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Tag 10 – Bryce Canyon NP

Der für mich vielleicht aufregendste Tag war angebrochen, endlich ging es an die Einlösung meines Geburtstagsgeschenkes. Meine Freunde hatten mir für die USA Reise Geld für einen Ausritt meiner Wahl geschenkt und nach ordentlicher Recherche hatte ich mich für ein Horsebackriding im Bryce Canyon NP entschieden, was sich als die richtige Wahl herausstellen sollte.

Wir sollten mindestens 45min vor Tourstart dort sein, deshalb starteten wir früh morgens, denn ich hatte die 3 Stundentour mit 8:00 Startzeit gewählt. Nachdem wir eine Einwilligung unterzeichnet hatten, wagten wir einen ersten Blick auf die Pferde und Mulis, die schon bereit standen zur Auswahl aller heutigen Reitgäste. Drei Cowboys standen bereit, einer der die Gäste je nach Reiterfahrung den Pferden zuteilte, die beiden anderen halfen uns dann nach der Reihe auf die Pferde. Insgesamt waren wir ca. 25 Leute, wobei wir auf 2 Gruppen aufgeteilt wurden. Die einen mit Cowboy Hank unterwegs, die anderen mit Greg. Andi bekam Vance, ein Muli, zugeteilt, ich sollte die nächsten drei Stunden auf Cadillac, einem sehr schönen Pferd verbringen. Vance stellte sich als sehr eigenwillig und hungrig heraus, Cadillac war das komplette Gegenteil.

Nachdem wir die letzten Sicherheitsinstruktionen erhalten hatten, war endlich Abritt. Wir wurden noch in eine Reihenfolge gebracht, so dass alle zusammengehörigen Gäste nacheinander ritten, sich aber auch die Pferde bzw. Mulis, die hintereinander gingen, untereinander verstanden. Ich durfte auf Cadillac das Schlusslicht von Hanks Gruppe machen. Andi und ich wurden zu Beginn getrennt, das wurde aber nach dem ersten kurzen Stopp wieder getauscht, sodass wir in der selben Gruppe waren. Er ritt dann direkt vor mir.

Ich war ja mittlerweile schon in einigen Ländern Horsebackriding, aber das hier war nochmal eine ganz andere Kategorie. Also diesen Canyon auf einem Pferderücken zu erleben, war ein wundervolles Erlebnis, einfach atemberaubend. Wir sind steile Wege bergab und bergauf geritten, wo sich die Tiere als sehr trittfest herausstellten und ich meinem Cadillac vollkommen vertrauen konnte. Die meiste Zeit sind wir natürlich nur im Schritt gegangen, da ja die Meisten Anfänger waren, aber dadurch, dass Vance sich öfter einen Snack am Wegrand gönnte, fielen wir hin und wieder etwas zurück, was Vance und Cadillac dann mit einigen Trabsprüngen wieder aufholten. So konnte ich meine Reitkenntnisse wieder etwas auffrischen, obwohl Western Reiten wieder ganz anders ist als Englischer Stil.

Es ging teilweise wirklich steil links und rechts neben den Wegen hinunter, sowie durch Tunnel hindurch. Der Ausritt war sehr abwechslungsreich und jedes Mal wenn wir wieder auf eine Anhöhe kamen, stockte mir der Atem beim Ausblick über dir orangen Felsformationen. Zur Halbzeit wurde eine kurze Trinkpause eingelegt, wo ich lernte, dass Mulis trittsicherer sind als Pferde und für solche Wege besser geeignet wären, jedoch mit der Schnelligkeit der Pferde nicht mithalten könnten. Zur Erklärung ein Muli ist eine Mischung aus Pferd (Mutter) und Esel (Vater), die man gleich an den langen Ohren erkennt.

Nach der Pause wurde es dann richtig warm als die Sonne herauskam. Wir machten unseren Weg zurück zum Ausgangspunkt. Für mich war die Runde viel zu schnell vorbei, Andi meinte danach 2h hätten es auch getan. Aber es war für uns beide spektakulär und im Endeffekt war Andi froh, dass ich ihn nicht die ganze Strecke zu Fuß gejagt habe. Ich verabschiedete mich noch bei Cadillac und dann machten wir unseren Weg zurück zu Littlefoot, wo zuerst wir unser wohlverdientes Frühstück einnahmen und anschließend auch Littlefoot am nächst gelegenen Campingplatz mit Wasser fütterten.

