall auf den Gängen und in den Aufenthaltsräumen zu finden sind.



Nach dem Essen marschierte ich sofort hoch und legte mich ins Bett, in der Hoffnung das ich dieses diesmal drin behalten konnte. Alex war gar nicht zum Abendessen gegangen, aber er blieb auch nicht im Bett liegen. Nach dem er sich nochmal übergeben hatte, marschierte er in den Aufenthaltsraum und blieb dort bis 4 Uhr morgens liegen, dort schien er besser zurecht zu kommen mit der Schaukelei. Ich ließ mich im Bett hin und herschaukeln. Gegen 18:00 Uhr hatten wir den Höhepunkt der Wellen erreicht, der bis in die Morgenstunden andauerte. Mein Schlaf war ein stündliches auf die Uhr sehen, denn das Schaukeln half mir nicht wirklich beim Einschlafen. Keine Ahnung warum kleine Kinder, vom Schaukeln besser einschlafen. Übrigens waren wir bei bis zu 30 Grad Schiffsbewegungen abwechselnd nach links und rechts, vielleicht kann man sich so besser vorstellen, wie viel es hin und her schwankte.
Gegen 7:30 Uhr wurden wir wieder von unserem Expeditionsleiter über die Lautsprecherdurchsage freundlich für den Tag geweckt und ich bewegte mich langsam Richtung Frühstück. Das stellte heute wieder eine Herausforderung dar, zum Buffet zu wandern, dabei immer eine Hand freizuhaben und teilweise von einer Ecke in die andere zu wanken. Ich entschied mich nur für Obst und eine Scheibe Toast in der Hoffnung, dass es drinnen bleibt. Alex gesellten sich dann später auch zum Frühstück, hatte aber schon wieder zu kämpfen, damit ihm nicht gleich schlecht wurde. Danach gingen wir beide sofort aufs Zimmer und begaben uns in die Waagrechte. Davor hatte ich unserem “Zimmermädchen” mitgeteilt, dass ich gestern aus Versehen die Toilettenpapierhalterung herunter gerissen hätte. Das passierte beim Hände waschen als mich eine Schiffsbewegung überrascht hatte. Ich krachte einfach nach hinten und dabei war die Halterung im Weg und sofort abmontiert. Auf jeden Fall kam diese dann mit einem Techniker vorbei, der die Halterung wieder fixierte. Da machte ich einen Fehler, als sie hereintrat, bewegte ich mich wieder zu schnell in die Senkrechte und übergab mich nur kurz danach. Also vom Frühstück hatte ich somit nichts mehr.
Trotz all dem marschierte ich zum nächsten Vortag, während Alex heute das Bett bis Abends nur fürs Mittagessen und die verpflichtende Schulung am Abend verließ. Diesen hielt das jüngste Expeditionsteammitglied, Lu, über die antarktische Ökologie. Dabei erfuhren wir zuerst die plattentektonische Entwicklung der Kontinente. Die Antarktis beherbergt eine er extremsten Umgebungsbedingungen der Erde und stellt den kältesten, windigsten und trockensten Kontinent dar. Sie ist sogar trockener als die Sahara. Im Vergleich zur Arktis, wo ein Tundra basiertes Ökosytem vorliegt, herrscht hier ein marine basiertes Ökosystem. Würde das gesamte Eis der Antarktis schmelzen, wird sich der Meeresspiegel um 60m erhöhen. Es gibt auch Berge hier, der höchste kommt auf stolze 4892m. Die Antarktis wird in die antarktische Peninsula, die Küstenregion und das Polarplateau eingeteilt, wobei hier ganz unterschiedliche Witterungsbedingungen vorliegen. An der Küste eher wärmer, dafür weit mehr Niederschlag und viel Wind, am Polarplateau hingegen Temperaturen bis zu -89 Grad Celcius. Auch auf die Flora und Fauna wurde kurz eingegangen, hier gibt es Flechten, die schon seit 100 Jahren wachsen, aber aufgrund der extremen Bedingungen noch immer relativ klein sind. Darum ist es umso wichtiger, darauf zu achten, wo man hin tritt, wenn wir Land betreten. Insgesamt gibt es rund 200 verschiedene Pflanzenarten hier.



Nach dem Vortag legte ich mich wieder kurz hin. Im Liegen mit geschlossenen Augen funktioniert das Durchstehen der Drake Passage einfach am besten. Zum Mittagessen gabs heute Salat als Vorspeise, und für mich als Hauptgang Tofugemüse mit Karottenpüree. Ich konnte den Tofu jetzt schon nicht mehr sehen. Der stellt ihre klassische Fleischalternative dar und ich bin leider kein großer Fan davon. Ich aß nur etwas vom Püree und pickte ein wenig vom Gemüse heraus. Die Nachspeise, ein Tiramisu, erfüllte dann meine Vorstellung. Nach dem Essen gings gleich wieder ab ins Bett, damit es auch unten bleibt. Das funktionierte diesmal gut.



