Zeitig hieß es wieder Abfahrt, um die kühleren Morgenstunden auszunutzen. Zuerst wurde der Wassertank in Moab an derselben Stelle wie gestern nochmal komplett aufgefüllt, da es hier gar nicht so einfach ist Auffüllmöglichkeiten in der Prärie zufinden. Dann fuhren wir in den Dead Horse State Park, wo wir eine Einfahrtsgebühr bezahlten. Es wird hier nämlich zwischen State Parks und National Parks unterschieden, wobei ich für alle NPs einen Jahrespass noch von zu Hause aus bestellt hatte. Bei diesen können wir an den Einfahrten einfach durchfahren, bei den State Parks müssen wir bezahlen. Nachdem wir den Ausblick am Deadhorse Point genossen haben, der übrigens seinen Namen einer Legende verdankt. Diese besagt, dass Cowboys hier wilde Mustangs zusammentrieben, sich die Besten auswählten und die restlichen ohne Trink Möglichkeit mit Blick auf den Colorado River zurück ließen. Falls das der Wahrheit entspricht, ist das schon etwas makaber. Danach ging es weiter in den Canyonlands National Park.

Wir mussten uns die Zeit bis 13:00 noch vertreiben, denn ab da war unser einstündiger Timeslot für die Einfahrt in den Arches National Park reserviert. Im Canyonlands NP machten wir eine kurze Wanderung zum White Rim Overlook und genossen anschließend unser Frühstück an einer Picknickstelle gleich neben unserem Littlefoot. Am Rückweg durch den Canyonlands NP hielten wir noch an einem Viewpoint und nutzten dann die verbliebene Zeit, um unsere Souvenirs im Wohnmobil ordentlich zu verstauen.





Kurz nach 13:00 waren wir dann am Eingang zum Arches NP, wo wir schon an der Einfahrtsschlange erkannten, dass hier mehr los sein wird. Alleine schon die Fahrt durch diesen Park war atemberaubend, die Felsformationen in den Orangetönen sind unglaublich faszinierend. Wir hielten am Blanced Rock und spazierten darum herum. Hier war es so heiß, dass wir sogar für diese kurze Strecke die Wassserflasche mitnahmen.




Nächster Halt war dann in der Windows Section, wo wir zum Double Arch, den beiden Windows, North und South und zum Turret Arch wanderten. Eine gute Stunde waren wir unterwegs und ein ganzer Liter Wasser wurde entlang der Strecke benötigt. Die Temperaturen entsprechen nicht gerade meiner Klimazone, obwohl wir erst gute 33 Grad Celsius hatten, irgendwie fühlt sich diese trockene Hitze nochmal extremer an, bin schon gespannt wie ich das Death Valley überstehen soll. Aber auch hier faszinierten uns die Windows und Arches extrem.









Danach wollten wir noch zum Delicate Arch, der komplett frei steht. Jedoch wäre es eine etwas längere Wanderung gewesen und wir entschieden uns aufgrund der Temperaturen dann dafür nur zum Viewpoint zu gehen. Jetzt weiß ich auch warum hier alle Timeslots am Vormittag schon vergeben waren, wenn ich hier nochmal herkommen würde, dann auf jeden Fall frühmorgens oder erst am späten Nachmittag, um die Mittagszeit ist es auf jeden Fall nicht gerade ideal, wenn man auch wandern möchte.

Nach einem kurzen Stopp beim Visitor Center am Weg aus dem NP, ging es weiter zu unserem heutigen Schlafplatz. Dabei hielten wir noch an einer Tankstelle, wo etwas ganz kurioses passierte. Andi wurde während des Tankvorgangs von einem Mann in einem großen Chevrolet angesprochen, er meinte, er sei aus Dubai, habe alle Pässe und Geld verloren und würde uns seinen Diamantenring geben, wenn wir ihm einen vollen Tank spendieren würden. Mir kam das sofort etwas komisch vor, denn ich würde in diesem Fall keine Touristen auf der Tankstelle ansprechen, sondern mir von Einheimischen weiterhelfen lassen. Auf jeden Fall ging Andi in die Tankstelle hinein um dort nachzufragen, ob das hier öfter vorkommt. Hier musste man ohnehin vorab drinnen den Tankbetrag bezahlen und erst dann wurde die Zapfsäule freigeschaltet. Der Mann wartete noch kurz und als ich ihm deutete das Andi in den Tankshop gegangen war, fuhr er schnell davon. Schon etwas eigenartig, wenn er wirklich alles verloren hätte..
Eigentlich wären wir heute wieder zu einem kleinem Campingplatz im Goblin Valley State Park gefahren, jedoch zeigte uns ein Schild schon von Weiten, das dieser voll sei. Aber da wir andere Wohnmobile hier im Freien einfach in der Gegend herum stehen sahen, fragten wir bei einem nach, ob wir hier auch stehen dürften. Die freundliche Besitzerin des riesigen RVs erklärte uns, dass man hier überall campen darf, wo eine Feuerstelle markiert ist. Das nutzten wir natürlich sofort aus und suchten uns den nächst besten Platz. Nach dem Abendessen baute Andi den Indoortisch einfach nach draußen um und wir genossen unter atemberaubenden Sternenhimmel noch ein paar Snacks.


Ich nutzte die Gelegenheit, um Fotos vom Sternenhimmel zu machen, was zu meiner Freude mit dem Selfie-Stick-Stativ extrem gut funktionierte. Wenn ich diese Möglichkeit nur 2017 schon in Neuseeland gehabt hätte. Dort habe ich bisher die schönsten Sternenhimmel betrachten können. Danach fiel ich erschöpft ins Bett, während Andi noch länger den Sternenhimmel genoss.






