Heute starteten wir etwas entspannter in den Tag, weil wir zur Abwechslung nur wenige Kilometer zurück zulegen hatten. Als wir uns gerade für die Abfahrt fertig machten, kam eine Frau mit Kleinkind am Arm von einem anderen Wohnmobil herüber und schenkte uns ein Sackerl voll mit angefangen Lebensmitteln, da sie übermorgen den Flug heimwärts hätten und sie diese sonst wegschmeißen würden. Dankend nahmen wir die Lebensmittel an und dann ging es auch schon los. Erster Stopp war ein Drehort für den Film, Fear and Loathing in Las Vegas. Dort wollte Andi unbedingt hin und wir nutzten den Stopp gleich als Frühstückspause.


Nun war es soweit, ab nach Las Vegas. Zuerst hielten wir am Fabulous Las Vegas Sign, wo wir schon die ersten Touristenmassen wahrnehmen durften. Mir war da eigentlich schon zu viel Rummel und ich dachte mir, ich will lieber wieder in die National Parks, aber wenn man schon in der Gegend ist, sollte man sich das Treiben in Las Vegas doch irgendwie ansehen. Nachdem wir unser Foto vom Schild hatten, füllten wir unseren Wassertank noch an einer Tankstelle für 10$ auf, um für die morgige Reise ins Death Valley wirklich vorbereitet zu sein. Dann hieß es Parkplatz bzw. wenn möglich auch gleich Schlafplatz zu suchen, was sich als eine kleine Herausforderung herausstellte, aber am dritten angefahren Platz wurden wir dann fündig. Wir parkten zwar zuerst falsch, worauf uns ein netter Security auf Fahrrad hinwies, da dort nur PKWs stehen durften und keine Oversize Vehikel. Er verwies uns dann aber auf einen Platz, wo wir kostenlos ohne Bedenken stehen konnten. Somit waren wir um ca. 14:00 in Vegas und konnten die Stadt nun zu Fuß unsicher machen.





Da wir heute schon 40°C hatten, versuchten wir so viel wie möglich im Schatten der Hochhäuser zu gehen und flüchteten uns immer wieder in Souvenirläden bzw. unterschiedliche Casinos, um uns von den Klimaanlagen abkühlen zu lassen. Im ersten Casino stellte Andi sofort fest, dass hier Rauchen direkt an den Spielautomaten erlaubt ist, was ihn faszinierte. Bevor wir die Stadt weiter unsicher machten, dachten wir, sei es klug etwas ordentliches zu essen. Also entschieden wir uns wieder mal indische Küche zu testen, wo wir auch ein richtig gutes Restaurant fanden, nur der Service war etwas anders als wir das gewohnt sind. Denn bestellt wurde gleich am Eingang und das Essen wurde dann von Robotor-Servierwagen gebracht. Schon etwas eigenartig, wenn dich der Robotor auffordert dein Essen von seinem Tablet zu nehmen. Aber die unterschiedlichen Speisen waren richtig lecker.


Gestärkt ging es dann auf den Strip, wo wir die unterschiedlichsten Hotelanlagen bestaunten und die verrücktesten Gestalten beobachteten. Beim Riesenrad und der Zipline, wo man zwischen Hochhäusern hin und her fährt, gingen wir nur vorbei. Unser Highlight sollte eine Fahrt mit dem Roller Coaster im Hotel New York New York werden. Andi wusste davor nicht was auf ihn zukommt, als ich dann kurz vor Einstieg erwähnte, dass wir jetzt dann auch Kopf über fahren, war er nicht mehr so begeistert, denn damit hatte er bei mir als Höhen-Angsthasen nicht so gerechnet. Aber ich hatte die Empfehlung von Freunden dafür bekommen, also mussten wir uns das Ganze mal genauer anschauen. Nachdem die Sicherungsverankerungen von den Mitarbeitern nochmal gecheckt wurden, ging die Fahrt los. Bei Sonnenuntergang fuhren wir auf die Höhe der Hochhäuser mit der Achterbahn hoch und bekamen beide ein mulmiges Gefühl. Aber viel Zeit hatten wir dafür nicht, denn dann ging es schon mit Sturzfahrt bergab, in ein Looping und einige Steilkurven. Also definitiv meine wildeste Achterbahn bisher, aber auch die, mit dem schönsten Ambiente. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht Las Vegas bei Sonnenunterang zumindest kurz von oben wahrzunehmen.





Danach wollte Andi unbedingt noch zu Hooters, dem berühmten Lokal, wo wir uns mit einem Getränk erfrischten. Dieses befand sich am komplett anderen Ende des Strips, somit waren wir diesen komplett durchspaziert. Die Sonne war zwar untergegangen, aber die Temperturen fielen trotzdem nicht unter 30°C. Andi wollte dann noch eine Runde im Casino spielen, also setzen wir uns an einen Roullettisch. Er gewann gleich beim ersten Setzen, was ihm reichte. Der Gewinn wurde eingetauscht und wir starteten unseren Rückweg zu Littlefoot.





Natürlich wollten wir noch einen Stopp in einer Bar machen, wo unsere Wahl auf die Coyote Ugly Bar fiel, die sich auch im Hotel New York New York befindet. Beim Einteten wurden wir komplett durchgecheckt, inklusive Metalldetekor und Alterskontrolle. Wir hatten Glück, dass es noch kurz vor 21:00 war, denn ab dann hätten wir Eintritt bezahlen müssen. In der Bar gönnte sich Andi einige Hopfenerfrischungen, während meine Wahl auf einen echt leckeren Cocktail fiel. Die Bar wirkte wirklich wie bei Coyte Ugly, hier tanzten auch verschiedene Barkeeperinnen auf der Theke und unterhielten die Gäste, was ganz lustig zum Zusehen war.




Als Andi kurz auf die Toilette verschwand und eine Rauchen ging, war ich nicht lange alleine. Eine Burschenpartie aus der Nähe von Seattle war zum Geburtstag feiern hier, wobei mich einer von diesen sofort in eine nette Unterhaltung verwickelte bis Andi wieder da war. Ich bin allgemein sehr überrascht, wie freundlich die Amerikaner hier überall sind, da hatte ich wohl falsche Vorurteile/Ängste.

Ein Stopp musste noch sein und zwar im Bubba Gump Shrimp Company Restaurant, das zahlreiche Filmutensilien vom Film Forrest Gump aufwies. Am Rückweg gingen wir dann noch beim Sphere vorbei, eine große leuchtende Kugel, die dauernd die Motive Wechselt.






30.000 Schritte später und kurz nach halb 1 waren wir dann bei Littlefoot, der zu meinen Freuden noch genau an der selben Stelle ohne Strafzettel auf uns wartete. Ich war mir nämlich nicht ganz sicher, ob wir dort wirklich parken durften. Mein Fazit: das Nachtleben ist ganz nett, tagsüber würde ichs aufgrund der Hitze meiden, jedoch eine komplett andere Welt in meinen Augen.
Erschöpft und voll mit zahlreichen Eindrücken fielen wir ins Bett. Morgen werden wir dann sehen, wie es uns mir der Hitze im Death Valley geht.







