Eins ist klar, wir wissen jetzt, dass der Grand Canyon seinen Namen zurecht trägt. Ganz zeitig hieß es heute wieder Abfahrt, um das Grand Canyon Visitior Center noch vor Sonnenaufgang zu erreichen. Das dachten sich wohl mehr Menschen, denn am ersten Aussichtspunkt, Mather Point, tummelten sich schon einige, um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen. Aber wir fanden trotzdem noch einen guten Spot für die Bestaunung des Spektakels.


Danach packten wir bei Littlefoot unseren Rucksack und begaben uns zu dem ersten Shuttle Bus. Hier dürfen Privatfahrzeuge nämlich nur bestimmte Teile befahren, der Rest ist nur für Shuttle Busse zugänglich, was meiner Meinung nach eine super Lösung darstellt, denn die Parkplätze bei den meisten Aussichtspunkten bieten viel zu wenig Platz und da wäre das Chaos dann perfekt. Mit der orangen Linie stoppten wir zuerst am South Kaibab Trailhead, um ein Stück in den Grand Canyon zum Ooh Aah Point hinab zu wandern. Der Punkt trägt seinen Namen auch nicht umsonst, obwohl mir jeder Aussichtspunkt den Atem raubte.



Zwei weitere Stopps an der orangen Linie machten wir noch, Yaki Point und Pipe Creek Vista. Danach ging es retour zum Visitor Center. Dort wechselten wir auf die blaue Buslinie, um schlussendlich auf die rote Linie umzusteigen. Diesen Plan verfolgen hier die Meisten, da diese Route an den schönsten Aussichtspunkten hält. Dementsprechend lange war auch die Menschenschlange am roten Einstiegspunkt. Deshalb entschied ich, dass wir zum ersten Stopp, Trailview Overlook, zu Fuß gehen (15min). Auf dem Weg dorthin fanden wir dann sogar einen komplett ruhigen Aussichtspunkt.


Am Trailview Overlook hüpften wir dann in den roten Bus und stiegen bei folgenden Punkten wieder aus: Maricopa Point, Mohave Point, Pima Point, ein Stopp schöner als der andere. Am Ende stoppten wir noch bei Hermits Rest, um den Souvenirladen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dort trafen wir auch auf Burgenlandler, die schon seit Anfang Juli unterwegs waren, zuerst in Kanada und jetzt in den USA. Pensionsten, die ihr eigenes Wohnmobil von Hamburg hierher verschiffen ließen, vielleicht auch ein Anreiz für meine Pension irgendwann mal…


Dann hieß es wieder retour ins Grand Canyon Village, um dort auf die blaue Route zu wechseln. Hier stauten sich die Menschenmassen wieder etwas zusammen und wir konnten erst im zweiten Bus einen Stehplatz ergattern. Am Visitor Center wurde nochmal der Gift Shop besucht, wo ich an einem Kauf eines Mini Grand Canyon Puzzles nicht herumkam. Dann hieß es ab zu Littlefoot, der uns gleich mit unserer Abwesenheit bestrafte, indem sich der Kühlschrank ausgeschalten hatte. Zum Glück lies er sich sofort wieder einschalten und die Lebensmittel waren noch akzeptabel von der Temperatur her. Das Problem mit dem Kühlschrank hatte die Dame von der Wohnmobilvermietung zwar schon am ersten Tag angesprochen, sie meinte er würde nur auf Gas funktionieren, aber dass er trotzdem ausfällt, war uns neu. Naja das werden wir mal weiter beobachten.
Die Straße, die aus dem Grand Canyon NP hinaus führt, nennt sich Desert View Drive und auch das nicht umsonst. Irgendwie wirkt sie surreal, denn prinzipiell verläuft sie durch den Wald, auf der linken Seite jedoch blitzt immer wieder der Grand Canyon hervor. Im Wald selbst trafen wir dann auch noch auf einen Hirsch mit Familie, welche die Straße passierten. Jetzt wissen wir auch, welche Tierrufe wir gestern Nacht hörten.

Einen letzte Blick wollte ich dann doch noch auf den Grand Canyon werfen und wir hielten am Lipan Point. Gute Entscheidung, denn dort gefiel uns der Ausblick mit Abstand am Besten, optimal, dass wir uns diesen zum Abschluss aufgehoben haben.




Auf dem Weg zu unserem heutigen Schlafplatz nahm die Landschaft dauernd andere Formen an, was mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dann auch noch den Sonnenuntergang zu betrachten, den Himmel bei seinem Farbspiel zu zusehen und hinter dem Lenkrad gute Musik zu hören, da braucht mein Herz nicht mehr.



Ein kurzer Stopp bei Walmart in Page musste dann noch sein, wo ich maßlos damit überfordert war überhaupt mal die Lebensmittelabteilung zu finden. Das stellte schon eine Herausfoderung dar und dann auch noch in einem kompletten Gang voll mit Toastbrot sich für eines zu entscheiden, ist gar nicht so einfach. Danach checkten wir noch die Parkmöglichkeiten für die morgige Slot Canyon Tour und parkten dann unseren Littlefoot auf einem Rastplatz direkt neben dem Highway 89, wo schon einige andere Wohnmobile und LKWs standen. Mit ganz vielen Eindrücken fielen wir dann erledigt ins Bett.