Dann wollten wir noch einige Aussichtspunkte im NP anfahren, jedoch war schon richtig viel los, deshalb gestalteten sich unsere Stopps eher kurz. Zumindest am Rainbow Point, Inspiration Point und Bryce Point hielten wir kurz, um noch einmal einen Blick von oben auf die zuvor gerittene Strecke zu werfen. Danach entschieden wir uns aber den NP so schnell wie möglich zu verlassen, um von den Menschenmassen zu entkommen. Während der Fahrt widmete sich Andi den österreichischen Wahlergebnissen. Ich konzentrierte mich darauf, die ständig wechselnden Landschaften wahrzunehmen.

Next stopp: Kanab – Sand Caves. Ich hielt am Parkplatz und weckte Andi auf, der am Beifahrersitz wieder etwas Schlaf nachholte. Einen kurzen aber doch etwas schwierigen Weg mussten wir zurücklegen, um zu den Sand Caves zu gelangen. Zuerst ging es nur auf Sand dahin, danach mussten wir eine Felswand hochkommen. Die Wanderwege hier in Utah sind allgemein ganz anders als bei uns, in der Regel alle sandig und steinig. Sie unterscheiden sich eigentlich nur an der Sandfarbe, einmal mehr ins Rötliche, dann gelb-orange oder mehr ins Braune. Teilweise gar nicht so einfach zu bestreiten, da Sand und Stein oft eine ganz rutschige Kombination ergibt. Immer wieder entdeckt man Kakteen am Wegrand und eben kleine Reptilien, wobei ich mich nicht sagen traue, ob es Geckos, Eidechsen oder doch Salamander sind. Aber vielleicht gibt es unter den Lesern ja Biologen, die mich aufklären können?

Den Aufstieg haben wir gut geschafft und dann wurden wir wieder geflasht. Also diese Höhlen heiße nicht umsonst so, die Wände komplett sandig und der Untergrund besteht ohnehin nur aus Sand, obwohl wir sicher 20 Höhenmeter hinter uns gelassen hatten. Den Abstieg schafften wir ohne Probleme und starteten dann in die letzte Etappe unseres Tages Richtung Zion National Park.

Auch hier war ich voller Erwartungen und schon bei der Anfahrt in den Park wurden wir mit riesigen roten Felswänden ganz nah am Straßenrand belohnt. Eine kleine Wanderung wollte ich noch unternehmen, da wir ja bisher hauptsächlich die Pferde arbeiten hatten lassen. So wanderten wir zum Zion Caynon Overlook, wo wir die letzten Sonnenstrahlen des Abends mit deutscher Gesellschaft, ein nettes Pärchen aus Ulm, genossen. Auch ein kleines Chipmunk zog mit seiner quirligen Art die Aufmerksamkeit auf sich. Diese Chipmunks hatten ja schon letztes Jahr in Kanada unsere Herzen gewonnen.

Nach dem erfolgreichen Abstieg hieß es Schlafplatzsuche, wobei sich diese wieder als etwas schwieriger gestaltete. Im Endeffekt fuhren wir dann noch 20min aus dem NP hinaus und parkten dort wieder auf einem gratis Campingplatz, so wie die letzten beiden Tage. Dieser war zwar gar nichts besonderes und die Anfahrt ging über eine wirklich sehr holprige Schotterpiste, aber wir konnten dort ohne Probleme die Nacht verbringen und mehr wollten wir nicht.

In Summe war das heute ein sehr aufregender Tag und ich musste am Abend die ganzen Eindrücke noch verarbeiten. Auf jeden Fall hat dieses Erlebnis auf dem Pferdrücken von Cadillac meine Akkus wieder vollkommen aufgeladen. Bin schon gespannt was der Tag im Zion NP morgen bringt.

10 Kommentare

Renate
Wunderbarer Reitausflug – hoffentlich folgt kein Muskelkater😅! Die Sandhöhlen sind fantastisch, wow! LG Renate
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
😅 Den Rücken spür ich schon etwas, da is alles durchgerüttelt worden, aber sonst alles gut☺️
Evi
Ein unglaublich schönes Erlebnis dieser Reitausflug, das sieht man, es schaut megatoll aus.
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Ja Bryce Canyon ist eine absolute Empfehlung und nicht nur Viewpoints anschauen, da muss man durchwandern oder durchreiten. ☺️🥰
Ingrid
Ein richtiger Laura Tag, freut mich sehr für dich. 👋
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Ja genau, war ein toller Tag🥰🥰
Alex
Jetzt weiß ich auch was ich hier gesehen habe, weil ich dachte mir das ist ja kein Pferd, aber auch kein Esel.
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Ja die schauen find ich ganz lustig aus ☺️
Max
Wennst beim IPhone bei dem Foto mit dem Reptil auf das kleine i drückst, müsste es dir sagen können welches Tier das genau ist 😁
Laura Karner
Laura KarnerRedaktion
Danke, diese Technik 😅 Laut iPhone ein Stachelleguan: Sceloporus tristichus ☺️😅🦎

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