Gegen 15:00 Uhr wurde wieder ein Film über das ewige Eis gezeigt. Dabei schlief ich durch meinen Schlafmangel fast ein. Um 16:00 Uhr gabs wieder Snacks, wobei ich mir einen Brownie gönnte. Schön langsam wurde die See ruhiger und wir schienen ans Ende der Drake Passage zu gelangen. Da entdeckten wir auch das erste Stück Land, wobei ich sofort zur Brücke hochging, um es von dort festzuhalten.


Um 17:00 Uhr war es Zeit für die Schulung betreffend die notwendigen Sicherheits- und Verhaltensregel, um in der Antarktis an Land gehen zu dürfen. Jeder der einen Fuß an Land setzen möchte, muss hier teilnehmen. Wir wurden wie immer in die spanisch- und englisch-sprachige Gruppe geteilt. Das war echt angenehm, so ging die Schulung um einiges schneller. Ein paar wichtige Dinge: außer den Füßen darf nichts den Boden berühren, man darf keine Dinge vom Land mitnehmen, klarerweise auch keinen Müll dort lassen, die Schuhe müssen vor und nach jedem Landgang gereinigt und desinfiziert werden, bestimmte Sicherheitsabstände für jeweilige Tierarten sind einzuhalten und die Tiere haben immer Vorrang. Auch das Kleidungsprinzip wurde uns erklärt: eine Schicht warme Unterwäsche, darüber eine Fleeceschicht im Optimalfall und darüber etwas Wasserdichtes, wobei die Hose immer über die Gummistiefel getragen werden soll, da unsere Anlandungen mit den Zodiacs immer nass erfolgen und sonst unsere Socken nass werden würden. Auch die Zodiacs-Verhaltensregeln wurden uns erklärt. Diese Schlauchboote bringen uns nach der Reihe an Land. Es wird hoffentlich auch eigene Zodiac Touren geben, hierzu werden wir in zwei Gruppen eingeteilt, da wir nur 8 Boote an Board haben und hier jeweils 8 Personen Platz finden. Insgesamt haben wir 89 Passagiere und rund 40 Crewmitglieder auf dem Schiff. Jeder bekam auch eine eigene Schwimmweste, welche mit deiner alphabetarisch gereihten Nummer versehen war. Meine Nummer ist die 34. Bei jedem Landgang wird gecheckt, wer das Schiff verlassen hat und wer wieder zurück an Board ist. So können sie einen guten Überblick behalten und niemanden vergessen. Nach der Einschulung setzten wir unsere Namen noch auf eine der Zodiaclisten und gingen dann bis zum Abendessen nach oben. Nach dem Essen sollten wir den Plan für morgen erfahren.



Während des Abendessens war die See schon viel ruhiger und es machte erstmals wieder halbwegs Lust zu essen. Es gab Spinatkuchen als Vorspeise, anschließend Gemüsereis und als Nachspeise Heidelbeermus. Geschmacklich alles sehr gut, nur der Gemüsereis bestand zu 70% aus Zwiebeln und Pilzen, also nicht mein Nummer 1 Gemüse. Dafür lernten wir einen super freundlichen jungen Mediziner aus Taiwan kennen, der sich gerade auf Weltreise befand. Soweit ich ihn richtig verstanden haben, ist er Internist.



Anschließend begaben wir uns in den Aufenthaltsraum, wo wir das erste Mal auf Jasmins Freund, Fabio, trafen, der sich bis jetzt auch im Zimmer verkrochen hatte, aufgrund der Seekrankheit. Wir plauderten mit ihnen bis der Tagesplan für morgen verkündigt wurde. Folgendes war der Plan: Um 8:00 Uhr Anlandung auf Cuveville Island, wo 5000 Eselspinguine beheimatet sind. Anschließend Weiterfahrt durch die Gerlache Straße, wo wir Wale und Eisberge zu Gesicht bekommen würden. Aufgrund der doch eher schlechten Wetterprognose für die nächsten Tage, würden wir versuchen rasch den Weg Richtung südlichen Polarkreis aufzunehmen. Die beste Nachricht die See würde immer ruhiger werden und gegen Mitternacht würden wir sogar zu Stillstand kommen, da wir vor der Insel ankern würden. Auch die Decks würden ab diesen Zeitpunkt wieder geöffnet werden und somit dürften wir uns wieder frei am Schiff bewegen. Fabian, der Barkeeper, trat noch kurz als Pinguin auf, um einem Passagier happy Birthday singend einen Kuchen zu überreichen. Wir plauderten noch ein wenig mit den Deutschen, ich ging dann aber bald aufs Zimmer, da ich die letzten beiden Nächten nicht wirklich geschlafen hatte. Kurz nutzte ich die ruhige See noch, um an meinem Blog zu schreiben. Mittlerweile hatten wir geankert, das schönste Gefühl seit den letzten zwei Tagen. Vorfreudig ging ich dann zu Bett, während Alex seinen Laptop aufdrehte, um kurz die wichtigsten Dinge zu beantworten. Er konnte die letzten Tage bei den Bedingungen auch kein Auge auf den Bildschirm werfen.








